Es ist eine Nachricht, die viele Rollenspielfans hart treffen dürfte: Electronic Arts schließt BioWare. Das kanadische Entwicklerstudio hinter Mass Effect, Dragon Age und Star Wars: Knights of the Old Republic wird nach mehr als drei Jahrzehnten aufgelöst. Gleichzeitig stellt EA die Arbeiten am nächsten Mass-Effect-Spiel ein.
Die Entscheidung gab der Publisher am 21. Oktober 2026 in einer offiziellen Mitteilung an seine Mitarbeiter bekannt. Sie ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung, bei der sich Electronic Arts künftig auf weniger, dafür wirtschaftlich besonders vielversprechende Projekte konzentrieren möchte.
Nach Informationen von Bloomberg sollen im Zuge der Umstrukturierung rund 400 Arbeitsplätze gestrichen werden. Das entspricht ungefähr drei Prozent der Belegschaft. Etwa 50 Beschäftigte sollen bei BioWare betroffen sein.
Auch das nächste Mass Effect wird gestrichen
Besonders bitter für Fans: Mit der Studioschließung endet auch die Entwicklung des nächsten Mass Effect. Das Rollenspiel war bereits 2020 mit einem ersten Teaser angekündigt worden und sollte die traditionsreiche Science-Fiction-Reihe fortsetzen.
Laut EA hatte zuletzt nur noch ein kleines Team bei BioWare an dem Projekt gearbeitet, das sich weiterhin in einer frühen Entwicklungsphase befand. Der Publisher entschied nun, die Entwicklung nicht fortzuführen und den Standort in Edmonton zu schließen.
Ob die Marke Mass Effect irgendwann bei einem anderen Entwicklerstudio zurückkehren könnte, ist derzeit nicht bekannt. Eine solche Fortsetzung hat EA nicht angekündigt.
BioWare selbst veröffentlichte auf seinem offiziellen Blog eine Abschiedsbotschaft. Darin erinnert das Team an die zahlreichen Spielwelten und Geschichten, die es gemeinsam mit seiner Community geschaffen hat.
Von Baldur’s Gate bis Dragon Age: Das Ende einer Rollenspiel-Ära
BioWare wurde 1995 im kanadischen Edmonton gegründet und entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einem der wichtigsten Studios für Computerrollenspiele.
Mit Baldur’s Gate und dessen Nachfolger feierte das Unternehmen Ende der 1990er-Jahre seine ersten großen Erfolge. Es folgten Neverwinter Nights, Star Wars: Knights of the Old Republic und Jade Empire.
Spätestens mit Mass Effect und Dragon Age: Origins etablierte sich BioWare als einer der bekanntesten Entwickler für erzählerisch anspruchsvolle Rollenspiele. Umfangreiche Dialogsysteme, moralische Entscheidungen und Beziehungen zwischen den Spielfiguren wurden zu Markenzeichen des Studios.
Nach der Übernahme durch Electronic Arts im Jahr 2007 entstanden zunächst weitere erfolgreiche Titel, darunter Mass Effect 2 und Mass Effect 3.
In den vergangenen Jahren hatte BioWare allerdings zunehmend mit Problemen zu kämpfen. Mass Effect: Andromeda wurde kontrovers aufgenommen, während der Multiplayer-Shooter Anthem die Erwartungen nicht erfüllen konnte.
Auch das 2024 veröffentlichte Dragon Age: The Veilguard blieb wirtschaftlich hinter den Erwartungen von Electronic Arts zurück.
EA konzentriert sich auf Battlefield, Star Wars und Sportspiele
Die Schließung von BioWare ist Teil einer größeren Umstrukturierung des Publishers. EA möchte seine Investitionen künftig stärker auf erfolgreiche Marken und ausgewählte Großprojekte konzentrieren.
Fortgesetzt werden unter anderem die Arbeiten an neuen Battlefield-Spielen, Apex Legends, Marvel’s Iron Man und dem nächsten Star Wars Jedi.
Außerdem sollen DICE und Respawn Entertainment künftig gemeinsam an einem neuen Shooter-Projekt arbeiten. Welches Spiel dahintersteckt, hat Electronic Arts bislang nicht offiziell bestätigt.
Auch andere Entwicklungsbereiche sind von der Neuausrichtung betroffen. So wird das Sims-Projekt mit dem Codenamen Project Lotus eingestellt, während das Team hinter skate. verkleinert werden soll.
Für BioWare bedeutet die Entscheidung dagegen das endgültige Aus als eigenständiges Entwicklerstudio. Nach über 30 Jahren, zahlreichen Rollenspielklassikern und Millionen begeisterten Spielern endet damit ein bedeutendes Kapitel der Videospielgeschichte.
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