Beim iPhone 18 Pro und Pro Max verändert Apple einen grundlegenden Teil der Kamera: Die neue 48-MP-Fusion-Hauptkamera besitzt eine echte variable Blende. Ihre Öffnung lässt sich anpassen, bevor das Licht auf den Sensor trifft. Das erweitert die fotografischen Möglichkeiten direkt bei der Aufnahme. Über neue Pro Controls könnt ihr außerdem mehrere Einstellungen selbst übernehmen.
Sechs Lamellen regeln den Lichteinfall
Apple beschreibt eine Konstruktion aus sechs extrem dünnen, lasergeschnittenen Lamellen. Sie bestehen aus einem speziellen Polymer-Verbundstoff. Die beweglichen Elemente verändern gemeinsam die Öffnung der Blende und damit die Lichtmenge, die das Kamerasystem passieren kann.
Im Automatikbetrieb passt sich die Blende laut Apple an die jeweilige Szene an. Ihr müsst also nicht vor jedem Foto eine Einstellung auswählen. Die Kamera soll die neue Mechanik auch dann nutzen, wenn ihr einfach die App öffnet und auslöst. Wer gezielt gestalten möchte, bekommt zusätzlich manuelle Eingriffsmöglichkeiten.
Was sich bei Licht und Schärfentiefe verändert
Grundsätzlich lässt eine größere Blendenöffnung bei gleicher Belichtungszeit mehr Licht durch. Eine kleinere Öffnung reduziert den Lichteinfall. Das wirkt sich auf das Zusammenspiel mit der Verschlusszeit aus: Für eine passende Belichtung müssen die Einstellungen aufeinander abgestimmt werden. Die variable Blende gibt der Kamera dafür einen weiteren physikalischen Stellhebel.
Die Blende beeinflusst außerdem die Schärfentiefe, also den Bereich vor und hinter dem fokussierten Motiv, der ausreichend scharf erscheint. Bei sonst gleichen Bedingungen kann eine weiter geöffnete Blende diesen Bereich verkleinern; Abblenden kann ihn vergrößern. Wie deutlich der Effekt ausfällt, hängt auch von Motivabstand, Brennweite und Sensorgröße ab.
Für die Praxis bedeutet das: Bei einer Nahaufnahme kann die Trennung von Motiv und Hintergrund interessant sein, bei mehreren Gegenständen in unterschiedlicher Entfernung dagegen eine größere Schärfentiefe. Das sind allgemeine fotografische Zusammenhänge. Wie groß Apples tatsächlicher Gestaltungsspielraum ist, muss sich an Aufnahmen mit den neuen Geräten zeigen.
Pro Controls bieten vier manuelle Blendenstufen
In der Kamera-App ergänzen die Pro Controls vier manuell wählbare Blendeneinstellungen. Damit könnt ihr die Entscheidung der Automatik bewusst ersetzen. Apple nennt dafür ƒ/1,48, ƒ/1,8, ƒ/2,8 und ƒ/4,0. Die Spanne reicht damit von einer weit geöffneten Blende bis zu einer stärker geschlossenen Einstellung.
Zusätzlich lassen sich Verschlusszeit und Weißabgleich manuell einstellen. Die Verschlusszeit bestimmt, wie lange Licht für die Aufnahme gesammelt wird, und beeinflusst damit auch Bewegungsunschärfe. Der Weißabgleich steuert die Farbwiedergabe unter verschiedenen Lichtquellen. Beide Werkzeuge helfen, eine Bildwirkung gezielt festzulegen und bei mehreren Aufnahmen konsistent zu halten.
Ein einblendbares Histogramm zeigt die Verteilung der Helligkeitswerte. Damit lässt sich besser beurteilen, ob sich viele Bildinformationen in sehr dunklen oder sehr hellen Bereichen sammeln. Es ergänzt die visuelle Kontrolle auf dem Display und hilft beim Einschätzen der Belichtung.
Mehr Kontrolle schon während der Aufnahme
Die Neuerung ist für Smartphone-Fotografie relevant, weil Apple die Aufnahme selbst um einen veränderbaren optischen Parameter erweitert. Automatische Verarbeitung bleibt wichtig, doch Lichtmenge und Schärfentiefe lassen sich bereits vor der Bildberechnung beeinflussen. Die manuellen Werkzeuge machen diese Entscheidungen zugleich zugänglich.
Eine Garantie für bessere Bilder in jeder Situation ist das nicht. Entscheidend bleiben die Umsetzung, das Motiv und das Zusammenspiel der Einstellungen. Alle übrigen Neuerungen, Preise und Termine findet ihr in unserer Übersicht zum iPhone 18 Pro und Pro Max. Die Ankündigung haben wir im Apple-Keynote-Liveticker dokumentiert.
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