Sony richtet den Fokus in der zweiten Hälfte des Lebenszyklus der PlayStation 5 stärker auf wiederkehrende Einnahmen durch die bestehende Nutzerschaft. Der Verkauf möglichst vieler weiterer Konsolen besitzt für den Konzern derzeit nicht mehr dieselbe Priorität wie zu Beginn der Generation.
Das erklärte Sony-CEO Hiroki Totoki in einem Interview mit dem Wall Street Journal. Als Gründe nennt der Manager sowohl die inzwischen große PlayStation-Community als auch den fortgeschrittenen Lebenszyklus der PS5.
Sony setzt stärker auf bestehende PlayStation-Spieler
Nach Aussage von Totoki muss Sony die PlayStation 5 gegenwärtig nicht mehr aggressiv verkaufen. Stattdessen konzentriere sich das Unternehmen auf wiederkehrende Umsätze mit der vorhandenen Nutzerbasis.
Dabei verwies der CEO auf mehr als 125 Millionen monatlich aktive PlayStation-Nutzer. Entscheidend sei nun, wie diese große Community monetarisiert werden könne. Einnahmen entstehen beispielsweise durch digitale Spielekäufe, Zusatzinhalte, Mikrotransaktionen und Abonnements wie PlayStation Plus.
Die Aussage bedeutet allerdings nicht, dass Sony den Verkauf neuer Konsolen vollständig einstellt oder Hardware künftig unwichtig wird. Totoki bezieht sich ausdrücklich auf die späte Phase der aktuellen Konsolengeneration. In dieser besitzt Sony bereits eine ausreichend große installierte Basis, um das Geschäft stärker über Software und digitale Dienste auszubauen.
PS Plus hat nicht 125 Millionen Abonnenten
Bei der genannten Zahl besteht eine wichtige Unterscheidung: Die 125 Millionen beziehen sich auf die monatlich aktiven Nutzer des gesamten PlayStation-Netzwerks und nicht auf zahlende Mitglieder von PlayStation Plus. Einige internationale Berichte hatten Totokis Formulierung zunächst fälschlicherweise dem Abonnementdienst zugerechnet.
Nach den aktuellen Unternehmensangaben von Sony Interactive Entertainment wurden bis zum 30. Juni 2026 weltweit mehr als 95 Millionen PS5-Konsolen ausgeliefert. Gleichzeitig zählt das PlayStation-Ökosystem rund 125 Millionen monatlich aktive Nutzer. Darin befinden sich neben PS5-Spielern weiterhin Nutzer anderer PlayStation-Angebote.
Hohe Komponentenkosten verändern Sonys Kalkulation
Der Strategiewechsel hängt auch mit gestiegenen Preisen für Speicher, Halbleiter und andere Komponenten zusammen. Totoki bezeichnete es als glücklichen Umstand, dass diese Entwicklung Sony erst in der zweiten Hälfte des PS5-Lebenszyklus besonders stark trifft.
In einer frühen Konsolenphase müssen Hersteller zunächst eine möglichst große installierte Basis schaffen. Dafür kann es sinnvoll sein, Hardware mit sehr niedrigen Margen oder zeitweise sogar mit Verlust anzubieten. In der aktuellen Phase kann Sony höhere Hardwarepreise eher akzeptieren und einen größeren Teil seines Gewinns mit Software, Abonnements sowie Zusatzinhalten erzielen.
Bereits bei einem früheren Treffen mit Investoren erklärte PlayStation-Chef Hideaki Nishino, Sony wolle nicht um jeden Preis die monatlich aktiven Nutzer steigern. Im Vordergrund stehe profitables Wachstum, das unter anderem über wiederkehrende Einnahmen mit bestehenden Spielern erreicht werden könne.
Was bedeutet die Strategie für Spieler?
Kurzfristig dürfte Sony noch stärker darauf achten, wie viel Geld jeder aktive Nutzer innerhalb des PlayStation-Ökosystems ausgibt. Besonders wichtig werden damit PlayStation Plus, digitale Verkäufe, Erweiterungen und andere wiederkehrende Angebote.
Aus Totokis Aussage lassen sich jedoch keine konkreten Preiserhöhungen oder neuen Monetarisierungsmaßnahmen ableiten. Ebenso wenig bestätigt sie einen vollständigen Abschied von physischen Spielen. Solche Folgen wären zum jetzigen Zeitpunkt Spekulation.
Klar ist lediglich: Sony betrachtet die PS5 mittlerweile als etablierte Plattform. Statt die Hardwarebasis um jeden Preis zu vergrößern, soll die bereits vorhandene Community stärker zum langfristigen Umsatz des PlayStation-Geschäfts beitragen.
Öffnet in einem neuen Tab

Deine Meinung zählt
Wie siehst du das? Teile deine Gedanken mit der PlayCentral-Community.