Konami hat für die Entwicklung der jüngsten und kommenden Silent Hill-Teile bewusst verschiedene Entwicklerstudios verpflichtet. Dieser Umstand könnte vor allem einen Grund haben: Diversittät.
Sowohl in Sachen Geschichte als auch in der Optik setzt Konami auf Abwechslung. Nachdem das Franchise eine ganze Weile sehr unauffällig war, musste eine neue Strategie her, um an alte Erfolge anzuknüpfen. Und die Taktik scheint aufzugehen, wie der Erfolg von Silent Hill: Townfall zeigt.
Der jüngste Ableger der Horror-Survival-Reihe wurde von dem schottischen Studio Screen Burn Interactive entwickelt und spielt ebenda: Auf der fiktiven schottischen Insel St. Amelia, im Jahr 1996.
Silent Hill-Teile sollen sich nicht gegenseitig beeinflussen
Screen Burn-Game Director Jon McKellan erklärt (via VGC) bei der London Comic Con etwas genauer, wie die Stragie von Konami aussieht. Ihm zufolge haben die jeweiligen Studios nichts von den anderen Projekten gewusst, bis diese offiziell bekannt wurden.
Zudem habe vor allem Produzent Motoi Okamoto selbst im Anschluss noch strikt darauf geachtet, dass sich „die Projekte nicht gegenseitig beeinflussen und ihre Eigenständigkeit nicht zu sehr beeinträchtigt wird“.
„Die Vereinbarung sah meines Wissens so aus, dass er und sein Team alles aus sämtlichen Spielen unter die Lupe nehmen würden. Sollten sie dabei feststellen, dass etwas, das wir taten, einem anderen Werk vielleicht ein wenig zu ähnlich war, würden sie einschreiten und uns darauf hinweisen: ‚Hier solltet ihr vielleicht nachbessern‘ oder ‚Hier solltet ihr vielleicht eine andere Richtung einschlagen‘. Sie würden uns dabei jedoch nicht unbedingt genau sagen, worum es sich handelte.“
Viele Entwickler sind selbst Fans von Silent Hill
McKellan betonte, dass dies für das Team kein Problem darstellte – im Gegenteil: Es sei eine gute Lösung, da so jedes Spiel völlig eigenständig bleiben kann. Gleichzeitig ermöglichte es dem „Townfall“-Team – von denen viele ohnehin bereits Fans von Silent Hill waren –, sich weiterhin auf die anderen Titel in der Entwicklung zu freuen, wenn sie diese schließlich zu Gesicht bekamen.
„Wir wurden zwar gewissermaßen im Ungewissen gelassen, aber auf eine positive Art: Wir hatten nie das Gefühl, einem übergeordneten Masterplan folgen zu müssen. Es war nicht wie bei einer ‚Marvel-Phase‘, in der man genau seinen Platz zugewiesen bekommt und sich strikt an die Vorgaben halten muss – wir konnten bei unserer Arbeit völlig frei agieren.“
Bei all der kreativen Freiheit habe Konami lediglich ein Mal eingreifen müssen, soweit sich McKellan erinnert. Dabei ging es um einen Entwurf für einen Gegner, der den Verantwortlichen zu nah am Original eines früheren Teils war. Gleichzeitig habe das schottische Studio ein gutes Gefühl dabei gehabt, zu wissen, dass Konami eingreift, sollte Screen Burn Interactive vom richtigen Weg abkommen.
Das neuerliche Erfolgsrezept
Da die Formel aufgeht, wird Konami auch weiterhin daran festhalten. Auf der diesjährigen Gamescom erklärte Motoi Okamoto: „Es gibt noch viele Projekte, die sich in Arbeit befinden, und sehr unangekündigte Titel.“ Dadurch wolle man einen jährlichen Veröffentlichungszyklus gewährleisten und den Horror-Fans stetig neue Erlebnisse liefern.
Für die jüngsten Remakes, die noch in Silent Hill spielen, war beispielsweise das polnische Studio Bloober Team verantwortlich. Das 2024 veröffentlichte „The Short Message“, war der erste Ableger mit einem anderen Setting: einem verlassenen Apartmentkomplex in Deutschland. Entwickelt wurde das Spiel von Konami Digital Entertainment und dem japanischen Studio HexaDrive.
Für „Silent Hill f“ war indes das chinesische Studio NeoBards Entertainment verantwortlich. Der Ableger erschien im September 2025 und ist in der japanischen Kleinstadt Ebisugaoka der 60er-Jahre angesiedelt.
Übernimmt sich Konami womöglich oder fändest du jährlichen Silent Hill-Nachschub gut? Was hälst du von der Vorgehensweise mit den unterschiedlichen Studios und der daraus resultierenden Eigenständigkeit der Teile? Schreib deine Meinung gern in die Kommentare.
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