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JBL Tour Pro 3 im TEST: Reisekopfhörer im In-Ear-Format mit Smart Case, Transmitter und Auracast

Mit den JBL Tour Pro 3 schickt JBL seine Tour-Reihe in die nächste Runde und richtet sich klar an alle, die In-Ears nicht nur für den kurzen Weg zum Supermarkt nutzen, sondern als festen Begleiter im Alltag. Also im Zug, im Büro, im Flugzeug, beim Spazierengehen. Genau in diesen Situationen zählen die Dinge, die bei günstigeren Modellen oft als Erstes wackeln: ein stimmiger Klang, zuverlässiges Noise Cancelling, stabile Verbindungen und vor allem Akkulaufzeiten, bei denen man nicht ständig ans Case denken muss.

Das Besondere ist diesmal aber nicht nur „mehr von allem“, sondern eine Idee, die man im True-Wireless-Markt noch viel zu selten sieht: das Smart Charging Case mit Touchscreen. Diese Ladeschale ist nicht einfach nur eine Transportbox, sondern eine kleine Steuerzentrale. Du kannst damit Einstellungen anpassen und Funktionen bedienen, ohne jedes Mal die App zu öffnen.

Hinweis: Solltet ihr Interesse an den JBL Tour Pro 3 haben, könnt ihr sie unter dem folgenden Link bei MediaMarkt kaufen.

Und noch spannender: Das Case lässt sich auch als Audio-Transmitter nutzen. Bedeutet konkret: Du kannst eine externe Quelle per Kabel anschließen und den Ton anschließend kabellos an die In-Ears senden. Das ist ein Feature, das im Alltag plötzlich extrem sinnvoll wird, sobald man an Situationen denkt, in denen Bluetooth oft nicht sauber funktioniert oder schlicht nicht vorhanden ist. Flugzeug-Entertainment ist das klassische Beispiel, aber auch ältere TVs oder bestimmte Setups am Laptop gehören dazu.

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Spezifikationen der JBL Tour Pro 3

  • Modell: JBL Tour Pro 3
  • UVP (Launch): 299,95 Euro
  • Bluetooth: 5.3 (Earbuds + Case)
  • Treiber: Hybrid Dual-Driver pro Ohr (dynamisch + Balanced Armature)
  • ANC: True Adaptive Noise Cancelling 2.0 mit Echtzeit-Anpassung
  • Mikrofone: 6 Mikrofone + “JBL Crystal AI Algorithm”, Zoom-zertifiziert laut Specsheet
  • Akkulaufzeit (Hersteller): bis zu 11h (ANC aus) / 8h (ANC an) + 3 Case-Ladungen (11+33h bzw. 8+24h)
  • Schnellladen: 10 Min. für bis zu 3h (Hersteller)
  • Laden: USB-C + kabelloses Laden (Case)
  • Smart Charging Case: Touchscreen + Audio-Transmitter (USB-C/AUX) + Auracast-Button
© PlayCentral.de

Was steckt hinter „Tour Pro 3“ – und warum das Case hier der Star ist

Viele True-Wireless-Flaggschiffe sind heute auf einem ähnlichen Niveau: guter Klang, ordentliches ANC, brauchbare App, fertig. Die Tour Pro 3 versuchen sich trotzdem abzuheben – nicht nur über „noch ein bisschen bessere Werte“, sondern über ein Konzept, das im Alltag tatsächlich einen Unterschied machen kann. JBL behandelt das Ladecase nicht als notwendiges Übel, sondern als Teil des Produkts. Und in diesem Fall ist es sogar der Teil, der die Tour Pro 3 am stärksten von der Masse abgrenzt.

Zum einen ist das Case eine Steuerzentrale. Das integrierte Touchdisplay (1,57 Zoll) zeigt wichtige Infos direkt an und erlaubt dir Zugriff auf zentrale Funktionen, ohne dass du sofort die App öffnen musst. Gerade unterwegs ist das praktischer, als es erst mal klingt: Lautstärke, ANC-Modi, Akkustände, Wiedergabe und schnelle Einstellungen sind damit deutlich unmittelbarer erreichbar.

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Der noch spannendere Punkt ist aber die Sender-Funktion: Das Case kann sich per Kabel an eine Quelle hängen und den Ton anschließend kabellos an die In-Ears übertragen. Heißt konkret: Du kannst Audio von AUX- oder USB-C-Quellen einspeisen und musst dich nicht darauf verlassen, dass Bluetooth an der Quelle überhaupt vorhanden ist oder zuverlässig funktioniert.

Genau hier liegt eine typische Schwäche vieler True-Wireless-In-Ears: Sobald du nicht am Smartphone hängst, sondern am TV, Laptop, Flugzeug-Entertainment oder an älteren Geräten, wird’s oft kompliziert. Mit dem Tour-Pro-3-Case umgehst du dieses Problem elegant, weil die Ladeschale den Job des „Senders“ übernimmt.

Unterm Strich sind die Tour Pro 3 damit nicht einfach „nur In-Ears“, sondern ein System aus Earbuds und Case, das gerade für Reisen und wechselnde Geräte-Setups deutlich sinnvoller gedacht ist als bei den meisten Konkurrenten.

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Design & Verarbeitung: groß geraten, aber durchdacht

Optisch geben sich die Tour Pro 3 eher zurückhaltend. Kein übertriebenes „Lifestyle-Statement“, sondern ein funktionales Design, das im Alltag nicht stört. Spannender ist ohnehin, wie sich die In-Ears in der Hand anfühlen und wie sauber alles verarbeitet ist. Case und Earbuds wirken insgesamt hochwertig, die Spaltmaße passen, und auch die Mechanik im Case macht einen stabilen Eindruck.

Was man aber direkt merkt: Die Tour Pro 3 sind nicht die kleinsten In-Ears auf dem Markt. Sie sitzen etwas präsenter im Ohr als manche ultrakompakten Modelle. Das muss kein Nachteil sein, bedeutet aber: Der Sitz steht und fällt stärker mit dem richtigen Aufsatz. JBL scheint sich dessen bewusst zu sein und legt beim Zubehör erfreulich großzügig nach.

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Im Lieferumfang findest du fünf unterschiedliche Silikon-Tip-Größen sowie zusätzlich Foam-Tips. Das ist mehr als nur „Beipack“, weil es in der Praxis zwei Dinge massiv beeinflusst: Komfort und Abdichtung. Und eine gute Abdichtung ist bei True Wireless die halbe Miete. Sie entscheidet mit darüber, wie kräftig der Bass wirkt, wie stabil das ANC arbeitet und ob die Earbuds bei Bewegung sicher sitzen oder ständig nachjustiert werden müssen.

Smart Charging Case: Touchscreen, der wirklich Sinn ergeben kann

Die Grundsteuerung funktioniert so, wie man es bei modernen True-Wireless-In-Ears erwartet: Über Touch-Gesten direkt an den Earbuds regelst du die wichtigsten Dinge wie Wiedergabe, Titelwechsel, Lautstärke, Anrufe und die Umschaltung zwischen ANC und Transparenz. Im Alltag ist das die Basis, die einfach sitzen muss, weil man unterwegs nicht erst im Menü suchen will.

Das Smart Charging Case ist bei den Tour Pro 3 nicht einfach ein nettes Extra, sondern der Mittelpunkt des Konzepts. Der Touchscreen wirkt auf den ersten Blick wie ein Spielzeug, ergibt aber erstaunlich schnell Sinn, sobald man die In-Ears im Alltag wirklich nutzt. Denn statt jedes Mal das Smartphone zu entsperren und in der App zu suchen, bekommst du viele Dinge direkt dort, wo du sie ohnehin in der Hand hast: am Case.

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Im Kern macht das Display zwei Dinge besonders praktisch: Es gibt dir sofortige Übersicht und schnellen Zugriff. Du siehst Akkustände auf einen Blick, kannst die Wiedergabe steuern und zentrale Einstellungen abrufen, ohne den Umweg über die App. Gerade unterwegs ist das mehr als Komfort: Im Zug oder am Gate willst du nicht erst durchs Handy-Menü klicken, nur um mal eben den Modus zu wechseln.

Wichtig ist dabei die richtige Einordnung: Der Touchscreen ist nicht deshalb spannend, weil er Benachrichtigungen anzeigen kann. Das ist ein netter Bonus, aber kein Kaufgrund. Der echte Mehrwert liegt darin, dass du Funktionen wie ANC-Modi, EQ-Profile oder andere wichtige Einstellungen schneller und direkter erreichst. Es fühlt sich weniger nach „ich muss die App bedienen“ an und mehr nach „ich kontrolliere die Earbuds einfach“.

Genau so sollte ein Smart Case funktionieren: nicht als Show-Feature, sondern als Abkürzung im Alltag.

App & Features: Personi-Fi, EQ und Automatik-Funktionen

Wenn du die Tour Pro 3 einfach nur „einstecken und hören“ willst, funktionieren sie auch ohne große Einarbeitung. Den vollen Charakter spielen sie aber erst aus, wenn man sich einmal kurz mit der JBL Headphones App beschäftigt. JBL liefert hier nicht nur ein paar Presets, sondern ein ziemlich komplettes Set an Funktionen, mit dem du Klang, Bedienung und Alltagssituationen gezielt auf dich zuschneiden kannst.

Ein zentrales Feature ist Personi-Fi 3.0. Dahinter steckt ein Hörtest, aus dem die App ein personalisiertes Klangprofil erstellt. Die Idee ist simpel: Nicht jedes Ohr hört exakt gleich, und kleine Unterschiede zwischen links und rechts sind völlig normal. Personi-Fi versucht, diese Unterschiede auszugleichen und dir einen Sound zu geben, der subjektiv „richtiger“ wirkt, ohne dass du selbst am EQ herumfummeln musst.

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Wenn du lieber selbst Hand anlegst, gibt es natürlich auch einen Equalizer und weitere Sound-Optionen. Damit kannst du die Abstimmung schnell in deine Richtung schieben, etwa etwas weniger Bass, mehr Präsenz bei Stimmen oder eine insgesamt neutralere Linie. Das ist besonders praktisch, weil In-Ears je nach Tip-Wahl und Ohrform ohnehin etwas unterschiedlich wirken können.

Dazu kommen Funktionen, die im Alltag wirklich helfen können: Smart Ambient passt Transparenz und Umgebungswahrnehmung flexibel an, während Smart Talk erkennt, wenn du zu sprechen beginnst, und die Wiedergabe automatisch reduziert oder pausiert. Das ist genau die Art Komfort-Automatik, die man erst für unnötig hält, bis man sie ein paar Mal im Alltag benutzt.

Und weil Passgenauigkeit bei True Wireless immer ein Thema ist, hat JBL auch einen Fit-Check, der dir hilft, die Abdichtung zu beurteilen. Ergänzt wird das Ganze durch Suchfunktionen, falls ein Earbud mal zwischen Sofa, Rucksack oder Jackentasche verschwindet. Insgesamt wirkt die App nicht wie ein Pflichtprogramm, sondern eher wie ein Werkzeugkasten, aus dem man sich genau das nimmt, was man im eigenen Alltag wirklich braucht.

ANC & Transparenz: sehr stark, aber die Spitzenklasse bleibt eng

Beim Noise Cancelling setzen die Tour Pro 3 auf True Adaptive Noise Cancelling 2.0. Statt dir nur ein paar feste Stufen hinzuknallen, arbeitet das System dynamisch: Es beobachtet permanent, wie laut und „welche Art“ Geräusche um dich herum stattfinden, und passt die Unterdrückung in Echtzeit an. Das ist genau der Ansatz, den man von modernen Premium-In-Ears erwartet, weil die Realität eben nicht aus einem konstanten Geräuschpegel besteht, sondern aus wechselnden Situationen. Mal Bahn, mal Straße, mal Büro, mal Café.

© JBL

In der Praxis ist die große Stärke von gutem ANC vor allem die Reduktion von tieffrequentem Grundrauschen. Also dieses dumpfe Wummern von Motoren, Klimaanlagen oder Zugfahrten. Genau dort bringt ANC den größten Effekt, weil es die Umgebung nicht nur leiser macht, sondern auch den Kopf „entstresst“. Bei Stimmen, Durchsagen oder plötzlichen Geräuschspitzen bleibt es wie bei praktisch allen In-Ears: Das wird deutlich abgeschwächt, aber nicht komplett ausgelöscht. Und genau deshalb ist die Spitzenklasse so eng. Viele Flaggschiffe sind hier inzwischen so gut, dass sich Unterschiede oft eher im Feintuning zeigen als in einem „Wow, das eine kann’s, das andere nicht“.

Klang: warm, detailliert und erstaunlich erwachsen

Klanglich sind die Tour Pro 3 genau da stark, wo es bei True-Wireless-Flaggschiffen am Ende wirklich zählt: Sie klingen nicht nur „beeindruckend“ in den ersten fünf Minuten, sondern insgesamt ausgewogen und kontrolliert, ohne dabei langweilig zu werden. Der Sound hat eine leicht warme Grundtönung, wirkt aber gleichzeitig detailreich genug, um Stimmen, Gitarren, Synth-Flächen oder feine Percussion sauber voneinander zu trennen. Das klingt erwachsen, nicht nach übertriebenem Effekt-Tuning.

Bass: druckvoll, aber nicht matschig

JBL ist traditionell nicht bassscheu, und auch hier bekommst du spürbaren Druck. Der Unterschied ist: Der Bass wirkt nicht wie eine pauschale Bass-Anhebung, die alles zudeckt, sondern eher wie ein sauberer, fester Unterbau. Gerade Subbass-Passagen haben Tiefe, bleiben aber kontrolliert. Dadurch funktionieren die Tour Pro 3 nicht nur bei Pop, Hip-Hop oder elektronischer Musik, sondern auch bei Tracks, die schnell unübersichtlich werden. Das Klangbild bleibt stabil, statt zu „pumpen“ oder in den Mitten zuzuschmieren.

Mitten & Stimmen: präsent genug, ohne künstlich zu wirken

Stimmen stehen angenehm natürlich im Mix, nicht zu nasal, nicht zu zurückgenommen. Podcasts und Videos profitieren davon, weil Sprache klar bleibt und nicht im Bass verschwindet. Bei Instrumenten wirken vor allem Gitarren und Klavier ordentlich definiert, ohne dass der Kopfhörer versucht, alles künstlich „hell“ zu machen.

Höhen: fein aufgelöst, ohne ständig scharf zu werden

Die Höhen liefern Details, ohne dass es schnell zischelt. Das ist wichtig, weil viele In-Ears in der Premium-Klasse hier entweder zu vorsichtig sind (dann wirkt es stumpf) oder zu aggressiv (dann wird’s bei längeren Sessions anstrengend). Die Tour Pro 3 sitzen angenehm in der Mitte: klar, aber nicht unangenehm.

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Warum das so wirkt: Hybrid Dual-Driver

Der technische Unterbau passt dazu. JBL nutzt ein Hybrid Dual-Driver-System: Ein dynamischer Treiber kümmert sich um Bass und Grundton, ein Balanced-Armature-Treiber übernimmt die feinere Auflösung in den höheren Frequenzen. Genau diese Aufgabenteilung kann helfen, Bassdruck und Detailzeichnung zusammenzubringen, ohne dass das Klangbild auseinanderfällt.

Und das Beste: Selbst wenn dir die Grundabstimmung schon gefällt, hast du mit EQ und Personi-Fi genug Spielraum, um den Sound entweder neutraler zu ziehen, Stimmen präsenter zu machen oder den Bass etwas zu zähmen. Kurz gesagt: Die Tour Pro 3 klingen von Haus aus rund, lassen dir aber trotzdem die Kontrolle, wenn du dir „dein“ Profil bauen willst.

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Transmitter-Modus: der Reise-Hack, den viele erst zu spät entdecken

Das ist der Punkt, an dem die Tour Pro 3 für viele plötzlich „anders“ werden als klassische True-Wireless-In-Ears. Normalerweise sind Earbuds komplett auf Bluetooth angewiesen. Solange du am Smartphone hörst, ist alles entspannt. Sobald du aber an eine Quelle willst, die kein Bluetooth hat oder bei der Bluetooth gerne mal nervt, beginnt das typische Theater: Adapter, Pairing-Probleme, Latenz, oder am Ende doch wieder Kabel.

Bei den Tour Pro 3 übernimmt das Case genau diese Rolle. Du kannst mit den beiliegenden Kabeln eine USB-C- oder 3,5-mm-Quelle an das Ladecase anschließen, und das Case sendet den Ton anschließend kabellos an die Earbuds. Das wirkt im ersten Moment wie ein Nerd-Feature, ist aber in der Praxis eine ziemlich elegante Lösung, weil du damit viele typische Bluetooth-Hürden einfach umgehst.

Was das im Alltag konkret bedeutet, merkt man sofort an den klassischen Szenarien:

Im Flugzeug kannst du das Bord-Entertainment nutzen, ohne Kabelgewusel und ohne Glückspiel, ob irgendein Pairing überhaupt möglich ist.

Am TV bist du nicht darauf angewiesen, ob der Fernseher Bluetooth sauber implementiert oder ob es spürbare Verzögerungen gibt. Das Case macht die Verbindung stabiler und planbarer, auch wenn es natürlich weiterhin vom jeweiligen Setup abhängt.

Am PC kannst du dir in vielen Fällen sparen, das Handy als Zwischenlösung zu benutzen. Statt „Laptop kann nicht richtig“ oder „Windows macht wieder Windows“ steckst du die Quelle ans Case und hörst einfach.

Unterm Strich ist der Transmitter-Modus kein Gimmick, sondern ein echtes Reise- und Wohnzimmer-Feature. Und genau deshalb ist es einer dieser Punkte, die viele erst dann richtig schätzen, wenn sie einmal in einer Situation waren, in der normale True-Wireless-In-Ears sonst scheitern.

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Auracast: starkes Feature, das gerade erst in den Alltag reinwächst

Auracast ist so ein Feature, das man leicht abtut, weil es noch nicht überall selbstverständlich ist. Gleichzeitig ist es genau die Art Technik, die in den nächsten Jahren deutlich wichtiger werden dürfte. Die Idee ist simpel: Statt dass sich ein Kopfhörer klassisch „eins zu eins“ mit einer Quelle koppelt, kann eine Quelle Audio als Broadcast senden. Mehrere kompatible Empfänger können dann gleichzeitig zuhören.

JBL integriert Auracast bei den Tour Pro 3 über das Smart Case, inklusive einer eigenen Taste direkt am Display, um Audio zu teilen oder entsprechende Funktionen aufzurufen. Das passt perfekt zur Philosophie der Tour-Pro-Reihe, weil es wieder um Alltag und Reisen geht: schnelle Bedienung, wenig Umwege, flexibel in Situationen, in denen andere In-Ears nur „Bluetooth-Standard“ können.

Der Haken ist aktuell weniger die Technik, sondern die Realität: Auracast ist noch nicht an dem Punkt, an dem du überall selbstverständlich passende Sender und Empfänger vorfindest. Ob du es heute wirklich nutzt, hängt stark davon ab, ob deine Geräte und dein Umfeld Auracast überhaupt schon unterstützen. Genau deshalb sollte man es nicht als Kaufgrund Nummer eins sehen, sondern eher als ein Bonus mit Zukunft.

Als „Futureproof“-Argument macht es aber Sinn. Gerade an Orten, an denen viele Menschen zusammenkommen, könnte Auracast langfristig sehr praktisch werden: Flughäfen, Bahnhöfe, öffentliche Räume, Events. Und im privaten Bereich ist die Vorstellung ebenfalls reizvoll: Audio teilen, ohne irgendeine bastelige Doppel-Kopplung oder Umwege. Kurz gesagt: Noch nicht überall Alltag, aber genau die Richtung, in die moderne Audio-Features gerade gehen.

Mikrofon & Telefonie: innen stark, draußen situationsabhängig

JBL nimmt Telefonie bei den Tour Pro 3 sichtbar ernst. Die In-Ears arbeiten mit sechs Mikrofonen, dazu kommen Beamforming und ein „JBL Crystal AI Algorithmus“, der die Stimme betonen und Störgeräusche im Hintergrund reduzieren soll. Außerdem nennt JBL eine Zoom-Zertifizierung, also eine klare Ausrichtung auf Calls und Meetings.

Im Alltag ist genau hier die sinnvollste Einordnung: Innenräume sind die Paradedisziplin. Im Büro, im Homeoffice oder in ruhigeren Umgebungen profitieren Calls davon, dass die Stimme stabil aufgenommen wird und nicht ständig von Nebengeräuschen „weggezogen“ wird. Wer regelmäßig Teams- oder Zoom-Meetings macht, bekommt damit ein Setup, das in den meisten Fällen wirklich angenehm nutzbar ist.

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Draußen kippt das Bild naturgemäß in Richtung Kompromiss. Wind, Verkehr und generell unruhige Geräuschkulissen sind für True-Wireless-Mikros extrem schwer sauber zu trennen. Die Tour Pro 3 können hier zwar viel filtern, aber das Ergebnis wird nicht immer „studio- oder podcast-clean“. Für normale Anrufe unterwegs reicht es in der Regel vollkommen, nur sollte man nicht erwarten, dass ein In-Ear an einer stark befahrenen Straße so klingt wie ein dediziertes Mikrofon.

Kurz gesagt: Für Büro und Meetings sehr solide, für Outdoor-Telefonie gut nutzbar, aber mit den typischen physikalischen Grenzen, die fast alle In-Ears teilen.

Bluetooth, Multipoint & Reichweite: modern, aber nicht unfehlbar

Bei einem Premium-Modell wie den Tour Pro 3 erwartet man zurecht ein aktuelles Funkpaket. Bluetooth 5.3 und Multipoint gehören hier schlicht zum Pflichtprogramm, weil genau das im Alltag den Unterschied macht: Handy und Laptop parallel, kein ständiges Neuverbinden, weniger Frust beim Wechsel zwischen Arbeit und Freizeit.

Trotzdem gilt auch in dieser Preisklasse: Funk bleibt Funk. In der Praxis hängt die Reichweite nicht nur vom Kopfhörer ab, sondern genauso von der Umgebung und dem Sendergerät. In einer normalen Wohnung ist ein Raumwechsel oft problemlos, je mehr Wände und Störquellen dazwischenliegen, desto eher kann die Verbindung empfindlicher werden.

Akkulaufzeit: ein echtes Argument im Alltag

Bei True-Wireless-In-Ears entscheidet die Akkulaufzeit oft darüber, ob ein Modell im Alltag „einfach läuft“ oder ob man ständig nachladen muss. Die Tour Pro 3 positionieren sich hier ganz klar als Ausdauer-Kandidaten. JBL gibt bis zu 11 Stunden pro Ladung ohne ANC an. Mit aktivem Noise Cancelling sollen es bis zu 8 Stunden sein. Dazu kommen laut Hersteller drei volle Zusatzladungen über das Case, was in Summe auf bis zu 44 Stunden ohne ANC beziehungsweise bis zu 32 Stunden mit ANC hinausläuft.

Mindestens genauso wichtig ist im Alltag das Thema „Ich hab’s vergessen zu laden“: Dafür gibt’s Schnellladen. Laut JBL reichen 10 Minuten, um wieder bis zu 3 Stunden Hörzeit herauszuholen. Das ist genau die Art Notfall-Boost, die man auf Reisen oder vor dem Rausgehen lieben lernt.

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Und weil man in dieser Klasse auch Komfort erwartet, unterstützt das Case laut Hersteller zudem kabelloses Laden. Du kannst es also einfach auf ein Qi-Pad legen, statt immer ein Kabel einzustecken.

Wichtig bleibt die ehrliche Einordnung: Solche Laufzeiten hängen stark davon ab, wie laut du hörst, welcher Codec aktiv ist, wie oft du zwischen ANC und Transparenz wechselst und wie „anstrengend“ die Umgebung für das ANC ist. Trotzdem ist die Richtung klar. Selbst wenn du im Alltag unter den Maximalwerten landest, spielen die Tour Pro 3 bei der Ausdauer in der Premium-Klasse ganz vorne mit.

Fazit von Patrik Hasberg

Für Feature-Fans und Vielreisende ein echtes Statement

Die JBL Tour Pro 3 sind Premium-In-Ears, die nicht nur über „guten Klang und gutes ANC“ kommen wollen, sondern über ein durchdachtes Gesamtpaket. Alles ist klar auf Alltag und Reisen ausgelegt: lange Laufzeiten, viele sinnvolle Software-Funktionen, Automatik-Features, die wirklich helfen können, und ein Setup, das nicht ständig nach dem Smartphone verlangt.

Der eigentliche Trumpf ist dabei das Smart Charging Case. Der Touchscreen ist nicht einfach Show, sondern kann im Alltag tatsächlich Handgriffe sparen, weil wichtige Funktionen schneller erreichbar sind. Und der Transmitter-Modus ist das Feature, das die Tour Pro 3 spürbar von klassischen True-Wireless-Modellen absetzt. Gerade auf Reisen oder am TV macht diese Lösung die In-Ears flexibler, weil du nicht darauf angewiesen bist, dass Bluetooth an jeder Quelle sauber funktioniert.

Ganz ohne Haken ist das Konzept aber nicht. Das Case fällt größer aus als bei vielen Konkurrenten, die Funkperformance ist nicht in jeder Umgebung unverwundbar, und wie gut die Earbuds am Ende sitzen, bleibt bei True Wireless immer auch eine Frage der eigenen Ohrform. Wenn der Fit passt und du die Case-Extras wirklich nutzt, sind die Tour Pro 3 aber genau die Art Produkt, die nicht nur gut funktioniert, sondern im Alltag wirklich einen Unterschied machen kann.

✅ Pro

  • Sehr starker, warmer und detailreicher Klang
  • Sehr gutes ANC im Alltag
  • Smart Case mit Touchscreen als echter Mehrwert
  • Transmitter-Funktion (USB-C/AUX) für Flugzeug, TV, PC
  • Extrem lange Laufzeiten, Schnellladen und Wireless Charging
  • Viele App-Features, Personi-Fi 3.0, EQ, Smart Talk

❌ Kontra

  • Case größer als der Durchschnitt
  • Bluetooth-Reichweite könnte besser sein
  • Fit bleibt subjektiv, Earbuds gelten teils als groß

Wenn du In-Ears suchst, die unterwegs nicht nur gut klingen, sondern dir auch technische Umwege abnehmen, sind die Tour Pro 3 eines der spannendsten Gesamtpakete in dieser Klasse.

Patrik Hasberg

Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.
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