Kurz vor dem geplanten Release von GTA 6 musste sich Take-Two-Chef Strauss Zelnick bei der diesjährigen Hauptversammlung mit ungewöhnlich deutlicher Kritik eines Aktionärs auseinandersetzen. Im Mittelpunkt standen jahrelange Verzögerungen, verfehlte Erwartungen und die starke Abhängigkeit von wenigen großen Marken.
Die virtuelle Hauptversammlung fand am 17. September 2026 statt. Take-Two selbst führt das Annual Shareholder Meeting inzwischen auf seiner Investor-Relations-Seite.
Aktionär stellt Management infrage
Zelnick las die kritische Frage während der Versammlung selbst vor. Der Aktionär wollte wissen, ob der Verwaltungsrat weiterhin überzeugt sei, dass das aktuelle Management die richtige Führung für Take-Two darstelle, falls sich Verzögerungen, enttäuschte Erwartungen und die starke Abhängigkeit von wenigen großen Franchises fortsetzen sollten.
Zelnick räumte ein, dass der Verwaltungsrat das Management im Fall unzureichender Leistungen selbstverständlich austauschen würde. Gleichzeitig widersprach er jedoch deutlich der zugrunde liegenden Darstellung der Unternehmensentwicklung.
Zelnick verweist auf Take-Twos Entwicklung seit 2007
Zur Verteidigung des Managements blickte Zelnick weit zurück. Als die heutige Führung im März 2007 übernommen habe, habe Take-Two weniger als eine Milliarde US-Dollar Jahresumsatz erzielt. Das Unternehmen sei damals von mehreren Behörden untersucht worden, habe längere Zeit keinen Jahresbericht veröffentlicht und sei nach Zelnicks Darstellung beinahe zahlungsunfähig gewesen.
Damals habe Take-Two im Wesentlichen nur mit Grand Theft Auto über eine große erfolgreiche Marke verfügt. Seither sei das Unternehmen deutlich breiter aufgestellt worden, habe den Mobilmarkt erschlossen und zahlreiche weitere erfolgreiche Franchises aufgebaut. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Take-Two laut Zelnick inzwischen einen Umsatz von 8 bis 8,2 Milliarden US-Dollar.
GTA 5 dient Zelnick als wichtigstes Gegenargument
Besonders deutlich wurde der CEO beim Thema GTA. Zelnick verwies darauf, dass GTA 5 bereits 2013 erschienen ist und sich dennoch über 13 Jahre hinweg außergewöhnlich stark verkauft hat. Gerade deshalb lasse sich die GTA-Reihe seiner Ansicht nach kaum mit gewöhnlichen Spielemarken vergleichen.
Die Kritik an einer starken Abhängigkeit von GTA weist Zelnick damit indirekt zurück: Aus seiner Sicht ist gerade die ungewöhnliche Langlebigkeit der Reihe ein wesentlicher Teil der wirtschaftlichen Stärke von Take-Two.
GTA 6 steht weiter im Zentrum des kommenden Geschäftsjahres
Dass der Zeitpunkt der Kritik besonders sensibel ist, liegt auf der Hand. Take-Two bezeichnet das Geschäftsjahr 2027 selbst als möglichen Wendepunkt für das Unternehmen und hebt dabei ausdrücklich den geplanten Release von GTA 6 am 19. November 2026 hervor.
Das Spiel wurde seit seiner offiziellen Bestätigung mehrfach verschoben. Gerade deshalb dürfte der Druck auf Rockstar Games und Take-Two in den kommenden Wochen besonders hoch bleiben.
Eine Änderung am geplanten Release-Termin wurde bei der Hauptversammlung jedoch nicht angekündigt. Take-Two hält weiterhin am 19. November 2026 fest.
Öffnet in einem neuen Tab

Deine Meinung zählt
Wie siehst du das? Teile deine Gedanken mit der PlayCentral-Community.