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Marvel’s Wolverine im Test: Brutale Action, starke Inszenierung – aber oft deutlich zu einfach

Das Spiel nimmt euch stellenweise zu stark an die Hand

Dieser Eindruck zieht sich auch durch andere Bereiche. Geruchsspuren, visuelle Markierungen, Audio-Hinweise und Logans Kommentare sorgen dafür, dass man sich praktisch kaum verlaufen kann. Das ist komfortabel und verhindert Frust, nimmt der Erkundung aber auch einen Teil ihrer Eigenständigkeit.

Gerade die Geruchsspur empfand ich stellenweise als zu präsent. Statt die Umgebung selbst aufmerksam abzusuchen, bekommt man häufig sehr deutlich gezeigt, wo es weitergeht oder worauf man achten soll. Zusammen mit den anderen Hilfestellungen entsteht dadurch immer wieder das Gefühl, dass Marvel’s Wolverine seinen Spielern etwas zu wenig zutraut.

Sony scheint uns Spielern nicht ganz so viel zuzutrauen. Bildquelle: SIE

Insomniac hat auf die Kritik inzwischen bereits reagiert. Mit einem aktuellen Update wurden unter anderem die Geruchsspur und die Audio-Sense-Hinweise abgeschwächt. Außerdem prüft das Studio weitere Anpassungen an diesen Systemen, darunter zusätzliche Optionen für Spieler, die weniger Hilfestellungen möchten.

Die lineare Struktur ist für mich eine Stärke

Was andere vielleicht als Nachteil sehen, hat mir persönlich dagegen ziemlich gut gefallen: Marvel’s Wolverine ist kein klassisches Open-World-Spiel.

Statt stundenlang Marker auf einer riesigen Karte abzuarbeiten, führt euch das Spiel überwiegend durch klar strukturierte Level. Einige Areale fallen etwas größer aus, insgesamt bleibt die Struktur aber bewusst linear.

Für mich funktioniert das sehr gut.

Die Action bleibt dadurch konstant hoch, es entstehen kaum Leerlaufphasen und das Spiel verliert sich nicht in Nebenbeschäftigungen. Gerade nach vielen Open-World-Spielen ist es angenehm, einfach einem klaren Pfad folgen zu können.

Wer sich in Marvel’s Wolverine verlaufen möchte, muss sich dabei schon viel Mühe geben. Bildquelle: SIE

Grafik und Animationen überzeugen

Technisch macht Marvel’s Wolverine auf der PS5 einen sehr guten Eindruck.

Die Charaktermodelle sind detailliert, die Animationen wirken hochwertig und gerade die brutalen Finisher profitieren enorm von der starken Inszenierung.

Auch die unterschiedlichen Schauplätze sorgen dafür, dass das Spiel trotz seiner linearen Struktur visuell abwechslungsreich bleibt.

Besonders gelungen finde ich die Kombination aus Animationen und Sound. Wenn Logans Klauen auf Gegner treffen, fühlt sich das nicht nur optisch, sondern auch akustisch entsprechend brutal an.

Bildquelle: SIE

Der Sound gehört zu den stärkeren Bereichen

Auch beim Sound gibt es wenig zu meckern. Die Kämpfe klingen satt, die Umgebung wirkt atmosphärisch und die Vertonung unterstützt die cineastische Inszenierung sehr gut.

Gerade bei einem Spiel, das so stark auf unmittelbare Action setzt, ist das wichtig. Ein Treffer muss sich nicht nur gut spielen, sondern auch entsprechend klingen und das funktioniert hier sehr überzeugend.

Rund 18 Stunden Spielzeit und das reicht mir völlig

Für meinen Durchlauf habe ich ungefähr 18 Stunden benötigt. Damit gehört Marvel’s Wolverine definitiv nicht zu den größten AAA-Spielen der letzten Jahre.

Ich finde diese Länge allerdings absolut passend. Nicht jedes Spiel muss 60 oder 100 Stunden dauern. Gerade weil Wolverine so stark auf Action und Inszenierung setzt, hätte ein deutlich längeres Abenteuer vermutlich eher dazu geführt, dass sich die Kämpfe und Systeme stärker abnutzen.

So bleibt das Tempo hoch und das Spiel endet, bevor es wirklich langweilig wird.

Bildquelle: Eigener Screenshot / SIE

Abwechslung könnte trotzdem größer sein

Trotzdem merkt man nach einigen Stunden, dass sich viele Situationen ähneln.

Die Kämpfe folgen häufig einem ähnlichen Muster, die Stealth-Abschnitte bleiben eher simpel und auch die Erkundung ist durch die starken Orientierungshilfen kaum anspruchsvoll.

Das ist für mich weniger ein großes Problem als bei manchen anderen Tests, weil mir die kurze Spielzeit und das hohe Tempo insgesamt gefallen haben.

Wer allerdings ein sehr tiefes Kampfsystem oder besonders komplexe Level erwartet, könnte hier etwas enttäuscht sein.

Bildquelle: SIE

Der aktuelle Patch zeigt, dass Insomniac zuhört

Positiv ist, dass Insomniac schon kurz nach Release auf Feedback reagiert.

Neben Bugfixes und Stabilitätsverbesserungen wurden zuletzt auch die auffälligen Sense-Effekte überarbeitet. Bereits zum Launch gab es außerdem mehrere Hotfixes, die unter anderem Fortschrittsblocker und Probleme mit der englischen Sprachausgabe behoben haben.

Das Studio arbeitet also aktiv daran, Kritikpunkte nachzubessern.

Gerade bei den Hilfestellungen wäre es aus meiner Sicht sinnvoll, Spielern künftig noch mehr Kontrolle zu geben. Wer Orientierungshilfen braucht oder möchte, soll sie selbstverständlich nutzen können. Wer dagegen lieber selbst erkundet, sollte sie möglichst vollständig abschalten können.

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Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.

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