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GTA 6: Gameplay-Leaks sollen Jahre alt sein – doch ein Detail passt nicht

In den vergangenen Tagen sind mehrere mutmaßliche Gameplay-Videos und eine angeblich vollständige Karte aus GTA 6 im Internet aufgetaucht. Die Szenen zeigen unter anderem Jason beim Basketball, verschiedene Kämpfe, Autofahrten, ein erweitertes System zum Fahrzeugdiebstahl sowie mögliche Kraftstoff- und Motoranzeigen.

Wer aus den Aufnahmen Rückschlüsse auf die finale Grafik oder technische Qualität zieht, sollte jedoch vorsichtig sein. Nach neuen Aussagen soll das Material wesentlich älter sein, als zunächst angenommen.

Insider spricht von mehr als einem Jahr altem Material

Der als zuverlässig geltende Insider NateTheHate erklärte auf ResetEra, dass die geleakten Aufnahmen mehr als ein Jahr alt seien. Seine Aussage erfolgte im Zusammenhang mit der Behauptung, dass derzeit Preview-Termine für „GTA 6“ stattfinden.

Einige Fans vermuteten daraufhin, die Videos könnten aus einer aktuellen Pressevorführung stammen. NateTheHate widerspricht dieser Interpretation. Das Material sei älter und stamme demnach nicht aus einer momentan laufenden Preview-Runde.

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Weitere Belege oder ein konkretes Aufnahmedatum nannte er nicht. Seine Aussage würde lediglich bedeuten, dass die Clips spätestens im Sommer 2025 entstanden sein müssten.

Mutmaßlicher Leaker nennt einen Build aus dem Jahr 2023

Noch weiter geht die Person oder Gruppe hinter dem X-Account „Cyber Leeks“. In einem inzwischen weit verbreiteten Beitrag auf X wird behauptet, sämtliche gezeigten Szenen stammten aus einem Build von 2023.

Sollte diese Angabe stimmen, lägen zwischen der gezeigten Version und der geplanten Veröffentlichung von „GTA 6“ rund drei Jahre Entwicklungszeit. Unfertige Animationen, Platzhalter, technische Probleme und Unterschiede bei der Benutzeroberfläche wären bei einem derart alten Build vollkommen normal.

Rockstar hätte in diesem Zeitraum zahlreiche Bereiche überarbeiten können:

  • Grafik und Beleuchtung
  • Animationen und Physik
  • Benutzeroberfläche
  • künstliche Intelligenz
  • Fahrzeugsteuerung
  • Kampf- und Fahndungssystem
  • Performance und Bildrate
  • Dichte der Spielwelt
  • Platzierung von Objekten und Gebäuden

Das Material würde deshalb nicht zuverlässig zeigen, wie „GTA 6“ auf der PS5 und Xbox Series X/S tatsächlich aussehen und laufen wird.

Der Tate-McRae-Song widerspricht der Jahresangabe

An der behaupteten Herkunft aus dem Jahr 2023 bestehen allerdings berechtigte Zweifel. Im dritten Gameplay-Video ist während einer Autofahrt offenbar der Song „Sports Car“ von Tate McRae im Ingame-Radio zu hören.

Sony Music veröffentlichte den Titel nachweislich erst am 24. Januar 2025. Eine reguläre Integration dieses Songs in einen bereits 2023 aufgenommenen Build wäre daher nicht möglich.

Dafür kommen mehrere Erklärungen infrage:

  • Der Clip stammt nicht aus dem Jahr 2023.
  • Das zugrunde liegende Spielsystem basiert auf einem älteren Build, wurde aber später mit neuen Audioinhalten ergänzt.
  • Die Aufnahme entstand erst 2025 oder danach.
  • Der Radiosong wurde nachträglich über das Video gelegt.
  • Verschiedene veröffentlichte Clips stammen aus unterschiedlichen Entwicklungsständen.

Ohne Zugriff auf die Originaldateien, interne Build-Nummern oder belastbare Metadaten lässt sich keine dieser Möglichkeiten abschließend bestätigen.

Die Aussage des mutmaßlichen Leakers sollte daher nicht mit der Behauptung von NateTheHate gleichgesetzt werden. „Mehr als ein Jahr alt“ wäre im August 2026 durchaus mit einer Aufnahme aus dem ersten Halbjahr 2025 vereinbar. Ein Build aus dem Jahr 2023 passt dagegen nicht ohne weitere Erklärung zu dem hörbaren Song.

Build-Datum und Aufnahmedatum müssen nicht identisch sein

Hinzu kommt eine weitere Besonderheit der Spieleentwicklung: Das Datum einer technischen Entwicklungsgrundlage muss nicht dem Zeitpunkt der Videoaufnahme entsprechen.

Entwickler arbeiten mit verschiedenen Versionen, Entwicklungszweigen und internen Testumgebungen. Ein Build kann auf einem älteren Stand basieren und dennoch später aktualisierte Assets enthalten. Dazu gehören beispielsweise Musik, Texturen, Dialoge oder Teile der Benutzeroberfläche.

Wenn „Cyber Leeks“ von einem „2023-Build“ spricht, könnte damit theoretisch ein älterer Entwicklungszweig gemeint sein, in den zu einem späteren Zeitpunkt zusätzliche Inhalte übernommen wurden. Ohne nähere Erklärung bleibt das allerdings Spekulation.

Wesentlich aussagekräftiger wären sichtbare Build-Nummern, Zeitstempel oder andere technische Merkmale. Solche Informationen wurden bislang nicht öffentlich verifiziert.

Die Aufnahmen zeigen nicht die finale Qualität

Unabhängig vom genauen Alter gilt: Geleaktes Entwicklungsmaterial ist nicht dafür vorgesehen, die Qualität eines beinahe fertigen Spiels zu repräsentieren. Selbst wenn einzelne Videos erst aus dem Jahr 2025 stammen, hätte Rockstar bis zur Veröffentlichung noch weit mehr als ein Jahr an Optimierungen und Überarbeitungen vorgenommen.

Bereits beim großen GTA-6-Leak von 2022 zeigte sich, wie stark frühe Entwicklungsaufnahmen vom später offiziell präsentierten Material abweichen können. Damals waren unfertige Animationen, technische Informationen, Platzhalter und Testelemente sichtbar.

Ähnliches dürfte für die neuen Clips gelten. Auffällige Bewegungen, vereinzelte Grafikfehler oder eine schwankende Bildrate sind deshalb kein Beleg für entsprechende Probleme in der Verkaufsversion.

Gleichzeitig können auch einzelne Spielmechaniken verändert oder vollständig entfernt worden sein. Das gilt unter anderem für:

  • die sichtbare Kraftstoffanzeige
  • den Zustand des Fahrzeugmotors
  • das Klonen von Autoschlüsseln
  • das Aufnehmen fremder Kleidungsstücke
  • Basketball als Nebenaktivität
  • Anzeigen für Fokus und Ausdauer
  • das Fahndungssystem mit sechs Sternen

Die Videos können Hinweise auf geplante Funktionen liefern, garantieren aber nicht, dass alle Systeme unverändert im fertigen Spiel enthalten sind.

Zweifel an den Motiven der Quelle

Auch die Glaubwürdigkeit der veröffentlichenden Quelle ist umstritten. Hinter dem Leak steht offenbar eine Gruppe oder Einzelperson, die unter der Bezeichnung „Cyber Leeks“ auftritt und die Aufmerksamkeit rund um „GTA 6“ unter anderem zur Bewerbung eines Kryptowährungsprojekts nutzt.

GamesRadar berichtet über ein sogenanntes Manifest, in dem die Gruppe Forderungen zu digitalem Spielebesitz, kostenpflichtigen Zusatzinhalten und Offline-Zugängen aufstellt. Gleichzeitig wird um Unterstützung für eine Kryptowährung gebeten.

Diese Verbindung ist ein deutlicher Grund, sämtliche Aussagen der Quelle mit besonderer Vorsicht zu behandeln. Selbst authentisches Bildmaterial bedeutet nicht automatisch, dass auch die begleitenden Behauptungen über Herkunft, Alter und Motive korrekt sind.

Rockstar lässt die Videos entfernen

Rockstar Games hat die Echtheit der aktuellen Aufnahmen weiterhin nicht öffentlich bestätigt. Mehrere Kopien der Videos wurden jedoch bereits aufgrund von Copyright-Beschwerden entfernt.

Solche Maßnahmen können ein Indiz dafür sein, dass geschütztes Rockstar-Material verwendet wurde. Sie sind aber kein abschließender Beweis für sämtliche Behauptungen rund um die Clips. Take-Two geht regelmäßig auch gegen unerlaubte Fanprojekte, rekonstruierte Karten und andere Verwendungen seiner Marken und Inhalte vor.

Wir verzichten weiterhin darauf, die geleakten Videos oder Bilder einzubinden beziehungsweise zu verlinken.

Offizieller Blick auf GTA 6 folgt in wenigen Tagen

Eine belastbare Vergleichsmöglichkeit folgt bereits am 27. August 2026. Dann veröffentlicht Rockstar Games den angekündigten „Extended Look“ zu „GTA 6“. Die Präsentation wird zunächst auf Netflix und sechs Stunden später kostenlos über Rockstars YouTube-Kanal und die offizielle Webseite gezeigt.

Das für die Öffentlichkeit produzierte Material dürfte den deutlich aktuelleren Entwicklungsstand repräsentieren. Spätestens dann lässt sich besser einschätzen, wie stark sich Grafik, Animationen und Benutzeroberfläche gegenüber den geleakten Aufnahmen verändert haben.

„GTA 6“ erscheint am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series X/S. Eine PC-Version wurde bislang nicht angekündigt.

Was glaubt ihr: Handelt es sich tatsächlich um mehrere Jahre alte Aufnahmen oder spricht der 2025 veröffentlichte Radiosong gegen diese Behauptung? Schreibt uns eure Einschätzung gerne in die Kommentare.

Jens A.

Wenn bei GTA der fünfte Wagen brennt und irgendwo ein NPC flucht, ist Jens wahrscheinlich nicht weit. Bei PlayCentral kümmert er sich mit viel Herzblut um alles, was zockt, kracht und Spaß macht. Sei es ein Blockbuster mit Millionenbudget oder ein Indie-Perle mit Retro-Charme. Sein Fachgebiet? Open Worlds, Chaos-Sandboxen und Games, bei denen man "nur mal kurz reinschauen" wollte und dann plötzlich 3 Stunden später noch da sitzt. Immer kritisch, meistens fair und manchmal leicht übermüdet vom letzten Games-Marathon.
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