PLAYCENTRAL TESTS Dying Light 2

Dying Light 2: Parkour statt Splatter – Die wahren Stärken von Techlands Zombie-Abenteuer – TEST

Von Olaf Bleich - Test vom 02.02.2022 16:00 Uhr
Dying Light 2 Test
© Techland/PlayCentral-Bildmontage

Sechs Jahre Entwicklungszeit, etliche Release-Verschiebungen und sogar eine geschnittene, deutsche Version: Das polnische Studio Techland hatte bei der Fertigstellung des Zombie-Abenteuers Dying Light 2 wirklich alle Hände voll zu tun.

Doch zumindest entpuppt sich das Actionspiel nicht als Fehler-Feuerwerk wie zuletzt so viele große Produktionen. Im Test der PlayStation5-Version gab es zwar kleinere, technische Probleme, die aber nur selten den Spielspaß beeinflussten und geradezu typisch für ein Open-World-Game dieser Größe sind.

Gelingt Techland also mit „Dying Light 2“ doch noch ein Happy-End oder wirkte sich die holprige Entwicklung allzu negativ auf das Endergebnis aus? Unser Test schafft Klarheit!

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Zombies, ein Pilger und die anderen …

Hauptfigur von „Dying Light 2“ ist Pilger Aiden Caldwell. Er ist auf der Suche nach seiner Schwester Mia. Seine Reise führt ihn in die Stadt. Dort kämpfen Fraktionen wie die Peacekeeper, die Abtrünnigen und die Überlebenden des Basars gegen einander und gegen die Zombie-Horden. Jahre nach dem Virus-Ausbruch haben sich die Menschen zwar mit der neuen Realität abgefunden, von Einigkeit ist aber keine Spur.

Techland inszeniert seine Geschichte in umfangreichen Dialogen und teils schick dargestellten Zwischensequenzen. Besonderes Highlight sind die gruseligen Rückblenden aus Aidens Kindheit, die auch den Bösewicht Waltz in die Story einführen. Mehr wollen wir nicht verraten, denn „Dying Light 2“ lebt auch von seiner Geschichte und den darin integrierten Entscheidungsmöglichkeiten.

Immer wieder müsst ihr Partei ergreifen und könnt obendrein Gebäude wie Wasser- oder Elektrizitätswerke den Fraktionen zuweisen. Dadurch aktiviert ihr wiederum Hilfen in den Städten. Im Falle der Peacekeeper sind das Autobomben und andere Waffen gegen die Untoten, die Überlebenden des Basars unterstützen euch mit Parkour-Elementen wie Seilrutschen oder Sprungkissen.

Dying Light 2
© Techland

Stadt-Design und Open-World aus der Konserve

Techland passt seine Stadt und deren Layout an die Fähigkeiten seines Hauptcharakters an. Mit weiten Sprüngen hüpft ihr von einem Dach zum nächsten, hangelt euch an Dachrinnen hoch, hüpft über Hindernisse oder sogar auf die Köpfe der Untoten. Die Bezirke Old Villador und Zentralknoten unterscheiden sich in ihrer Beschaffenheit deutlich und jeder Weg verwandelt sich so zum Umgebungsrätsel. Die Lernkurve ist steil: Mit jeder Minute könnt ihr Entfernungen besser einschätzen und seht die idealen Wege. Das motiviert und mit der Zeit wird die Stadt zu eurer Spielwiese.

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Aber wo Licht ist, ist auch Schatten: Techland nimmt ganz offensichtlich starke Anleihen bei Ubisoft-Spielen wie Assassin’s Creed oder Far Cry. Wir spähen Banditen-Camps und die Gegend mit dem Fernglas aus, erklimmen Windmühlen, sichern Konvois mit Ressourcen und verwandeln sie so in Lager und schleichen durch hohes Gras, um unentdeckt zu bleiben. So weit, so gewöhnlich.

Dying Light 2
© Techland

Glücklicherweise bringen aber die Zombies den notwendigen Twist ins Spiel. Ihr Verhalten und damit auch das der Menschen sorgt für einen anderen Spielrhythmus. Tagsüber ist das Looten von Innenräumen riskant, da die Untoten dann Schutz vor der Sonne suchen. Nachts wiederum bevölkern sie die Straßen, wodurch ihr besser auf die Dächer ausweichen solltet.

Eine besondere Freude sind zweifellos die Konfrontationen mit Mutationen und Anomalien – besonders starken und behänden Zombie-Varianten. Im Kampf mit Keulen schwingenden Riesen oder bei der Jagd durch die Gassen geht der Puls merklich nach oben.

Dying Light 2
© Techland

Voll aufs Fressbrett!

Fernkampf spielt in „Dying Light 2“ eine untergeordnete Rolle. Stattdessen gibt’s ordentlich auf die Fresse – mit Messern, Keulen, Hämmern und anderen Schlagwerkzeugen. Wie in einem Rollenspiel besitzen die Prügel Seltenheitsgrade und können mit Mods aufgemotzt werden. So verteilt ihr Elementarschäden und besondere Schlag-Werte wie Niederstrecken oder ins Straucheln bringen. Der Rest des Inventarmanagements fällt aber vergleichsweise oberflächlich aus.

Das Kampf-Gameplay hat’s in sich und erfordert flinke Finger. Gerade fortgeschrittene Aktionen brauchen gutes Timing an den Tasten und teils akrobatische Kombinationen. Der Mix aus Parkour und Kampf schenkt euch jedoch auch Freiheiten und so ist es etwa herrlich befriedigend, Banditen per Dropkick von Dächern zu treten.

Dying Light 2
© Techland

Zäher Spielfortschritt und Müllverarbeitung

Wer keine Lust auf die offene Konfrontation hat, darf sich auch beim Schleichen probieren. Gerade das Untersuchen von Zombie-Nestern oder Forschungsanlagen ist dank schlafender Zombie-Horden sehr intensiv und sorgt für Nervenkitzel. Mit dem Loot selbst übertreibt es Techland allerdings fast. Mit der Zeit fühlten wir uns beinahe wie Müllmänner, die jede Tonne durchwühlten. Das Crafting auf Basis gekaufter oder gefundener Entwürfe ist simpel gehalten.

Dying Light 2
© Techland

In „Dying Light 2“ greift ihr auf gleich zwei Fähigkeitenbäume (für Kampf und Parkour) zurück und rüstet die Grundwerte Ausdauer und Lebenskraft durch versteckte Hemmstoff-Container auf. Kurzum: Es gibt extrem viel zu tun … allerdings leidet das Spiel auch darunter. Die Progression ist erschreckend langsam. Schließlich verteilen sich Erfahrungspunkte über gleich mehrere Oberkategorien.

Speziell in den ersten Stunden fühlt sich „Dying Light 2“ arg unbefriedigend an und es benötigt auch viele Stunden, um Standards wie die Schnellreise freizuschalten. Der Grind ist ein Problem und sorgt trotz des fairen Schwierigkeitsgrads für ein Motivationsloch.

Seit über 20 Jahren Spielejournalist, der sich in Polen die Hand gebrochen und trotzdem weiter Artikel geschrieben hat. Videospielgeschmack mäandert zwischen Shootern, Spaß und Stardew Valley – abgesehen davon besitzt er eine obskure Vorliebe für Wrestling.
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