Wie lange hält der Akku?
Corsair bewirbt die Nightsword v2 Wireless SD mit bis zu 170 Stunden Akkulaufzeit. Dieser Bestwert gilt allerdings nur bei einer Polling-Rate von 1.000 Hertz, deaktivierter RGB-Beleuchtung und einer Verbindung über Slipstream Wireless.
Je nach Einstellung ergeben sich deutliche Unterschiede:
| Verbindung und Einstellung | Angegebene Akkulaufzeit |
|---|---|
| 2,4 GHz, 1.000 Hz, RGB aus | bis zu 170 Stunden |
| Bluetooth, RGB aus | bis zu 164 Stunden |
| 2,4 GHz, 8.000 Hz, RGB aus | bis zu 47 Stunden |
| 2,4 GHz, 1.000 Hz, RGB an | bis zu 42 Stunden |
| Bluetooth, RGB an | bis zu 42 Stunden |
| 2,4 GHz, 8.000 Hz, RGB an | bis zu 25,5 Stunden |
Im Alltag fällt die Laufzeit grundsätzlich gut aus. Selbst bei Arbeitstagen von teilweise zwölf Stunden mussten wir die Maus erst nach mehreren Tagen wieder mit dem USB-C-Kabel verbinden. Wer die Beleuchtung deaktiviert und bei 1.000 Hertz bleibt, kann die Nutzungsdauer erheblich verlängern.
Das eigentliche Problem ist weniger die Laufzeit als deren Darstellung. Beim Einschalten zeigen die RGB-Zonen den Ladestatus lediglich für wenige Sekunden an. Einen genaueren Wert liefert der Corsair Web Hub, ausgerechnet jene Oberfläche, die wir aufgrund ihrer trägen Bedienung und wiederkehrenden Erkennungsprobleme nur ungern öffneten.
Hinzu kommt, dass der Web Hub bei gleichzeitig geöffnetem iCUE nicht auf die Maus zugreifen kann. Für einen kurzen Blick auf den Akkustand muss damit zunächst eine andere Corsair-Anwendung geschlossen und anschließend die Verbindung im Browser hergestellt werden. Im Test führte die umständliche Lösung mehrfach dazu, dass uns ein niedriger Akkustand erst auffiel, als die Maus bereits ans Kabel musste.
Das Virtual Stream Deck kann abhängig von der eingesetzten Software- und Widget-Version ebenfalls den Akkustand, die DPI-Stufe und die Polling-Rate anzeigen. Eine zuverlässige, systemweit sichtbare Akkuanzeige oder eine deutliche Warnung bei niedrigem Ladestand ersetzt das jedoch nicht.
Kein iCUE: Konfiguration über den Corsair Web Hub
Anders als viele ältere Corsair-Produkte wird die Nightsword v2 Wireless SD nicht über iCUE konfiguriert. Stattdessen kommt der browserbasierte Corsair Web Hub zum Einsatz.
Dort lassen sich unter anderem folgende Einstellungen vornehmen:
- DPI-Stufen
- Tastenbelegung und Makros
- Polling-Rate
- Helligkeit
- Ruhemodus
- Energiesparfunktionen
- Lift-off-Distanz
- Winkelerkennung
- Motion Sync
- Oberflächenanpassung
- Firmware-Updates
- Kopplung mit dem Funkempfänger

Der große Vorteil besteht darin, dass keine zusätzliche Software installiert werden muss. Die Änderungen werden automatisch in der Hardware gespeichert.
Gleichzeitig muss der Browser dem Web Hub zunächst Zugriff auf die Maus oder den Slipstream-Empfänger gewähren. Für eine schnelle Änderung ist das ausreichend. Im täglichen Betrieb öffnet man den Web Hub aber deutlich seltener als eine dauerhaft installierte Anwendung.
Das verschärft das Problem mit der Akkuanzeige. Wer seine Einstellungen einmal vorgenommen hat und anschließend nicht mehr in den Web Hub zurückkehrt, bekommt den verbleibenden Ladestand kaum zu Gesicht.
Außerdem verteilt Corsair die Konfiguration auf zwei getrennte Oberflächen: Grundlegende Hardware-Einstellungen liegen im Web Hub, während die Stream-Deck-Funktionen über die Elgato-Software verwaltet werden. Das ist logisch nachvollziehbar, fühlt sich in der Praxis aber nicht ganz so geschlossen an wie eine einzige zentrale Anwendung.

Was bringt die Stream-Deck-Integration?
Das wichtigste Alleinstellungsmerkmal befindet sich oberhalb der beiden Daumentasten. Mit dem dedizierten Stream-Deck-Knopf lässt sich das Virtual Stream Deck direkt auf dem Bildschirm öffnen.
Dabei handelt es sich um eine frei konfigurierbare Oberfläche mit Schaltflächen für Programme, Spiele und häufig benötigte Aktionen. Ihr könnt beispielsweise Anwendungen starten, Medien steuern, Ordner öffnen, Tastenkombinationen ausführen oder Funktionen kompatibler Programme aufrufen.
Die Möglichkeiten beschränken sich nicht auf die virtuelle Oberfläche. Acht Maustasten können unmittelbar über die Elgato-Stream-Deck-Software mit Aktionen belegt werden. Unterstützt werden außerdem Plugins aus dem Elgato Marketplace.

Für einzelne Spiele und Programme können eigene Profile angelegt werden. Diese lassen sich automatisch aktivieren, sobald die zugehörige Anwendung im Vordergrund ausgeführt wird. Auf diese Weise erhält dieselbe Taste abhängig vom aktiven Programm eine andere Funktion.
Beim Spielen können so etwa Inventar, Karte, Aufnahme oder bestimmte Tastenkombinationen aufgerufen werden. Beim produktiven Arbeiten bieten sich Befehle für Bildbearbeitung, Videoschnitt, Musiksteuerung oder das Öffnen häufig benötigter Werkzeuge an.

Web Hub statt iCUE: der größte Schwachpunkt
Anders als viele andere Corsair-Produkte lässt sich die Nightsword v2 Wireless SD nicht über iCUE konfigurieren. Stattdessen zwingt Corsair die Nutzer zum browserbasierten Web Hub. Dort werden unter anderem DPI-Stufen, Polling-Rate, Beleuchtung, Tastenbelegung, Energiesparfunktionen und Firmware-Updates verwaltet.
Grundsätzlich klingt eine solche Lösung praktisch: Es muss keine weitere umfangreiche Anwendung installiert werden und die vorgenommenen Änderungen werden direkt in der Hardware gespeichert. Im Test erwies sich der Web Hub allerdings als größter Schwachpunkt der Nightsword v2 Wireless SD.
Bereits die parallele Nutzung mit iCUE bereitet Probleme. Solange iCUE geöffnet ist, kann der Web Hub nicht auf die Maus zugreifen. Wer iCUE für andere Corsair-Geräte verwendet, muss die Anwendung daher zunächst schließen, bevor sich die Nightsword konfigurieren lässt. Eine optionale Einbindung der Maus in das bereits etablierte Corsair-Ökosystem gibt es nicht.

Besonders ärgerlich ist das, weil der Web Hub funktional und qualitativ nicht mit iCUE mithalten kann. Seiten und Geräteeinstellungen laden teilweise auffällig lange. Mehrfach wurden die Maus oder der Slipstream-Empfänger zunächst gar nicht erkannt. Dann mussten wir den Zugriff erneut erlauben, die Geräte wieder auswählen oder die Verbindung neu herstellen.
Dadurch werden selbst einfache Änderungen unnötig umständlich. Dass der Web Hub im Browser läuft und kein zusätzliches Programm benötigt, hilft in der Praxis nur wenig, wenn die Oberfläche langsam reagiert und angeschlossene Geräte nicht zuverlässig erkennt.
In seinem aktuellen Zustand fühlt sich der Web Hub deshalb für mich weiterhin eher wie eine Beta-Version als wie eine ausgereifte Konfigurationslösung für ein fertiges Produkt an. Gerade bei einer Maus für 129,99 Euro hätten wir eine zuverlässige Integration in iCUE oder zumindest einen deutlich stabileren Web Hub erwartet.
Ein starkes Extra, aber kein Muss für jeden
Wer bereits ein physisches Stream Deck verwendet, versteht das Prinzip sofort. Die Nightsword v2 Wireless SD erweitert das System um direkt erreichbare Maustasten und ruft bei Bedarf die virtuelle Variante auf.
Dadurch können besonders komplexe Arbeitsabläufe deutlich komfortabler werden. Streamer, Content Creator, Redakteure und Nutzer mit vielen wiederkehrenden Tastenkombinationen dürften davon am meisten profitieren.
Die Integration ist aber nur so wertvoll wie die Zeit, die ihr in ihre Einrichtung investiert. Wer die Maus lediglich anschließt und mit den Standardbelegungen verwendet, schöpft einen großen Teil ihres Potenzials nicht aus.
In schnellen Shootern ist der zusätzliche Stream-Deck-Knopf ebenfalls kein entscheidender Vorteil. Dort stehen Gewicht, Sensor und Latenz im Vordergrund. In MMOs, Strategiespielen, Simulationen und produktiven Anwendungen ergibt die Funktion deutlich mehr Sinn.
Das Gute daran: Die Nightsword v2 Wireless SD ist auch ohne regelmäßige Verwendung des Virtual Stream Deck eine sehr gute ergonomische Gaming-Maus. Die Integration wirkt nicht wie eine störende Spielerei, sondern wie eine zusätzliche Ebene für alle, die sie benötigen.






