Sony könnte mit der nächsten PlayStation-Generation eines der ärgerlichsten Controller-Probleme angehen. Ein kürzlich veröffentlichtes Patent beschreibt eine neue Analogstick-Konstruktion, bei der die Bewegungen berührungslos durch magnetische Sensoren erfasst werden.
Damit ließe sich der mechanische Verschleiß reduzieren, der bei herkömmlichen Analogsticks zu Stick Drift führen kann. Das Problem sorgt dafür, dass ein Controller Eingaben registriert, obwohl der Stick überhaupt nicht bewegt wird.
Ob die Technik tatsächlich im Controller der PlayStation 6 eingesetzt wird, ist allerdings noch offen. Das Patent erwähnt weder die PS6 noch ein konkretes Produkt. Es zeigt aber, dass sich Sony Interactive Entertainment mit langlebigeren und präziseren Analogsticks beschäftigt.
Sony beschreibt magnetische Analogsticks
Das Patent trägt den Titel „Operating Stick Assembly and Input Device“ und wurde am 2. Juli 2026 unter der Nummer WO2026143037 veröffentlicht. Angemeldet wurde es von Sony Interactive Entertainment im Dezember 2025.
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Im Mittelpunkt steht ein Analogstick, dessen Neigung mit einem berührungslosen Sensor erfasst wird. Als mögliche Ausführung nennt Sony ausdrücklich einen Magnetsensor. Neben anderen magnetischen Verfahren könne dafür auch ein sogenannter TMR-Sensor zum Einsatz kommen.
TMR steht für Tunnel Magnetoresistance. Anders als ein klassisches Potenziometer ermittelt ein solcher Sensor die Position des Sticks über Veränderungen eines Magnetfelds. Die Erfassung erfolgt ohne den elektrischen Schleifkontakt, der bei herkömmlichen Stick-Modulen mit der Zeit verschleißen kann.
Laut Sony soll die Bewegung des Sticks dadurch selbst nach längerer Benutzung weiterhin mit hoher Genauigkeit erkannt werden. Das vollständige Patent lässt sich in der internationalen Patentdatenbank der WIPO einsehen.
Warum herkömmliche Controller Stick Drift entwickeln
In den aktuellen DualSense-Controllern kommen Analogstick-Module mit Potenziometern zum Einsatz. Dabei bewegen sich kleine Kontakte über Widerstandsbahnen, um die Position des Sticks zu erfassen.
Durch häufige Nutzung können sich diese Bauteile abnutzen oder verschmutzen. Das gemessene Signal entspricht dann nicht mehr zuverlässig der tatsächlichen Stickposition. Im Spiel bewegt sich dadurch beispielsweise eine Figur oder Kamera selbstständig.
Magnetische Stick-Sensoren verzichten auf diesen direkten Kontakt bei der Positionserfassung. Sie gelten deshalb als widerstandsfähiger gegen eine zentrale Verschleißursache klassischer Analogsticks. Vollständig unverwüstlich wäre aber auch ein solcher Controller nicht: Federn, Gelenke und weitere bewegliche Komponenten können weiterhin verschleißen.
Patent nennt TMR ausdrücklich als Möglichkeit
In ersten Berichten ist teilweise bereits von einem TMR-Controller für die PlayStation 6 die Rede. Ganz so eindeutig ist die Lage jedoch nicht.
Sony legt sich im Patent nicht auf einen einzelnen Sensortyp fest. Beschrieben wird grundsätzlich ein berührungsloser Neigungssensor. Ein Magnetsensor wird als Beispiel genannt, wobei dieser wiederum als Hall-Sensor oder TMR-Sensor ausgeführt werden könnte.
Die Formulierung zeigt, dass Sony die moderne TMR-Technik zumindest ausdrücklich berücksichtigt. Sie bestätigt aber noch nicht, dass ein zukünftiger PlayStation-Controller zwingend damit ausgestattet wird.
TMR-Sticks werden bereits in verschiedenen Controllern von Drittanbietern eingesetzt. Gegenüber Hall-Effect-Sensoren können sie unter anderem eine hohe Empfindlichkeit mit einem vergleichsweise niedrigen Energieverbrauch verbinden. Gerade für einen kabellosen Controller wäre das interessant.
Zusätzliche Konstruktion soll den Stick stabilisieren
Das Patent beschäftigt sich nicht nur mit der eigentlichen Sensorik. Sony beschreibt außerdem eine Konstruktion, die eine unerwünschte Drehung des Analogsticks um seine eigene Achse begrenzen soll.
Dafür greifen Vorsprünge am beweglichen Teil in entsprechende Führungen des Gehäuses. Die beim Neigen aufgewendete Kraft soll dadurch möglichst vollständig in die gewünschte Bewegung übertragen werden, anstatt teilweise durch eine Drehung verloren zu gehen.
Eine Feder bringt den Stick nach dem Loslassen wieder in seine neutrale Position. Ergänzend ist eine zylindrische Vorspannstruktur vorgesehen, die seitlichen Druck ausübt und das Bauteil stabilisiert. Das soll Spielraum und Klappern reduzieren und gleichzeitig eine präzisere Erfassung ermöglichen.
Sony nennt als Vorteile:
- berührungslose Erfassung der Stickbewegung
- hohe Genauigkeit auch nach längerer Nutzung
- zuverlässige Rückkehr in die Mittelstellung
- weniger unerwünschte Drehbewegungen
- stabilere Führung des beweglichen Stick-Moduls
DualSense Edge löst das Problem nur teilweise
Beim teuren DualSense Edge hat Sony bereits eine Möglichkeit geschaffen, defekte oder driftende Sticks leichter auszutauschen. Die beiden kompletten Stick-Module lassen sich entfernen und durch separat erhältliche Ersatzmodule ersetzen.
Das erleichtert eine Reparatur erheblich, beseitigt die eigentliche Verschleißursache aber nicht. Auch die austauschbaren Module arbeiten weiterhin mit konventioneller Technik und können deshalb grundsätzlich Stick Drift entwickeln.
Magnetische Sensoren wären der nachhaltigere Ansatz: Statt den Austausch eines verschlissenen Moduls zu vereinfachen, soll dessen besonders anfälliger Kontakt erst gar nicht mehr benötigt werden.
Bekommt der PS6-Controller wirklich TMR-Sticks?
Das lässt sich derzeit noch nicht bestätigen. Patente zeigen zunächst nur, welche Ideen ein Unternehmen entwickelt und rechtlich schützen möchte. Viele der darin beschriebenen Erfindungen schaffen es nie in ein kommerzielles Produkt.
Auch die Zuordnung zur PlayStation 6 ist bislang Spekulation. Sony beschreibt lediglich eine Eingabeeinheit, die unter anderem in einem Controller verwendet werden kann. Ein Name, ein finales Controllerdesign oder ein Veröffentlichungstermin werden nicht genannt.
Zeitlich würde die Entwicklung allerdings zu einem möglichen Next-Gen-Controller passen. Die Anmeldung stammt von Ende 2025 und beschäftigt sich mit einem realistischen technischen Problem, für das andere Hersteller bereits marktreife Lösungen anbieten.
Sollte Sony die Konstruktion tatsächlich übernehmen, könnte der PS6-Controller gegenüber dem DualSense einen entscheidenden Vorteil besitzen: Analogsticks, deren Position nicht mehr über verschleißanfällige Potenziometer erfasst wird.
Das Patent ist also noch keine Bestätigung für einen driftfreien PS6-Controller. Nach jahrelangen Beschwerden über DualSense Stick Drift ist es aber ein ziemlich konkretes Zeichen dafür, dass Sony an einer besseren Lösung arbeitet.
Würdet ihr magnetische Analogsticks als wichtigste Verbesserung für den PS6-Controller ansehen oder gibt es andere Funktionen, die Sony dringender überarbeiten sollte? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.





