Artikel

Steam-Malware-Kampagne – FBI nimmt 21-Jährigen in Florida fest

Ein 21-jähriger Mann aus North Lauderdale im US-Bundesstaat Florida ist festgenommen worden, nachdem Ermittler ihm eine Rolle in einer Malware-Kampagne über Steam vorwerfen. Laut einer bundesweiten Strafanzeige soll der Verdächtige gemeinsam mit weiteren bekannten und unbekannten Komplizen Games mit schädlichem Code verbreitet und damit Kryptowährungen im Wert von mindestens umgerechnet rund 220.000 Euro erbeutet haben.

Der Fall zeigt einmal mehr, dass selbst große Plattformen mit automatisierten Schutzmechanismen nicht komplett davor gefeit sind, dass sich Malware vereinzelt über Spiele oder Updates einschleicht. Für PC-Fans ist das Thema besonders heikel, weil Steam für viele der zentrale Hub für neue Releases, Demos und kleine Indie-Projekte ist.

Was die Bundesbehörden dem Verdächtigen vorwerfen

Wer wurde festgenommen? Nach Angaben aus der 15-seitigen Beschwerde, die am 15. Juli 2026 eingereicht wurde, nahm das FBI Zyaire Dontaevious Zamarion Wilkins fest. Ihm wird eine Verschwörung zur Beschaffung von Computerinformationen zum privaten finanziellen Vorteil zur Last gelegt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Wilkins nicht allein gehandelt hat. Stattdessen soll er Teil einer Gruppe gewesen sein, die zwischen Mai 2024 und Februar 2026 insgesamt acht Steam-Titel mit Malware versehen und über einen längeren Zeitraum verteilt in Umlauf gebracht haben.

Magischen Merch entdecken! ✨

Zauberstäbe, Deko & Sammlerstücke – jetzt auf Zauberkram.de. 🧙‍♂️

Zum Shop

Wichtig: Zum Stand vom 25. Juli 2026 wurde Wilkins demnach per Strafanzeige beschuldigt, war aber noch nicht durch eine Grand Jury formell angeklagt.

So lief die Steam-Malware-Kampagne laut Ermittlern ab

Wie viele Geräte sollen betroffen gewesen sein? Laut den Behörden sollen ungefähr 8.000 Geräte infiziert worden sein. Dadurch hätten die Täter Zugriff auf rund 80 Krypto-Wallets erhalten und digitale Vermögenswerte im Wert von mindestens umgerechnet rund 220.000 Euro abziehen können.

Die schädlichen Spiele seien nicht nur still im Store aufgetaucht, sondern auch aktiv beworben worden. Genannt werden unter anderem Discord und Telegram, außerdem Social-Media-Plattformen wie X und LinkedIn. Zusätzlich sollen automatisierte Bots gezielt Personen mit mutmaßlich größeren Krypto-Beständen identifiziert und angeschrieben haben.

Besonders perfide: Mindestens ein Teil der betroffenen Titel soll mit Web3-Anknüpfungspunkten geworben haben. Damit hätten die Angreifer genau jene Zielgruppe angesprochen, die mit höherer Wahrscheinlichkeit ohnehin Kryptowährungen nutzt.

Diese Spiele werden in der Beschwerde namentlich genannt

Welche Steam-Titel sollen kompromittiert gewesen sein? In der Strafanzeige werden fünf Spiele explizit genannt, die Teil der Malware-Kampagne gewesen sein sollen:

  • Dashverse (auch als DashFPS bezeichnet; Release im Mai 2024)
  • Lunara (Release im November 2024)
  • PirateFi (Release im Februar 2025)
  • BlockBlasters (Release im August 2025)
  • Lampy (laut Beschwerde mit einem bösartigen Update im Januar 2026)

Drei weitere Titel werden in dem Dokument zwar erwähnt, aber nicht namentlich genannt. Sie sollen nach Darstellung der Ermittler mittlerweile nicht mehr im Steam-Store verfügbar sein.

Rolle von Sibel.eth und Verbindungen zu früheren Erkenntnissen

Welche Rolle soll Wilkins gespielt haben? Laut den Unterlagen soll Wilkins unter dem Namen Sibel.eth aufgetreten sein. Ihm wird dabei nicht primär die technische Entwicklung oder das Hochladen der infizierten Builds zugeschrieben, sondern eher eine unterstützende Rolle bei Finanzierung, Beschaffung und Vermarktung der Malware.

Aus sichergestellten Nachrichten eines mutmaßlichen Mitbeteiligten sollen Gespräche hervorgehen, in denen es unter anderem um eine Investition von 10.000 US-Dollar in einen Remote-Access-Trojaner, um das Steigern der Downloadzahlen und um Kampagnen zum gezielten Leerräumen von Krypto-Wallets ging.

Ein konkretes Beispiel aus dem Verfahren: PirateFi wurde bereits im Februar 2025 aus Steam entfernt, nachdem betroffene Nutzer demnach über verdächtige Builds informiert worden waren. Zudem steht die neue Beschwerde in Zusammenhang mit einer größeren FBI-Untersuchung zu Steam-Malware, die im März 2026 öffentlich wurde. Damals wurden Lunara, PirateFi und Dashverse bereits als Titel genannt, die im Fokus standen.

Was du jetzt auf Steam beachten solltest

Wie kannst du dich vor Malware in Games schützen? Komplett ausschließen lässt sich so etwas nie, aber du kannst dein Risiko deutlich senken, wenn du bei unbekannten Releases und plötzlichen Updates vorsichtig bist. Gerade bei Projekten, die aggressiv über Social Media beworben werden oder mit Krypto-Funktionen locken, lohnt sich ein zweiter Blick.

Praktisch heißt das: Windows-Sicherheitsfunktionen aktiv lassen, keine dubiosen Tools nebenbei installieren, bei Wallets zusätzliche Schutzmaßnahmen wie starke Passwörter und, wo möglich, Mehrfaktor-Authentifizierung nutzen. Und wenn Steam dich jemals aktiv vor einem Titel oder einer installierten Datei warnt, nimm das ernst und handle sofort.

Wie steht ihr zu Web3-Features in Steam-Games und wie vorsichtig seid ihr bei kleinen Indie-Releases oder Mods? Schreibt es in die Kommentare.

Luna N.

Ich schaue mehr Anime als gesund ist, kenne jeden Intro-Song auswendig und habe beim Zocken schneller die Tasten im Griff als mein eigener Schatten. Wenn ich nicht gerade mit einem Kaffee bewaffnet über neue Story-Ideen grübel, kämpfe ich mich durch Fantasy-Welten – entweder mit dem Controller oder dem Kugelschreiber. Meine größte Schwäche? Limited Editions und Charaktere mit tragischer Hintergrundgeschichte.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Kommentare
Neueste
Älteste Am meisten gewählt
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"