Das französische Studio Don’t Nod steckt in einer ernsten finanziellen Krise. Der ursprüngliche Entwickler von Life is Strange hat am 4. September 2026 aktuelle Geschäftszahlen vorgelegt und dabei erhebliche Zweifel an der langfristigen Fortführung des Unternehmens eingeräumt.
Obwohl Don’t Nod in den vergangenen Jahren zahlreiche narrative Spiele veröffentlichte, reichen die aktuellen Einnahmen offenbar nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken. Ohne eine zusätzliche externe Finanzierung könnte der Betrieb über den 31. Januar 2027 hinaus gefährdet sein.
Deutlicher Einbruch im ersten Halbjahr 2026
Wie schlecht steht Don’t Nod finanziell da? Der gesamte operative Umsatz lag im ersten Halbjahr 2026 bei rund 6,1 Millionen Euro. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang von 56 Prozent, wobei damals auch aktivierte Produktionskosten in die Kennzahl einflossen.
Beim regulären Umsatz verzeichnete Don’t Nod einen Rückgang von 14 Prozent. Gleichzeitig entstand beim operativen EBITDA ein Verlust von 4,3 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2025 hatte das Minus noch 2 Millionen Euro betragen.
Besonders deutlich zeigt sich die Lage bei den verfügbaren Geldmitteln. Ende 2025 verfügte das Unternehmen noch über 15,4 Millionen Euro. Ende Juni 2026 waren davon 9,8 Millionen Euro übrig, während die Summe bis Ende Juli 2026 weiter auf 8 Millionen Euro sank.
Bis zu 90 Arbeitsplätze in Frankreich bedroht
Welche Maßnahmen plant das Life is Strange-Studio? Don’t Nod möchte seine französischen Aktivitäten künftig um eine einzige Produktionslinie herum organisieren. Kompetenzen und Ressourcen sollen stärker auf priorisierte Projekte konzentriert werden, um Kosten zu senken und eine kontinuierliche Entwicklung neuer Spiele zu ermöglichen.
Dieser Umbau könnte allerdings zur Streichung von bis zu 90 Stellen in Frankreich führen. Der Verwaltungsrat hat den Start des entsprechenden Transformationsprojekts bereits genehmigt. Parallel dazu laufen Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen und der zuständigen Gewerkschaft.
Schon zuvor hatte Don’t Nod Sparmaßnahmen umgesetzt, die nach Einschätzung des Unternehmens jedoch nicht ausreichen, um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben. Als Gründe nennt das Studio neben den eigenen schwachen Finanzkennzahlen auch das schwierige wirtschaftliche Umfeld der Spielebranche und die deutlich selektivere Finanzierung neuer Produktionen.
Neue Projekte bringen bislang nicht genug Geld ein
Welche Spiele beeinflussen die aktuelle Geschäftslage? Die Verkaufserlöse sanken im ersten Halbjahr 2026 auf etwa 3,5 Millionen Euro. In dieser Summe enthalten sind unter anderem Einnahmen aus Lost Records: Bloom & Rage über PlayStation Plus und Xbox Game Pass, erste Verkäufe von Aphelion sowie Umsätze aus dem älteren Spielekatalog.
Die Entwicklungserlöse stiegen dagegen auf rund 2,6 Millionen Euro. Verantwortlich dafür war vor allem die Arbeit des Teams in Montreal an einem narrativen Spiel, das auf einer großen Netflix-Marke basiert. Gleichzeitig wurden für Aphelion und das intern als P14 bezeichnete Projekt keine aktivierten Produktionskosten ausgewiesen.
Don’t Nod wurde insbesondere durch Life is Strange bekannt und entwickelte außerdem Titel wie Tell Me Why, Twin Mirror, Vampyr, Remember Me, Jusant, Harmony: The Fall of Reverie, Banishers: Ghosts of New Eden und Lost Records: Bloom & Rage. Ob diese kreative Geschichte fortgesetzt werden kann, hängt nun maßgeblich davon ab, ob das Unternehmen rechtzeitig neue Geldgeber findet und seinen geplanten Umbau erfolgreich umsetzt.
Wie würdet ihr den möglichen Verlust eines Studios wie Don’t Nod bewerten und welches Spiel des Entwicklers ist euch besonders in Erinnerung geblieben? Schreibt eure Meinung in die Kommentare.
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