Nach dem überraschenden Wechsel von Physint zu Xbox, über den wir gestern berichtet haben, rückt eine Frage in den Mittelpunkt: Warum hat Sony die Zusammenarbeit an Hideo Kojimas neuem Spionagespiel überhaupt beendet?
Branchenanalyst Serkan Toto vermutet einen wirtschaftlichen Hintergrund. Die Verkäufe von Death Stranding 2: On the Beach könnten Sony dazu bewogen haben, bei einem weiteren aufwendigen Kojima-Projekt vorsichtiger zu werden. Eine offizielle Bestätigung für diesen Zusammenhang gibt es allerdings nicht.
Analyst sieht Verkaufsentwicklung als möglichen Auslöser
Toto, Geschäftsführer der japanischen Branchenberatung Kantan Games, verweist auf den besonderen Stellenwert von Kojimas Spielen. Sie verschaffen einer Plattform Aufmerksamkeit und Prestige, weshalb ihr Wert über die reinen Verkaufszahlen hinausgehe.
Trotzdem vermutet er, dass der Rückgang zwischen dem ersten Death Stranding und seinem Nachfolger Sony ausreichend abgeschreckt habe, um die Unterstützung zurückzuziehen. Seine Aussage auf X ist eine Einschätzung der Situation und kein Bericht über nachgewiesene interne Entscheidungsprozesse.
Damit liefert Toto eine mögliche Erklärung für den Publisherwechsel. Ob Death Stranding 2 tatsächlich den Ausschlag gab oder andere Faktoren entscheidend waren, bleibt offen.
Was über die Verkaufszahlen bekannt ist
Die öffentlich diskutierten Zahlen beruhen auf Schätzungen von Alinea Analytics. Eine aktuelle internationale Einordnung nennt rund 2,5 Millionen verkaufte Exemplare von Death Stranding 2. Offizielle Verkaufszahlen von Sony oder Kojima Productions liegen dem Bericht zufolge weiterhin nicht vor.
Zum Vergleich lässt sich eine frühere Originalanalyse heranziehen: Am 27. März 2026 schätzte Alinea die PS5-Verkäufe auf etwa 1,6 Millionen Exemplare. Hinzu kamen rund 425.000 Steam-Verkäufe in der ersten Woche der PC-Veröffentlichung. Insgesamt hatte das Spiel nach dieser Berechnung damals die Zwei-Millionen-Marke überschritten.
Interessant ist dabei, dass der PC-Start laut Alinea auch die PS5-Verkäufe vorübergehend anschob. Eine zeitgleiche Rabattaktion erzielte deutlich höhere Spitzen als frühere Aktionen mit demselben Preisnachlass. Die Analysten interpretierten das als zusätzlichen Aufmerksamkeitseffekt durch die PC-Veröffentlichung.
Spielerzahlen sind keine Verkaufszahlen
Bei Vergleichen mit dem Vorgänger ist Vorsicht nötig. Die häufig genannten 20 Millionen Spieler von Death Stranding umfassen auch Zugänge über Abonnements und kostenlose Aktionen. Diese Reichweite lässt sich deshalb nicht unmittelbar mit verkauften Exemplaren des zweiten Teils vergleichen. Außerdem hatte der Vorgänger wesentlich länger Zeit, sein Publikum aufzubauen.
Auch eine Millionen-Verkaufszahl allein beantwortet nicht, ob ein Spiel die Erwartungen seines Publishers erfüllt. Dafür wären unter anderem die tatsächlichen Kosten, Erlöse und internen Ziele erforderlich. Aus den verfügbaren Schätzungen lässt sich somit keine gesicherte Verlustrechnung für Sony ableiten.
Physint wird mit Xbox weiterentwickelt
Gesichert ist hingegen die Fortführung des Projekts. Kojima Productions hat Xbox offiziell als neuen Partner für Physint bestätigt. Das Studio betont die gemeinsame kreative Vision und den Anspruch, das Action-Spionage-Genre weiterzuentwickeln.
Microsoft und Kojima arbeiten damit neben OD an einem weiteren Spiel zusammen. Die Partnerschaft soll außerdem Film- und Fernsehprojekte umfassen. Konkrete Veröffentlichungsplattformen und einen Termin für Physint nennt die aktuelle Xbox-Mitteilung nicht.
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