Wer sich in World of Warcraft auf einen neuen Raid vorbereitet, kann normalerweise schon vorher nachsehen, welche Ausrüstung bei welchem Boss wartet. Datenbanken und BiS-Listen zeigen, welche Gegenstände für die eigene Klasse besonders interessant sind. In WoW Forever soll diese Vorbereitung zumindest zu Beginn eines neuen Inhaltsabschnitts anders aussehen.
Blizzard will die Werte von Gegenständen verbergen, bis das jeweilige Item erstmals bei einem Spieler auf dem Server erbeutet wurde. Das erklärte Senior Game Designer Josh Greenfield in einem Interview mit MMORPG.com. Wer den ersten Raid besucht, soll also noch keine vollständige Liste seiner künftig besten Ausrüstung vorliegen haben.
Wie funktioniert das mit den verborgenen Itemwerten?
Greenfield zufolge werden die Gegenstände so verschleiert, dass ihre Werte vor dem ersten Fund nicht eingesehen werden können. Sobald ein Item bei jemandem auf dem Server fällt, lassen sich seine Eigenschaften entdecken und weitergeben. Es geht nicht darum, Itemwerte dauerhaft geheim zu halten. Der Zeitraum vor dem ersten Fund soll wieder Raum für Überraschungen lassen.
Das ist vor allem für sogenannte BiS-Listen relevant. „Best in Slot“ bezeichnet die Ausrüstung, die für einen bestimmten Platz am Charakter als besonders stark gilt. Solche Listen entstehen auch in WoW Forever, wie Greenfield ausdrücklich einräumt. Sie sollen nur nicht schon vollständig feststehen, bevor Spieler die Beute überhaupt erstmals im Spiel gesehen haben.
Für die ersten Raidgruppen bedeutet das: Sie müssen neue Gegenstände anhand ihrer tatsächlichen Funde bewerten. Später können die Informationen wie gewohnt in Datenbanken und Guides landen. Wie lange es dauert, bis ein vollständiger Überblick entsteht, hängt dann davon ab, was Spieler entdecken und dokumentieren.
Blizzard will auch die Bosse nicht vorab verraten
Die verborgenen Itemwerte sind Teil einer größeren Idee für WoW Forever. Laut Greenfield sollen Spieler vor ihrem ersten Besuch eines neuen Raids auch nicht bereits sämtliche Bosse kennen. Ein Dungeonkompendium, das die Begegnungen sofort erklärt, soll es zunächst ebenfalls nicht geben. Blizzard möchte damit einen Teil des Entdeckens zurückbringen, das bei lange bekannten Classic-Inhalten naturgemäß verloren gegangen ist.
Eine Garantie für dauerhaft unbekannte Strategien ist das nicht. Raidgruppen werden Bosse analysieren, ihre Erkenntnisse teilen und Anleitungen schreiben. Blizzard setzt darauf, dass zumindest die ersten Begegnungen weniger stark von vorab veröffentlichten Listen und Lösungen bestimmt werden.
Dazu passt der grundsätzliche Ansatz von WoW Forever: Das Spiel baut auf dem klassischen Azeroth auf, erweitert es aber dauerhaft um neue Inhalte. Wie sich die Mischung aus Bekanntem und neuen Entdeckungen anfühlt, beschreiben wir auch in unserem Eindruck nach zwei Stunden Anspielen.
Die Beta läuft bereits. Ob Blizzards Schutz der Itemwerte in der Praxis so funktioniert wie beschrieben, wird sich besonders dann zeigen, wenn die ersten neuen Gegenstände und Raid-Inhalte für die Spieler erreichbar sind.
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