Kurz vor dem Release von Silent Hill: Townfall ist das internationale Testembargo gefallen. Die ersten Wertungen zeichnen dabei ein überwiegend positives Bild: Der ungewöhnliche neue Ableger überzeugt viele Kritiker vor allem mit seiner bedrückenden Atmosphäre, dem schottischen Schauplatz, starken Rätseln und dem Wechsel in die Ego-Perspektive. Ganz ohne Kritik kommt die Rückkehr in den Nebel allerdings nicht davon.
Auf Metacritic steht die PS5-Version aktuell bei einem Metascore von 81 Punkten. Von 56 erfassten Kritiken fallen 43 positiv und zwölf gemischt aus; eine negative Wertung gibt es bislang nicht.
Bei OpenCritic sieht es ähnlich aus. Dort erreicht Silent Hill: Townfall derzeit einen Durchschnitt von rund 82 Punkten, etwa 90 Prozent der Kritiker empfehlen das Spiel. Die Zahlen können sich mit weiteren Tests in den kommenden Tagen noch verändern.
Die besten Wertungen für Silent Hill: Townfall
Besonders begeistert zeigen sich Digital Spy und Noisy Pixel, die auf Metacritic jeweils mit umgerechnet 100 Punkten geführt werden. Digital Spy sieht eine gelungene Mischung aus Elementen von Alien: Isolation, den Ego-Ablegern von Resident Evil und der typischen Silent-Hill-DNA. Noisy Pixel hebt wiederum die unvorhersehbare Geschichte, die Atmosphäre, die Rätsel und das Survival-Horror-Gameplay hervor.
Auch COGconnected ist mit 91 Punkten ausgesprochen angetan. Besonders positiv bewertet wird dort, wie die Ego-Perspektive das Gefühl von Unsicherheit und Bedrohung verstärkt. Die Rätsel sollen sich organisch in die Welt einfügen, während Stealth eine deutlich größere Rolle spielt als in vielen früheren Serienteilen.
DualShockers, GameSpew, GAMINGbible, PlayStation LifeStyle, GamingBolt und mehrere weitere Magazine vergeben jeweils 90 Punkte. Besonders häufig tauchen in diesen Tests drei Stärken auf: die Geschichte, die beklemmende Atmosphäre und der Mut, die gewohnte Silent-Hill-Formel stärker zu verändern.
Auch Tom’s Guide fällt ausgesprochen positiv aus und bezeichnet Townfall sogar als den stärksten Silent-Hill-Teil seit rund 25 Jahren. Gelobt werden insbesondere Atmosphäre, Bildsprache und Sounddesign sowie die Entscheidung, die Reihe nach Schottland und in die Ego-Perspektive zu verlegen.
IGN und Eurogamer sehen einen starken Serienteil
Etwas zurückhaltender, aber immer noch positiv fällt das Urteil von IGN aus. Dort erhält Silent Hill: Townfall 8 von 10 Punkten. Auch Eurogamer Deutschland landet bei umgerechnet 80 Punkten und sieht die Stärken insbesondere bei den Figuren, der Erkundung und den Rätseln.
TechRadar kommt ebenfalls auf ein positives Gesamturteil. Gelobt werden die Art Direction, die Rätsel und das Zusammenspiel aus Stealth, Erkundung und gelegentlichen Kämpfen. Weniger überzeugend seien dagegen die Monstergestaltung, einige Gesichtsanimationen und die emotionale Wirkung der Geschichte im Vergleich mit anderen Silent-Hill-Spielen.
Dasselbe Muster findet sich in zahlreichen weiteren Tests: Townfall scheint seine größte Stärke immer dann auszuspielen, wenn es Spieler erkunden, rätseln und sich vor Bedrohungen verstecken lässt.
Ego-Perspektive ist für viele Kritiker kein Problem
Vor dem Release gehörte der Wechsel in die First-Person-Perspektive zu den größten Fragezeichen. Die klassische Reihe wurde schließlich vor allem durch ihre Third-Person-Kamera geprägt.
In den Tests scheint diese Entscheidung jedoch überwiegend aufzugehen. Mehrere Magazine betonen sogar, dass die Ego-Perspektive die Klaustrophobie und Hilflosigkeit verstärkt. Besonders in Verbindung mit dem stärkeren Fokus auf Stealth soll Townfall dadurch eine eigene Identität entwickeln.
Auch der neue Schauplatz kommt gut an. Statt der namensgebenden amerikanischen Kleinstadt verschlägt es Spieler nach St. Amelia in Schottland. Die verlassene Küstenstadt gehört für viele Kritiker zu den Highlights und wird immer wieder für ihr Environmental Storytelling und ihre bedrückende Gestaltung gelobt.
Stealth ist gleichzeitig eine der größten Schwächen
Genau dort liegt allerdings auch einer der häufigsten Kritikpunkte.
Während einige Tester das stärkere Schleichen ausdrücklich begrüßen, empfinden andere Magazine die entsprechenden Passagen als frustrierend. VGC vergibt beispielsweise lediglich 3 von 5 Punkten und spricht von hervorragendem Horror, der durch besonders ärgerliche Stealth-Momente ausgebremst werde.
Auch bei niedrigeren Metacritic-Wertungen taucht dieser Punkt regelmäßig auf. 4P.de kommt auf 75 Punkte und kritisiert insbesondere einzelne Gegner beziehungsweise Abschnitte, die die eigenen Regeln des Spiels unterlaufen. The Games Machine und SpazioGames sehen ebenfalls Probleme in der zweiten Spielhälfte, beim Gegnerverhalten, Ressourcenmanagement und beim Pacing.
Damit scheint gerade das Stealth-System einer der Aspekte zu sein, an denen sich die Meinungen am stärksten unterscheiden.
Einige Kritiker vermissen stärkere Monster und eine emotionalere Geschichte
Ein weiterer wiederkehrender Kritikpunkt betrifft die Gegner. Mehrere Tester empfinden die Monster-Vielfalt als zu gering beziehungsweise die Kreaturendesigns als weniger einprägsam als bei früheren Serienteilen.
Auch bei der Geschichte gehen die Meinungen auseinander. Während viele Reviews gerade die Handlung und das Thema von Schuld und Trauma loben, halten andere Magazine die Erzählung für zu offensichtlich oder emotional weniger wirkungsvoll.
Polygon kritisiert beispielsweise, dass Townfall seine zentralen Aussagen teilweise zu deutlich erkläre und dadurch nicht dieselbe verstörende Wirkung wie ein Silent Hill 2 entwickle.
Zu den niedrigsten bisher erfassten Metacritic-Wertungen gehören Cultura Geek, The Outerhaven und Respec mit jeweils 60 Punkten. Dort stehen vor allem schwerfälliges Gameplay, Probleme mit Stealth und strukturelle Schwächen im Mittelpunkt.
Keine einzige wirklich negative Kritik auf Metacritic
Trotz dieser Kritik ist das Gesamtbild bemerkenswert geschlossen. Bei den aktuell 56 auf Metacritic erfassten PS5-Tests gibt es keine einzige als negativ eingestufte Rezension. Rund 78 Prozent der Kritiken gelten als positiv, 22 Prozent als gemischt.
Damit setzt sich die jüngste Erfolgsserie der Marke vorerst fort. Nach dem Remake von Silent Hill 2 und Silent Hill f scheint Konamis Strategie, unterschiedliche Entwickler mit sehr eigenen Interpretationen der Reihe arbeiten zu lassen, erneut aufzugehen.
Townfall stammt von Screen Burn Interactive, dem früher unter dem Namen No Code bekannten Studio hinter Stories Untold und Observation. Statt einfach einen weiteren klassischen Silent-Hill-Teil zu entwickeln, setzt das Team auf Ego-Perspektive, stärkeren Stealth-Fokus und einen komplett neuen Schauplatz.
Das sagen die internationalen Tests im Überblick
| Medium | Wertung |
|---|---|
| Digital Spy | 100 |
| Noisy Pixel | 100 |
| COGconnected | 91 |
| DualShockers | 90 |
| GameSpew | 90 |
| GAMINGbible | 90 |
| PlayStation LifeStyle | 90 |
| GamingBolt | 90 |
| Game Rant | 90 |
| Game Informer | 83 |
| GamePro Deutschland | 82 |
| IGN | 80 |
| Eurogamer Deutschland | 80 |
| TechRadar Gaming | 80 |
| 4P.de | 75 |
| Push Square | 70 |
| TheGamer | 70 |
| Insider Gaming | 70 |
| Cultura Geek | 60 |
| The Outerhaven | 60 |
| Respec | 60 |
Die Bandbreite zeigt ganz gut, wo Townfall steht: Die wenigsten Kritiker halten das Spiel für misslungen, aber nicht alle sind von den experimentelleren Entscheidungen gleichermaßen überzeugt.
Silent Hill: Townfall startet diese Woche
Silent Hill: Townfall erscheint am 24. September 2026 für PS5 und PC. Käufer einer entsprechenden Deluxe-Version können bereits früher starten; der Early Access beginnt am 22. September.
Mit einem Metascore knapp über 80 Punkten zeichnet sich jedenfalls bereits ab, dass Konamis Wiederbelebung der Silent-Hill-Reihe mit Townfall nicht abreißt. Ob der stärkere Fokus auf Ego-Perspektive und Stealth auch bei den Spielern so gut ankommt wie bei einem Großteil der Presse, zeigt sich in den kommenden Tagen.
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