PLAYCENTRAL TESTS PlayStation VR2

PlayStation VR2 im TEST – Was kann das beste VR-Headset für Konsole?

Von Patrik Hasberg - Test vom 08.03.2023 15:37 Uhr
© Sony/PlayCentral.de

Virtual-Reality-Headsets für Konsolen sind weiterhin Mangelware. Bislang konnten Konsolenbesitzer*innen ausschließlich zwischen Sonys PlayStation VR und dem Nintendo Labo: VR-Set wählen. Wobei dieser Vergleich ganz gewaltig hinkt, schließlich handelt es sich bei Letzterem um einen Pappbausatz für Nintendo Labo, in den die Nintendo Switch geschoben wird und der sich vor allem an Kinder richtet, um erste VR-Erfahrungen auf spielerische Art und Weise zu sammeln.

Doch selbst das erste VR-Headset von Sony kann im Jahr 2023 nicht mehr guten Gewissens empfohlen werden. Zu veraltet ist die Technik und zu umständlich fällt das Anschließen an die PS4 oder (mit Adapter) PS5 aus.

Hinweis: Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass es VR-Headsets anderer Hersteller wie die Oculus Quest 2 gibt, die mit einem speziellen Kabel (Oculus Link) an die Xbox angeschlossen werden kann (funktioniert nur in Kombination mit einem PC). Das HTC Vive Cosmos lässt sich mit einer speziellen Box hingegen an eine PlayStation anschließen (nicht alle VR-Spiele sind kompatibel). Ebenfalls erwähnt sei die Meta Quest 2 von Microsoft und Meta, die es ermöglicht, Game Pass-Spiele auf das VR-Headset zu streamen. In letzterem Fall seht ihr die Spiele allerdings lediglich auf einer großen 2D-Leinwand im dreidimensionalen Raum vor euch.

Und wie steht es bei Microsoft um eine eigene VR-Lösung für Xbox Series X|S? Zwar haben die Redmonder als dritter weltweiter Konsolenhersteller im Bunde bereits mit den HoloLens Mixed-Reality-Headsets oder der Meta Quest 2 Erfahrung auf dem VR-Markt gesammelt, ein eigener und ernsthafter VR-Versuch für Konsolen fehlt bis heute aber gänzlich.

Warum gibt es kaum VR-Headsets für Konsolen?

An dieser Stelle könnte hitzig darüber diskutiert werden, ob eine exklusive VR-Lösung für die jeweilige Konsole überhaupt lohnt, schließlich dürfte der VR-Markt noch immer als ein Nischensegment betrachtet werden, bei dem das jeweilige Produkt auf eine eng definierte Kundengruppe zugeschnitten wird.

Während die VR-Möglichkeiten auf dem PC mit zahlreichen VR-Headsets verschiedener Hersteller aber durchaus eine Daseinsberechtigung gefunden haben, trauen sich Konsolenhersteller weiterhin eher ungern an dieses Thema heran.

Gründe, die gegen VR-Headsets für Konsolen sprechen, sind unter anderem:

  1. Leistungsbeschränkung: Konsolen haben im Vergleich zu leistungsstarken Gaming-PCs in der Regel weniger leistungsstarke Hardware, was bedeutet, dass sie nicht in der Lage sind, VR in der gleichen Qualität wie ein PC darzustellen.
  2. Kosten: VR-Headsets sind im Allgemeinen teuer und Konsolenhersteller scheuen sich viel Geld in die Entwicklung von Zubehör zu investieren, das nur von einem Teil ihrer Nutzerbasis verwendet wird.
  3. Konkurrenz durch PC-VR-Headsets: Die meisten VR-Entwickler haben sich auf die Entwicklung von VR-Software für PC-VR-Headsets konzentriert, da es hier eine größere Nutzerbasis und ein größeres Interesse gibt.

Die aufgezählten Argumente sind natürlich nicht unumstößlich. So besitzen Sony und Microsoft mit der PS5 und Xbox Series X|S mittlerweile sehr wohl leistungsstarke Konsolen, die VR qualitativ darstellen können. Dennoch sind es Gründe, die Konsolenhersteller bei der Planung einer eigenen VR-Alternative stets im Hinterkopf haben dürften.

Sony hat mit der PS VR2 große Pläne. © Sony/PlayCentral.de

Die PlayStation VR2 betritt die Bühne

Und an dieser Stelle betritt die PlayStation VR2 die Bühne. So hat sich Sony für die Entwicklung und Veröffentlichung (22. Februar 2023) eines zweiten PlayStation-exklusiven VR-Headsets entschieden, um einen weiteren Vorstoß in diesen Markt zu wagen.

Wie oft hat sich die PlayStation VR verkauft? Trotz offensichtlicher Schwächen war die PlayStation VR für Sony ein großer Erfolg. Schließlich verkauften sich bis zum 31. Dezember 2019 fünf Millionen Exemplare des VR-Headsets. Weitere Verkaufszahlen wurden nach diesem Zeitpunkt von den Japanern nicht mehr veröffentlicht. Wenig verwunderlich, da Sony sich auf den Release der PS5 (19. November 2020 in Deutschland) vorbereitete und sehr wahrscheinlich bereits an der PS VR2 arbeitete.

Es dürfte also wenig überraschen, dass Sony die PS VR2 auf den Weg gebracht hat. Die PS VR hat sich angesichts des schwierigen Marktes sehr gut verkauft und auch die PS5 als aktuelle Plattform für die PS VR2 war seit dem Release so begehrt, dass die Konsole beinahe zwei Jahre pausenlos ausverkauft war. Damit dürfte es genügend Kunden geben, die auch den Kauf von Sonys neuester VR-Brille in Erwägung ziehen. Wobei sich diese Vermutung in den nächsten Monaten und Jahren erst noch bestätigen muss. Denn nicht jeder ist bereit, zusätzliche 600 Euro in die Hand zu nehmen, um auf der PS5 eine VR-Erfahrung geboten zu bekommen.

Wie gut sich die PlayStation VR2 also letztendlich verkaufen wird, dürfte die spannendste Frage in diesem Artikel darstellen. Wichtig für den Erfolg des VR-Headsets sind die moderne Technik, eine möglichst unkomplizierte Handhabung sowie ein großes und vielseitiges Spiele-Line-up mit einigen Zugpferden, die die Hardware der PS VR2 auch wirklich auszureizen wissen. Wie der aktuelle Stand kurz nach dem Release ausschaut, beleuchten wir in den folgenden Zeilen.

PlayStation VR2 im Test: Wie gut ist die PS VR2?

Wir haben von Sony ein Review-Exemplar der PS VR2 zugeschickt bekommen, um uns einen eigenen Eindruck des VR-Headsets zu verschaffen. Für unseren Test konnten wir verschiedene Spiele ausführlich spielen und so die VR-Erfahrung miteinander vergleichen. Dazu zählte der PS VR2-exklusive Titel Horizon: Call of the Mountain, die VR-Version von Resident Evil Village sowie die Simulation Kayak VR: Mirage.

Der Lieferumfang der PlayStation VR2. © Sony/PlayCentral.de

Zubehör

Was befindet sich im Lieferzubehör? Sonys VR-Headset wird in einem bedruckten blau-weißen Karton geliefert. Im Lieferumfang enthalten sind:

  • 1x PS VR2-Headset
  • 2x Sense-Controller
  • 1x Stereokopfhörer mit sechs austauschbaren Ohrsteckern
  • 1x Gebrauchsanweisung samt Garantie
  • 1x 140 Zentimeter langes USB-Kabel zum Aufladen der beiden Sense-Controller

Wie viel kostet die PS VR2: Der Preis für die PS VR2 liegt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Tests in Deutschland bei 600 Euro. Alternativ könnt ihr das VR-Headset direkt im Bundle mit „Horizon: Call of the Mountain“ für 650 Euro kaufen. Separat verlangt Sony für den Exklusivtitel 70 Euro.

Die wichtigsten Hardware-Spezifikationen im Überblick

Was kann die PS VR2? Im Folgenden haben wir euch die wichtigsten Infos rund um die verbaute Technik der PlayStation VR2 zusammengefasst.

PS VR2-Spezifikationen:

  • Display: Die PlayStation VR2 besitzt ein OLED-Display mit einer Auflösung von 2000 x 2040 Pixeln pro Auge haben.
  • Bildwiederholrate: Die PlayStation VR2 hat eine Bildwiederholrate von 90 Hz bis 120 Hz.
  • Sichtfeld: Das Sichtfeld der PlayStation VR2 wird auf 110 Grad erweitert, was ein breiteres Sichtfeld als die ursprüngliche PlayStation VR-Brille bietet.
  • Tracking: Die PlayStation VR2 verfügt über ein neues Tracking-System namens Inside-Out-Tracking, das die Verwendung von externen Kameras oder Sensoren überflüssig macht und eine präzisere und einfachere Verfolgung der Bewegungen ermöglicht.
  • Haptisches Feedback: Die PlayStation VR2 bietet haptisches Feedback, das ein immersiveres VR-Erlebnis ermöglicht.
  • Augenverfolgung: Die PlayStation VR2 besitzt Eyetracking, um die Bewegungen der Augen zu verfolgen und somit ein realistischeres VR-Erlebnis zu ermöglichen. Beispielsweise merken es die Charaktere in Call of the Mountain, wenn ihr diese direkt anseht, und schauen euch ebenfalls direkt in die Augen.
  • Kompatibilität: Die PlayStation VR2 ist mit der PlayStation 5-Konsole kompatibel und bietet eine nahtlose Integration mit anderen PlayStation-Produkten.

Ist die PS VR2 mit PS4 kompatibel? Nein, die PlayStation VR2 ist nicht mit der PS4 kompatibel. Die PS VR2 wurde speziell für die PS5 entwickelt und ist nur mit dieser Konsole kompatibel. Möchtet ihr die PlayStation VR-Funktionalität mit eurer PS4 nutzen, benötigt ihr die ursprüngliche PlayStation VR-Brille, die mit der PS4 kompatibel ist.

PS VR-Spiele der ersten Hardware-Generation lassen sich zudem nicht auf PS VR2 spielen, denn auf eine Abwärtskompatibilität hat Sony verzichtet. Hier könnten Entwickler allerdings Abhilfe durch entsprechende Updates schaffen.

Wie gut funktioniert die erste Einrichtung der PS VR2?

Der erste Start und die generelle Einrichtung des VR-Headsets sind denkbar einfach. Vor allem aber das Anschließen der PS VR2 ist im Vergleich zum Vorgänger deutlich simpler gestaltet. Hierfür muss lediglich das 4,5 Meter lange und angenehm flexible USB-C-Kabel an der Vorderseite der PS5 angeschlossen werden. Eine dringend notwendige Verbesserung gegenüber des nervigen Kabelsalats des Vorgängers.

Als nächstes wird man durch eine sehr gut gestaltetes und intuitives Tutorial mit selbsterklärenden Bildern geleitet. Beispielsweise möchte der Spielbereich festgelegt werden, was bei uns auf Anhieb gut funktioniert hat, auch wenn unser Büro dank schräger Decke so seine Tücken hat.

Wie bei anderen VR-Headsets auch, solltet ihr bereits im Vorfeld dafür sorgen, dass genügend Platz zur Verfügung steht. Ansonsten kann es durchaus zu Verletzungen kommen, wenn die Hand ungebremst gegen Decke, Wand oder andere Einrichtungsgegenstände saust. Immerhin habt ihr die Wahl, ob ihr im Stehen oder im Sitzen spielen wollt. Wählt ihr lLetzteres, ist der Spielbereich allerdings deutlich eingeschränkter.

Detaileinstellungen zur Steuerung können später im Menü getroffen werden, hier solltet ihr euch ein wenig Zeit nehmen, um die für euch passenden Einstellungen vorzunehmen. Es gibt aber auch bereits vordefinierte VR-Einstellungen, beispielshalber für Veteranen, in der unter anderem die stufenlose Drehung des Charakters gespeichert ist.

Mit dem rechten Knopf lässt sich bequem Passthrough aktivieren. © Sony/PlayCentral.de

Bequemes Passthrough: Sonys setzt bei der PS VR2 auf einen Knopf an der Unterseite des VR-Headsets, um den Sichtmodus zu ändern. Dank Passthrough über die vier Inside-Out-Trackingkameras lassen sich so zum Beispiel bequem die beiden Sense-Controller in der Realität greifen oder eben das Headset anlegen. Ohne die monochrome 2D-Sicht unserer physischen Umgebung fällt das Anlegen des Zubehörs deutlich schwieriger aus. Definitiv eine Funktion, die bei der PlayStation VR fehlte und die wir nun nicht mehr missen möchten.

Hinweis: Die Neukalibrierung eurer Position kann übrigens jederzeit über die entsprechende Taste des rechten Sense-Controllers vorgenommen werden.

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Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.
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