Als Sony die Finanzierung von Physint beendete, stand Hideo Kojima nach eigener Aussage plötzlich vor der Frage, wie er sein Studio und das Team des Spionagespiels weiterfinanzieren sollte. Im Interview schilderte er bereits, wie er anschließend Xbox als neuen Partner gewann. Nun gibt es einen weiteren Hinweis darauf, woran die Verhandlungen mit PlayStation gescheitert sein könnten: Xbox zahlt für das Projekt womöglich weniger, als Kojima zuletzt von Sony verlangte.
Diese Einschätzung stammt von Bloomberg-Journalist Jason Schreier. In einem neuen Video sprach er über seine Recherchen zum Wechsel von Physint. Bei der Tokyo Game Show hätten ihn mehrere Personen auf die Summe angesprochen, die Kojima für die weitere Entwicklung gefordert haben soll. Die Zahl habe Schreier nicht bestätigen können; sie sei aber erheblich gewesen. Zur Vereinbarung mit Microsoft sagte er sinngemäß: „Ich denke, Xbox zahlt weniger, als Kojima von PlayStation verlangt hatte.“
Eine geringere Zahlung ist noch kein bestätigtes Spielebudget
Der Unterschied ist wichtig: Schreier nennt weder eine konkrete Summe noch ein bestätigtes Entwicklungsbudget für die Xbox-Version. Seine Aussage betrifft den mutmaßlichen Umfang der Finanzierung beziehungsweise Vereinbarung im Vergleich zu Kojimas Forderung an Sony. Daraus lässt sich derzeit nicht beziffern, wie viel die Produktion von Physint insgesamt kosten wird oder ob der fertige Titel kleiner ausfällt als ursprünglich geplant.
Nach Schreiers Darstellung verhandelten Sony und Kojima Productions über Monate hinweg über die Zukunft des Projekts. Dabei ging es unter anderem um Geld, Zeitplan und Exklusivität. Ein Ergebnis, mit dem beide Seiten zufrieden waren, kam offenbar nicht zustande. Kojima selbst sagte später, Sony habe ihm bei der Entscheidung, die Finanzierung einzustellen, keinen konkreten Grund genannt.
Nach Sonys Ausstieg verkleinerte Kojima zunächst das Physint-Team und versetzte einen Teil der Beschäftigten zum ebenfalls bei Kojima Productions entstehenden OD. Die Arbeiten an Konzept, Spielsystemen und Besetzung liefen seiner Darstellung nach weiter. Xbox übernahm schließlich die Rolle des Publishing-Partners; die Zusammenarbeit wurde offiziell angekündigt.
Kojima Productions hat die Spekulationen über Budgetprobleme und die wirtschaftliche Lage des Studios bereits zurückgewiesen. Das Studio bezeichnet sich als gesund und profitabel und betont, dass Physint mit Xbox weiterentwickelt wird. Schreiers neue Einschätzung macht die Verhandlungen etwas greifbarer – wie viel Microsoft tatsächlich investiert, bleibt aber unbekannt.
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