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The King´s Man: The Beginning – Die Vorgeschichte zu Kingsman ist überraschend düster – Filmkritik

Von Heiner Gumprecht - News vom 14.12.2021 18:15 Uhr
The King´s Man The Beginning - Filmkritik
©The Walt Disney Company.

Anfang 2022 kommt Matthew Vaughns The King´s Man: The Beginning weltweit in die Lichtspielhäuser, ein Film über die Vorgeschichte zu der beliebten britisch-US-amerikanischen Agenten-Action-Komödie Kingsman: The Secret Service, die 2014 das Licht der Welt erblickt hat und 2017 bereits mit Kingsman: The Golden Circle eine Fortsetzung spendiert bekam.

Das Prequel, das planmäßig am 6. Januar 2022 die Kinos kommt, soll den Grundstein für ein riesiges Franchise-Universum bilden, dem noch so einige Filme und sogar eine Serie angehören sollen. Doch bevor Walt Disney diesen Kraftakt angehen kann, verraten wir euch in unserer Kritik, ob die Vorgeschichte mit den erfolgreichen Erstlingswerken überhaupt mithalten kann.

The King´s Man: The Beginning – Zum Film

Matthew Vaughn, der bereits die beiden Vorgänger inszeniert und beide Male ebenfalls an den Drehbüchern mitgeschrieben hat, will mit seinem neuesten Werk erzählen, wie der mittlerweile höchst berühmte Geheimdienst gegründet wurde und warum man sich dort für das Motiv von Artus und seinen Rittern entschieden hat.

Dafür folgen wir dem Duke von Oxford (Ralph Fiennes), der bereits zu Zeiten des Ersten Weltkriegs ein respektables Geheimnetzwerk erschaffen hat, um stets darüber informiert zu sein, was die Führer der großen Nationen planen, und wie man ihnen den rechten Schubs geben kann, damit diese im Zweifelsfall in eine andere Richtung denken.

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Auf diese Weise erfährt er auch, dass die Kriegstreiber in Österreich-Ungarn, dem Deutschen Kaiserreich und Russland manipuliert werden, um einem unbekannten Strippenzieher in die Hände zu spielen. Der Duke setzt alles daran, die Pläne dieses Schurken zu verhindern, doch werden ihm dabei mehr als nur ein paar Steine in den Weg gelegt.

Denn zum einen hat sein Gegenspieler treue Anhänger, die hohe Positionen auf der ganzen Welt besetzen und ihren Einfluss nutzen, um die Machenschaften ihres Anführers zu unterstützen, und zum anderen giert es seinen eigenen Sohn Conrad (Harris Dickinson) danach, im Krieg Ehre und Ruhm zu suchen.

The King´s Man The Beginning - Filmkritik
©The Walt Disney Company.

The King´s Man: The Beginning – Eine Kritik

Der beinahe 130 Minuten lange Film überrascht in erster Linie dadurch, dass er nicht bedingt in die Fußstapfen der Vorgänger tritt, sondern stilistisch einen ganz eigenen Weg einschlägt. Zwar versorgt er Fans der ersten beiden Teile mit vielen Hintergrundinformationen, Anspielungen und Easter Eggs, doch entfernt er sich gleichzeitig weitgehend von dem komödiantischen Ansatz der Erstlingswerke und setzt stattdessen auf eine gehörige Portion Drama und Gesellschaftskritik.

Das relativ langatmige Prequel hat entsprechend kaum humorvolle Einlagen und präsentiert vergleichsweise wenige Actionsequenzen, was im krassen Kontrast zu den Filmen von 2014 und 2017 steht. Warum Vaughn diesen Weg eingeschlagen hat bleibt fraglich, denn er verleiht „The King´s Man“ weder einen spürbaren Mehrwert, noch wurde dieser Pfad konsequent beschritten.

Stattdessen gibt es zwei Szenen, in denen sein Streifen aus dem eingeschlagenen Schema ausbricht und vollkommen frei dreht. In beiden Momenten wirkt dies, aufgrund der vorangegangenen und anschließend sofort wieder folgenden Prämisse, vollkommen fehl am Platz und so, als würden Zuschauer*innen zwei absolut unterschiedliche Ansätze für die gleiche Geschichte präsentiert bekommen.

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Abgesehen davon gibt es noch mehr Stellen, an denen man mit der Brechstange der negativen Kritik ansetzen kann, hauptsächlich deswegen, weil sich Vaughn und seine drei Co-Drehbuchautoren auf zwei wesentliche Eckpfeiler des Film versteift haben … während andere Aspekte sträflich vernachlässigt wurden.

Auf der einen Seite gab es den Versuch, die Hintergründe zu Kingsman logisch und mit viel Gefühl darzustellen und zu erklären, und zum anderen den wahrnehmbaren Wunsch, die Figuren ordentlich auszuarbeiten und glaubhaft wirken zu lassen.

Beides ist ihnen im Grunde auch gelungen und im Zusammenspiel mit dem hervorragenden technischen Aspekt des Films und der ebenfalls unterhaltsamen (wenn auch mageren) Action, entstand definitiv ein Werk, das eine gewisse Art von Kinogänger*innen ansprechen dürfte.

The King´s Man The Beginning - Filmkritik
©The Walt Disney Company.

The King´s Man: The Beginning – Wer ist die Zielgruppe?

Die Frage ist nur, wie diese Kundschaft aussehen soll. Denn wie schon erwähnt, lassen sich die Grundstile der drei Filme kaum bis gar nicht miteinander vergleichen, außerdem lässt die Liebe zum Detail in allen anderen Bereichen zu wünschen übrig.

Am leichtesten lässt sich dies bei dem Antagonisten erkennen, der wirkt, als wäre er lieblos und unabhängig von der eigentlichen Handlung in den Film gequetscht worden. Vielleicht einfach nur deswegen, weil Spionagefilme, die sich mit einem deutlichen Augenzwinkern an den Bond-Filmen orientieren, einen dazu passenden Superschurken brauchen. Aber musste es auf Gedeih und Verderb sein?

Das bösartige Genie hinter dem Vorhang hat nämlich keinerlei Persönlichkeit, lächerliche Beweggründe und seine große Enthüllung im Finale gleicht dem Schlag ins Gesicht eines jeden Kinogängers, der oder die „The King´s Man“ tatsächlich ernst genommen hat. Fast alles an ihm bleibt, wie so viele andere Details des Films auch, ein ärgerliches Rätsel, dessen Logiklöcher sich selbst mit viel gutem Willen nicht kitten lassen.

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Pro

  • Viele Anspielungen, Easter Egss und Erklärungen zu Teil 1 und 2
  • Gute Charakterausarbeitung
  • Sehr gute Schauspielleistung
  • Technisch hervorragend umgesetzt
  • Gut inszenierte Actionsequenzen

Kontra

  • Inkonsequenter dramatischer Ansatz
  • Blasser, beinahe irrelevanter Bösewicht
  • Viele Logiklöcher und unbeantwortete Fragen
  • Kaum Ähnlichkeiten zu den Vorgängern
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Unterm Strich? Ein durchaus ambitionierter Film, der ohne Zweifel einige Stärken zu bieten hat. Selbst der fragwürdige dramatische Ansatz könnte gefallen, würde er nicht durch dazu vollkommen unpassende Verrücktheiten unterbrochen werden und hätten andere Bereiche des Films ebenfalls so viele Liebe erhalten wie der Fanservice und die Ausarbeitung sowie Darstellung der Hauptcharaktere.

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Roter Magier des Lebens und grauer Jedi unter den Gruftis. Liebt alle Formen von Spielen, allen voran JRPGs und Pen and Paper. Cineast mit starken Gefühlen für den Mainstream und Dr. Nova der Philosophie. Ewiger One-Piece-Fanboy.
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