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GTA 6 und Project Americas: Rockstar plante eine gigantische Spielwelt auf zwei Kontinenten

Vice City, die Leonida Keys und die Sümpfe von Grassrivers: Die bisher vorgestellte Welt von GTA 6 umfasst unterschiedliche Landschaften und Orte. Doch Rockstars ursprüngliche Pläne gingen geografisch noch deutlich weiter. Unter dem internen Namen Project Americas sollte das Spiel große Gebiete umfassen, die Nord- und Südamerika nachempfunden waren.

Das geht aus Jason Schreiers Bloomberg-Reportage über die Entstehung von GTA 6 hervor. Darin spricht unter anderem Rob Nelson, einer der Entwicklungsleiter bei Rockstar, über die Anfänge des Projekts. Später wurde der Umfang auf eine fiktive Version von Miami und deren weitere Umgebung konzentriert.

Project Americas begann mit einer Recherchereise nach Miami

Bereits 2015 reisten Rockstar-Mitarbeiter nach Miami, um für den nächsten Grand-Theft-Auto-Teil zu recherchieren. Die Stadt, die als Vorbild für Vice City dient, spielte somit schon in der frühen Planungsphase eine zentrale Rolle.

Damals sollte sich die Welt allerdings nicht auf diese Region beschränken. Der Name Project Americas passte zu dem Vorhaben, Schauplätze aus beiden Teilen des amerikanischen Doppelkontinents einzubeziehen.

Damit waren Gebiete in Nord- und Südamerika gemeint. Eine vollständig nachgebaute, durchgehend bereisbare Version beider Kontinente lässt sich aus den Berichten nicht ableiten. Ebenso fehlt eine belastbare Auflistung der damals vorgesehenen Städte und Länder.

Red Dead Redemption 2 veränderte Rockstars Zeitplan

Ursprünglich wollte Rockstar GTA 6 und Red Dead Redemption 2 parallel entwickeln. Während Rockstar North am nächsten GTA arbeiten sollte, entstand das Western-Abenteuer unter Beteiligung von Rockstar San Diego.

Mit wachsendem Umfang benötigte Red Dead Redemption 2 jedoch immer mehr Unterstützung aus dem gesamten Unternehmen. Laut Nelson musste Rockstar zusätzliche Mitarbeiter und Ressourcen auf den Western konzentrieren. Die Entwicklung von GTA 6 wurde dadurch gegenüber den ursprünglichen internen Plänen um mehrere Jahre zurückgeworfen.

Die Arbeit war für das nächste GTA dennoch nützlich: Auch die für Red Dead Redemption 2 geschaffenen Grundlagen sollten dem späteren Projekt zugutekommen. Nelson beschreibt damit zugleich den Wandel hin zu einer Arbeitsweise, bei der große Teile von Rockstars internationalem Team gemeinsam an einem Hauptprojekt arbeiten.

Die frühere Verschiebung durch den Personalbedarf von Red Dead Redemption 2 und die Verkleinerung der geplanten Spielwelt sind dabei unterschiedliche Entwicklungen. Aus den vorliegenden Aussagen ergibt sich kein genauer Termin, zu dem Rockstar die südamerikanischen Schauplätze aus dem Konzept nahm.

Der Name Project Americas kursiert schon seit Jahren

Project Americas ist kein erstmals aufgetauchter Begriff. Schon im März 2018 berichtete der damalige YouTube-Kanal The Know unter Berufung auf eine anonyme Quelle über diesen Namen, Vice City und mögliche Reisen nach Südamerika. Damals handelte es sich ausdrücklich um ein Gerücht.

Am 27. Juli 2022 berichtete dann Bloomberg über die früheren Pläne. Bereits dieser Artikel beschrieb einen größeren Entwurf mit nord- und südamerikanischen Gebieten sowie die spätere Konzentration auf das fiktive Miami und sein Umland.

Die damalige Berichterstattung erwähnte außerdem Überlegungen, nach der Veröffentlichung weitere Missionen und Städte hinzuzufügen. Eine aktuelle Zusage für solche Kartenerweiterungen ist das nicht. Frühere Entwicklungspläne können sich ändern.

Die heutige GTA-6-Welt umfasst mehr als Vice City

Die Konzentration auf Vice City und Umgebung bedeutet auch nicht, dass GTA 6 ausschließlich innerhalb einer Großstadt spielt. Rockstar stellt auf der offiziellen Website zu Leonida neben Vice City die Leonida Keys, Grassrivers, Port Gellhorn, Ambrosia und Mount Kalaga vor.

Schon bei der Ankündigung im Dezember 2023 beschrieb das Unternehmen Leonida als Schauplatz und sprach von der bislang größten und immersivsten Weiterentwicklung der GTA-Reihe.

Wie weit die verworfenen Project-Americas-Gebiete tatsächlich ausgearbeitet waren, bleibt offen. Die frühen Pläne belegen deshalb auch nicht, dass Rockstar bereits fertige südamerikanische Spielabschnitte entfernt hat. Sie zeigen vor allem, wie stark sich die geografische Ausrichtung eines solchen Großprojekts während seiner Entwicklung verändern kann.

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Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.

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