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The Last of Us Online: Eingestelltes Spiel soll Hunderte Millionen gekostet haben

Naughty Dog stellte die Entwicklung von „The Last of Us Online“ Ende 2023 überraschend ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Studio bereits mehrere Jahre an dem ambitionierten Multiplayer-Spiel gearbeitet. Wie groß der personelle und finanzielle Aufwand tatsächlich war, wird erst jetzt deutlicher.

Der gut vernetzte Bloomberg-Journalist Jason Schreier sprach in einem aktuellen Video über Sonys problematische Live-Service-Strategie. Demnach habe Naughty Dog „eine Menge Zeit und eine Menge Geld“ in das Projekt investiert. Die Kosten sollen sich auf Hunderte Millionen Dollar belaufen haben.

Aus einem kleinen Projekt wurde ein riesiges Online-Spiel

„The Last of Us Online“ begann offenbar als deutlich kleineres Multiplayer-Projekt. Ursprünglich sollte „The Last of Us Part 2“ wie sein Vorgänger einen Mehrspielermodus erhalten. Naughty Dog entschied sich später jedoch dazu, daraus ein eigenständiges Spiel zu entwickeln.

Die Pläne wurden mit der Zeit immer umfangreicher. Aus einem überschaubaren Mehrspielermodus entstand ein Service-Spiel, das langfristig mit neuen Inhalten unterstützt werden sollte.

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Es begann als eine kleine Sache. Sie wollten daraus etwas Größeres machen, und schließlich entwickelte es sich zu einem Service-Spiel.

Welche Summe Naughty Dog bis zur Einstellung tatsächlich investierte, geht aus Schreiers Aussage nicht hervor. „Hunderte Millionen“ beschreibt lediglich einen breiten Kostenrahmen. Eine genaue Zahl oder Aufschlüsselung nennt der Journalist nicht.

Große Teile von Naughty Dog waren gebunden

Bei „The Last of Us Online“ handelte es sich Schreier zufolge keineswegs um ein kleines Nebenprojekt. Die Mehrheit der Beschäftigten soll zeitweise entweder an dem Online-Spiel oder den Remaster-Versionen der bisherigen „The Last of Us“-Titel gearbeitet haben.

Das bedeutet nicht, dass der Großteil des Studios ausschließlich mit dem Multiplayer-Projekt beschäftigt war. Schreiers Aussage umfasst ausdrücklich auch „The Last of Us Part 1“ und „The Last of Us Part 2 Remastered“.

Erst nach der Einstellung des Online-Spiels seien weitere Entwickler zu „Intergalactic: The Heretic Prophet“ gewechselt. Das könnte erklären, weshalb Naughty Dog seit „The Last of Us Part 2“ im Jahr 2020 kein vollständig neues Spiel veröffentlicht hat.

In der Zwischenzeit erschienen zwar das Remake von „The Last of Us Part 1“, „The Last of Us Part 2 Remastered“ und die jeweiligen PC-Versionen. Ein komplett neues Abenteuer brachte das Studio seit sechs Jahren jedoch nicht auf den Markt.

Warum wurde The Last of Us Online eingestellt?

Naughty Dog begründete die Entscheidung im Dezember 2023 mit dem enormen Umfang des geplanten Spiels. In der offiziellen Mitteilung zur Einstellung erklärte das Studio, dass für die langfristige Unterstützung sämtliche Ressourcen benötigt worden wären.

Nach dem Verkaufsstart hätte Naughty Dog über Jahre hinweg regelmäßig neue Inhalte produzieren müssen. Dadurch wären künftige Einzelspielerprojekte erheblich beeinträchtigt worden.

Das Studio sah sich deshalb vor zwei Möglichkeiten: entweder vollständig zu einem Live-Service-Entwickler zu werden oder sich weiterhin auf die erzählerischen Einzelspieler-Spiele zu konzentrieren, die Naughty Dog geprägt haben. Das Team entschied sich für die zweite Variante.

Die Einstellung erfolgte demnach nicht zwingend aufgrund der Qualität des damaligen Entwicklungsstands. Ausschlaggebend war vor allem, welchen dauerhaften Einfluss das Projekt auf die Zukunft des Studios gehabt hätte.

Sonys kostspielige Live-Service-Strategie

„The Last of Us Online“ war Teil einer wesentlich größeren Strategie. Sony wollte das traditionell für Einzelspieler-Abenteuer bekannte PlayStation-Angebot um zahlreiche langfristig betriebene Online-Spiele erweitern.

Einige Projekte erreichten den Markt, darunter das erfolgreiche „Helldivers 2“. Zahlreiche andere Vorhaben wurden eingestellt oder erwiesen sich als kostspielige Fehlschläge. Dazu gehören unter anderem geplante Spiele zu „God of War“, „Spider-Man“ und „The Last of Us“.

Bei den genannten Kosten ist eine Unterscheidung notwendig: Schreier spricht im Video von Hunderten Millionen für „The Last of Us Online“. In seinem schriftlichen Bloomberg-Bericht bezieht sich eine ähnliche Größenordnung auf mehrere gescheiterte PlayStation-Projekte zusammen. Eine offiziell bestätigte Einzelabrechnung für Naughty Dogs Spiel existiert nicht.

Intergalactic ist Naughty Dogs nächstes Spiel

Nach dem Ende von „The Last of Us Online“ konzentriert sich Naughty Dog auf „Intergalactic: The Heretic Prophet“. Das Science-Fiction-Abenteuer wurde im Dezember 2024 bei den Game Awards angekündigt.

Im Mittelpunkt steht die Kopfgeldjägerin Jordan A. Mun, die auf dem abgelegenen Planeten Sempiria strandet. Naughty Dog entwickelt das Projekt wieder als erzählerisches Einzelspieler-Spiel. Ein Veröffentlichungstermin wurde bislang nicht genannt.

Schreiers Aussagen legen nahe, dass die Produktion erst nach der Einstellung von „The Last of Us Online“ deutlich mehr Personal erhielt. Das Multiplayer-Projekt verursachte damit möglicherweise nicht nur enorme Kosten, sondern bremste über Jahre hinweg auch Naughty Dogs nächstes neues Spiel aus.

Hättet ihr „The Last of Us Online“ gerne gespielt oder war die Einstellung angesichts des geplanten Dauerbetriebs die richtige Entscheidung? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare.

Luna N.

Ich schaue mehr Anime als gesund ist, kenne jeden Intro-Song auswendig und habe beim Zocken schneller die Tasten im Griff als mein eigener Schatten. Wenn ich nicht gerade mit einem Kaffee bewaffnet über neue Story-Ideen grübel, kämpfe ich mich durch Fantasy-Welten – entweder mit dem Controller oder dem Kugelschreiber. Meine größte Schwäche? Limited Editions und Charaktere mit tragischer Hintergrundgeschichte.
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