Mit Resident Evil 7: Biohazard gelang Capcom 2017 ein bemerkenswerter Neustart der traditionsreichen Horrorreihe. Statt spektakulärer Action setzte das Studio wieder stärker auf Survival-Horror, eine bedrückende Atmosphäre und erstmals in einem Hauptteil auf die Ego-Perspektive.
Doch hinter den Kulissen verlief die Entwicklung offenbar alles andere als reibungslos. Der ehemalige Capcom-Produzent Miguel Corti hat auf Bluesky ausführlich über die Entstehung des Spiels gesprochen und dabei überraschend offen eingeräumt, dass zahlreiche Schwächen schon damals bekannt waren.
Viele dieser Probleme seien während der Entwicklung deutlich erkennbar gewesen, erklärte Corti. Trotzdem habe man sie weitgehend ignoriert.
Resident Evil 7 wurde mehrfach grundlegend überarbeitet
Laut Corti lässt sich die schwierige Entwicklung vor allem auf die Reaktionen auf Resident Evil 6 zurückführen. Während die Verantwortlichen bei Capcom mit dem kommerziellen Erfolg zufrieden waren, wollten die Entwickler wieder stärker von Kritikern und Fans anerkannt werden.
Dabei orientierte sich das Team zeitweise an anderen erfolgreichen Spielen. Besonders The Last of Us von Naughty Dog diente als Inspiration. Einige frühe Konzepte sollten stärker auf eine erzählerische Einzelspieler-Erfahrung setzen.
Die ursprünglichen Entwürfe für Resident Evil 7 waren laut Corti allerdings derart kompliziert, dass selbst er irgendwann den Überblick über die verschiedenen Versionen verlor.
Schließlich ordnete Capcom einen vollständigen Neustart der Entwicklung an. Ein neues Team und ein neuer Director übernahmen das Projekt. In dieser Phase entstand auch die entscheidende Idee, das Spiel erstmals aus der Ego-Perspektive erleben zu lassen.
Capcom war zunächst vom Erfolg enttäuscht
Obwohl Resident Evil 7 heute als wichtiger Wendepunkt der Reihe gilt, war die Veröffentlichung aus Sicht von Capcom zunächst offenbar nicht der erhoffte Erfolg.
Corti zufolge reagierten langjährige Fans anfangs verunsichert auf den ungewöhnlichen Richtungswechsel. Gleichzeitig konnten viele neue Spieler mit dem kompromisslosen Horrorkonzept wenig anfangen.
Erst mit den folgenden Veröffentlichungen, insbesondere Resident Evil Village, habe sich der Ruf des siebten Teils nachhaltig verbessert.
Interessant ist auch Cortis Einschätzung zum Einsatz generativer KI in der Spieleentwicklung. Gerade die zahlreichen Überarbeitungen und Diskussionen hätten Resident Evil 7 letztlich zu einem besseren Spiel gemacht. Wären sämtliche ursprünglichen Vorstellungen der Verantwortlichen sofort umgesetzt worden, wäre das Ergebnis seiner Meinung nach deutlich schlechter ausgefallen.
Die Aussagen zeigen, dass selbst erfolgreiche Spiele während ihrer Entstehung erhebliche Probleme durchlaufen können. Im Fall von Resident Evil 7 führte der schwierige Entwicklungsprozess letztlich zu einem Neuanfang, der die Ausrichtung der gesamten Reihe nachhaltig veränderte.
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