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Resident Evil 6: Vorschau: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Von Yannick Arnon - News vom 14.09.2012 08:59 Uhr

In Capcoms gamescom-Lineup darf auch Resident Evil 6 nicht fehlen. Schließlich soll es sich hierbei um die größte Produktion aller Zeiten in der Geschichte des Publishers sein, an dem mehr als 600 Mitarbeiter beschäftigt waren. Der Goldstatus ist mittlerweile erreicht und der Titel wird pünktlich zum geplanten Releasetermin am 2. Oktober im Handel erhältlich sein, ob ihr bedenkenlos zugreifen oder doch besser einen großen Bogen um RE6 machen solltet, lest ihr in den folgenden Zeilen.

Bioterrorismus, jetzt auch in Ihrer Stadt!

Auch wenn die Endsequenz von Resident Evil 5, in der Chris Redfield und seine Kameraden in einem Helikopter Richtung Sonnenaufgang flogen, nach Happy End aussah, könnte die Realität nicht ferner von diesem Eindruck entfernt sein. Gerade als der Präsident der Vereinigten Staaten mit dem Raccoon City-Vorfall an der Ivy-Universität in Tall Oaks an die Öffentlichkeit treten will, wird die Stadt zum Ziel eines Biowaffen-Angriffs und die Bewohner verwandeln sich in blutrünstige Zombies. Mittendrin stecken Leon S. Kennedy und seine neue Partnerin Helena Harper, die eigentlich Präsident Benford zur Seite stehen sollten und nun hilflos mitansehen müssen, wie auch dieser zu einem Untoten mutiert. Die beiden sind jedoch nicht die einzigen spielbaren Protagonisten, denn Resident Evil 6 wartet nicht mit nur einer, nicht zwei, sondern gleich drei verschiedenen Kampagnen auf, von denen jede etwa so lang sein soll wie 80% des Vorgängers und die selbstverständlich auch zu zweit im Koop gespielt werden können. Die anderen beiden Paare bestehen aus Veteran Chris Redfield und seinem Kameraden Piers Nivans sowie Sherry Birkin und Jake Muller, welcher der Sohn des dahingeschiedenen Fieslings Albert Wesker ist und dementsprechend auch dank eines Virus in seinem Körper über Superkräfte verfügt. Mit einem zeitgleich in China stattfindenden Anschlag hat die BSAA dann alle Hände voll zu tun, ein weiterer Schauplatz wird eine osteuropäische Location werden, in der ebenfalls Bioterroristen ihr Unwesen treiben. War in früheren Teilen nur eine Region betroffen, wird es sich dieses Mal um eine globale Bedrohung drehen.

In der fiktiven Metropole Lanshiang laufen die einzelnen Stränge dann zum Finale zusammen, im Spielverlauf überkreuzen sich ihre Handlungen an bestimmten Stellen. In solchen Momenten könnt ihr euch online mit zwei anderen Spielern zusammentun, um für die Dauer des Aufeinandertreffens im Rahmen der Story zu viert zu spielen. Einzig und allein die vierte Kampagne mit Ada Wong, die nach Beendigung der anderen Plots freigeschaltet wird, ist ausschließlich für Solospieler konzipiert. Wie gehabt steuert ihr euren Charakter aus der Verfolgerperspektive mit freier Kontrolle über die Kamera, über die Schultertasten hebt ihr die Waffe und drückt ab. Durch die Fähigkeit gleichzeitig laufen und schießen zu können habt ihr einiges an Mobilität dazugewonnen. Außerdem verfügt auch über eine Hechtrolle, selbst im Liegen könnt ihr Maß nehmen. Melees lassen sich jetzt auch "trocken" ausführen, aber damit Resident Evil 6 nicht zum Beat'em-Up wird, habt ihr nur eine begrenzte Menge an Ausdauer für diese Angriffe zur Verfügung. Deshalb ist auch hier die bewährte Taktik erst auf Kopf oder Extremitäten zu zielen und dann mit einer Nahkampfattacke nachzusetzen zu empfehlen, denn die Munition will eingeteilt werden. Lassen einfache Zombies sich in kleineren Gruppen ohne Schwierigkeiten bezwingen, verlangen die neuen J'avo genannten Mutanten nach etwas mehr Finesse. Wird dieser zum Beispiel in die Schulter getroffen, wächst im ein dorniger Tentakel, mit dem er euch zu packen versucht. Nach einem Headshot jedoch verformt sich der Schädel zu einer Art Echsenkopf, aus dem Nadeln geschossen kommen. Und als wäre das noch nicht genug können die Zombies wie schon die Majini im letzten Teil mit Schusswaffen umgehen.

Wo versteckt sich der Horror?

Auch wenn Capcom bisher betonte, dass die Parts mit Leon und Helena stärker an die Survival-Horror-Wurzeln der Serie zu erinnern, war in der angespielten Demo nicht viel davon zu merken. Der Action-Anteil war nicht ungedingt geringer als bei Chris oder Jake, die auffälligsten Unterschiede gab es bei der Bewaffnung, als Rambo werdet ihr jedoch in keiner der Kampagnen weit kommen. Trotz des linearen Missionsablaufs bekommt ihr auf dem Bildschirm eine Markierung mit der Entfernung zum nächsten Zielobjekt angezeigt, die glücklicherweise auch in den Optionen deaktiviert werden kann. Der Weg in einer Mission ist normalerweise auch in Außenarealen klar definiert, sodass ihr euch wohl kaum verlaufen werdet. Durch gezieltes Einsetzen von Quick Time Events soll das Erlebnis intensiver denn je werden, in der Demo mussten Leon und Helena auf der Flucht vor einem Mob Zombies ein Auto starten, aber dazu will in der Hektik zunächst einmal der Zündschlüssel gefunden werden. Gezeigt wurde zudem ein Abschnitt mit Jake und Sherry auf ein paar Schneemobilen und einem Motorrad, vielleicht dürfen wir auch weitere Fahrzeuge besteigen. Anspielbar war auch ein Bosskampf, in dem wir mit Chris einem Mutanten gegenüber standen, der glatt als der große Bruder von El Gigante aus Resident Evil 4 durchgehen könnte. Im Rahmen eines QTEs sprang Mister Redfield auf den Körper des Kolosses, um ihm mal eben eine seiner Krallen aus den Fingern zu reißen und ins eigene Fleisch zu donnern. Solche Aktionen kannte man eigentlich nur aus den Realverfilmungen. Den Survival Horror muss man anscheinend mit der Lupe suchen, RE6 macht eher den Eindruck eines Action-Titels mit knapper Munition und ein paar Schockmomenten.

Abseits der Koop-Kampagne wird es auch weitere Beschäftigungen in Form diverser Multiplayer-Modi geben. Für Punktejäger wird auch im sechsten Teil der Mercenaries-Modus die erste Anlaufstelle sein, in der ihr mit verschiedenen Figuren aus dem Hauptspiel innerhalb eines knappen Zeitlimits einen möglichst hohen Score durch Zombie-Abschüsse anhäuft. Ein innovatives und neues Spielerlebnis verspricht der Agent Hunt-Modus, in dem ihr euch online in die Kampagne von einem oder zwei menschlichen Mitspielern einklinkt und als Zombie Jagd auf die Protagonisten macht. Wenn ihr als Untoter einen Sieg erringt, wird euch ein entsprechender Bildschirm angezeigt und euch wird angeboten in einer anderen Session euer Unwesen zu treiben. Das ist jedoch nicht in allen Kapiteln des Hauptspiels möglich, Bosskämpfe dürften davon ausgenommen sein. Beim Eröffnen einer Session wird zu Beginn festgelegt, ob die Agent Hunt-Option mit eingeschaltet werden soll, ansonsten bleibt es bei einem regulären Koop-Spiel gegen die KI. Schalten die Agenten euch jedoch aus, werdet ihr vom Spiel automatisch in die Pixelhaut eines anderes Zombies in der laufenden Partie gesteckt. Eine ähnliche Idee kam schon in Dark Souls zum Einsatz und kurbelte den dort ohnehin schon Frustfaktor in ungekannte Höhen an, wie sehr sich dieser Modus auf den Schwierigkeitsgrad von Resident Evil 6 auswirken wird, muss sich noch zeigen. Anstelle von Gold und anderen Schätzen werden jetzt Fertigkeitspunkte gesammelt, die von euch in diverse Fähigkeiten und Waffen-Upgrades investiert werden. Bis zu drei verschiedene Fähigkeiten finden in einem Skill-Set Platz, von diesen Sets könnt ihr insgesamt acht Stück erstellen und im laufenden Spiel durchwechseln.

Soziales Netzwerk für Zombiejäger

Grafisch holt Capcom noch einmal alles aus der MT Framework-Engine heraus. In Leons Passagen in der Ivy-Universität kamen die Locations schön schummrig beleuchtet und mit zahlreichen Deko-Blutlachen verschmiert daher, solche Momente lassen die Atmosphäre von anno dazumal erahnen. Das krasse Gegenstück dazu war der Part von Chris, der in dem ebenso erdachten wie an osteuropäische Staaten angelehnten Edonia stattfand. Abgesehen von der Third-Person-Perspektive, den Zombies und dem erwähnten Bossgegner könnte dieser Abschnitt auch genauso gut aus einer Shooter-Reihe von Activision kommen, kreatives Lob wird man für eine solche fast komplett in Grau gehaltene Spielumgebung wohl kaum bekommen. Zudem fiel uns häufiges Tearing ins Auge, das in der Verkaufsversion nicht mehr enthalten sein sollte. Bei Kameraschwenks fiel dies besonders deutlich ins Auge, das Bildwiederholrate kam jedoch selbst bei hohem Gegneraufkommen nicht ins Stocken und lief stabil weiter. Große Geschütze fährt Capcom auch im akustischen Bereich auf, wie schon Resident Evil: Revelations auf dem Nintendo 3DS wird auch der sechste Teil komplett lokalisiert mit deutscher Sprache und Texten hierzulande erscheinen, noch dazu ungeschnitten und ab 18 Jahren freigegeben. DLC scheint bereits beschlossene Sache zu sein, abgesehen von ein paar Karten für Mercenaries gibt es jedoch keine konkreten Ankündigungen. Zu Resident Evil 5 erschienen 2010 zwei Bonuskapitel, die die Handlung des Hauptspiels weiter ergänzten. Etwas Ähnliches wäre auch hier wieder denkbar, schließlich warten hier mit Jill Valentine und Claire Redfield zwei der beliebtesten Charaktere der Reihe auf einen weiteren Auftritt auf der großen RE-Bühne.

Für andauernden Spaß im Kampf gegen Biowaffen aller Art soll der kostenlose Online-Service Resident Evil.net sorgen, für den ihr lediglich ein Exemplar von Resident Evil 6 und eine Internet-Verbindung benötigt. Dort werden nicht nur Statistiken über euren Spielverlauf wie Multiplayer-Kills oder Highscores in Mercenaries gespeichert und können mit Freunden verglichen werden, sondern ihr könnt an Challenges teilnehmen und  spezielle Achievements sowie Punkte verdienen, die dann anschließend gegen diverse Boni wie alternative Outfits für die verschiedenen Spielmodi eingetauscht werden dürfen. Die Plattform ist direkt an Facebook und Twitter angebunden, damit ihr auch mit Hilfe der sozialen Netzwerke immer auf dem neuesten Stand bleibt, eine App für Smartphones ist bereits in Arbeit. Weiterhin werden regelmäßig offizielle Wettbewerbe mit dicken Score-Belohnungen veranstaltet, die euch vor eine bestimmte Herausforderung stellen, z.B. 10.000 Zombies innerhalb eines bestimmten Zeitlimits zu töten. Unter all jenen, die diese Herausforderung bewältigt haben, wird ein Spieler zufällig als Gewinner bestimmt, der in seinem Profil mit einem Siegergürtel ausgestattet wird. Der Titel muss dann in folgenden Challenges verteidigt werden, sonst sackt ihn jemand anders ein. In eurer Chronik wird jedoch gespeichert, wann und wie oft ihr als Gewinner solcher Events hervorgegangen seid. Als kleines Gimmick könnt ihr auf RE.net auch Objekte und Action-Figuren kaufen, um eure eigenen Dioramen zu erstellen.

Fazit

Wie ein Brandmal hat sich das Bild von einem in Zeitlupe durch das Bild hechtenden und dabei zwei Pistolen gleichzeitig abfeuernden Leon S. Kennedy in mein Gedächtnis eingebrannt. Tief in meinem Inneren tut es mir weh, dass Capcom für Resident Evil 6 offenbar mehr Cues bei CoD und den Realverfilmungen von Paul W. S. Anderson als bei den Wurzeln der Serie geholt hat. Klassischer Survival Horror rückt weiter in die Ferne, aber macht das Resident Evil 6 zu einem schlechten Spiel? Nein, definitiv nicht. Auch wenn die angespielten Demo-Parts nicht besonders gruselig waren, macht das Gameplay definitiv Lust auf mehr. Der Koop war schon das große Aushängeschild des Vorgängers und jetzt wird er an entscheidenden Punkten verbessert, nämlich durch die Vier-Spieler-Option bei Überschneidungen und den Agent Hunt-Modus. Technisch ist RE6 sowieso über alle Zweifel erhaben und ganz klar der bestaussehendste Teil der Reihe, umso schwerer fällt es mir vorzustellen, wie das Ganze dann in der nächsten Hardware-Generation aussehen wird.

Ganz egal ob Survival Horror oder nicht, da kommt etwas Großes auf uns zu. Wer auch nur ansatzweise etwas für Action mit Horror-Anstrich übrig hat, wird an Resident Evil 6 nicht vorbei kommen.

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