Die Herkunft der aktuellen „GTA 6“-Leaks bleibt weiterhin unbekannt. In sozialen Netzwerken verbreitet sich nun die Behauptung, ein Mitarbeiter von Rockstar India sei Ziel eines Hackerangriffs geworden. Über diesen Weg sollen Angreifer an eine spielbare Entwicklungsversion gelangt sein.
Als Quelle dient bislang allerdings lediglich ein Beitrag des X-Kontos GTA 6 Info. Belege, Dokumente oder überprüfbare Aussagen einer direkt beteiligten Person enthält der Post nicht.
Rockstar Games und Take-Two haben weder einen Angriff auf das indische Studio bestätigt noch erklärt, wie die aktuellen Aufnahmen in Umlauf gelangten.
Angeblich waren russische Hacker beteiligt
Dem Gerücht zufolge wurde ein Mitarbeiter von Rockstar India kompromittiert. Russische Hacker sollen anschließend Zugriff auf eine spielbare Version von „GTA 6“ erhalten haben.
Noch außergewöhnlicher ist die Behauptung, dass Cyberleek den Build für 50 Millionen US-Dollar gekauft habe. Dafür gibt es keinerlei Nachweise. Weder eine Transaktion noch die Identität des angeblichen Verkäufers oder Käufers sind bekannt.
Die Summe erscheint auch angesichts der bisherigen Cyberleek-Aktivitäten fragwürdig. Unter diesem Namen wird ein spekulativer Solana-Memecoin beworben, dessen Betreiber anonym sind. Es ist nicht einmal gesichert, dass die verschiedenen Cyberleek-Konten tatsächlich von der Person oder Gruppe geführt werden, die ursprünglich an das Material gelangte.
Verbindung zu Rockstar India nicht bestätigt
Einige Meldungen stellen eine Verbindung zum großen GTA-6-Leak aus dem Jahr 2022 her. Bereits damals soll ein Mitarbeiter von Rockstar India durch eine Phishing-Attacke kompromittiert worden sein.
Auch diese konkrete Darstellung wurde jedoch nie offiziell von Rockstar bestätigt. Sie geht auf spätere Berichte zurück, die sich wiederum auf eine angebliche interne Quelle berufen. Belegt ist lediglich, dass der Lapsus$-Hacker Arion Kurtaj Zugriff auf Rockstars interne Systeme erlangte und zahlreiche Entwicklungsvideos veröffentlichte.
Die Beteiligung eines bestimmten Rockstar-Standorts oder Mitarbeiters wurde im Zusammenhang mit dem damaligen Angriff nicht öffentlich bestätigt. Aus den Spekulationen von 2022 lässt sich daher kein Beleg für einen erneuten Angriff auf Rockstar India ableiten.
Zudem wäre es falsch, das Studio für den Leak „verantwortlich“ zu machen. Selbst wenn ein Mitarbeiter Ziel eines Angriffs gewesen sein sollte, läge die Verantwortung bei den Angreifern.
Rockstar bestätigte im April einen anderen Vorfall
Tatsächlich bestätigte Rockstar Games im April 2026 einen weiteren Datenschutzvorfall. Dabei wurde über einen externen Dienstleister auf eine begrenzte Menge interner Informationen zugegriffen.
Rockstar erklärte damals, es habe sich lediglich um „nicht wesentliche Unternehmensinformationen“ gehandelt. Der Vorfall habe keine Auswirkungen auf das Unternehmen oder seine Spieler. Hinweise darauf, dass dabei eine spielbare GTA-6-Version entwendet wurde, existieren nicht.
Eine Verbindung zwischen diesem bestätigten Vorfall, Rockstar India und den aktuellen Cyberleek-Veröffentlichungen lässt sich bislang ebenfalls nicht herstellen.
Herkunft des Builds bleibt ungeklärt
Einige der veröffentlichten Szenen erwecken den Eindruck, dass die ursprüngliche Quelle Zugriff auf eine spielbare Entwicklungsversion besitzt. Das beantwortet jedoch nicht, woher diese stammt.
Neben einem externen Hackerangriff kommen theoretisch auch andere Szenarien infrage:
- kompromittierte Zugangsdaten
- ein Verstoß gegen eine Verschwiegenheitsvereinbarung
- entwendete Hardware
- Material eines externen Entwicklungspartners
- mehrere miteinander vermischte Quellen
Für keine dieser Möglichkeiten liegen bislang belastbare Belege vor. Die Behauptungen über Rockstar India, russische Hacker und einen Kaufpreis von 50 Millionen Dollar sollten daher als unbestätigtes Internetgerücht behandelt werden.
Rockstar Games hat sich bislang nicht öffentlich zur Herkunft der aktuellen Leaks geäußert. Wir verzichten weiterhin darauf, die unerlaubt veröffentlichten Videos oder Bilder einzubinden und zu verlinken.

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