Schnell Gold kaufen und damit die gewünschte Ausrüstung sichern? In World of Warcraft: Forever könnte diese Abkürzung den eigenen Account kosten. Blizzard kündigt ein entschlosseneres Vorgehen gegen den unerlaubten Goldhandel an. Dabei sollen ausdrücklich auch die Käufer mit empfindlichen Konsequenzen rechnen.
In einer Entwickler-Fragerunde machte Senior Game Designer Josh Greenfield deutlich, dass der Schutz der Spielwirtschaft zu den wichtigen Zielen für Forever gehört. Gleichzeitig räumte er Versäumnisse beim bisherigen Umgang mit Goldkäufern ein.
Blizzard hält bisherige Strafen für zu nachsichtig
Greenfield zufolge sei Blizzard in der Vergangenheit wohl zu nachsichtig gewesen. Zudem hätten sich manche Maßnahmen zu leicht umgehen lassen. Für WoW Forever kündigte er deshalb an, Goldkäufer „sehr aggressiv“ zu bestrafen.
Seine Warnung verband der Entwickler mit einem persönlichen Beispiel: Er selbst besitze einen mittlerweile 22 Jahre alten WoW-Account. Diesen dauerhaft zu verlieren, sei das gekaufte Gold nicht wert. Dasselbe gelte für jeden anderen Account.
Ein automatischer permanenter Bann für jeden einzelnen Goldkauf lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Einen verbindlichen Strafenkatalog enthalten die zitierten Aussagen nicht. Greenfield spricht die Gefahr eines dauerhaften Accountverlusts aber ausdrücklich an.
Warum Blizzard auch GDKP verbietet
Eng damit verbunden ist eine weitere Entscheidung: GDKP wird in WoW Forever nicht erlaubt sein. Die Abkürzung steht für „Gold Dragon Kill Points“ und bezeichnet ein von Spielern organisiertes System zur Verteilung von Raid-Beute.
Dabei werden erbeutete Gegenstände innerhalb der Gruppe versteigert. Wer am meisten Gold bietet, erhält das jeweilige Item. Die gesammelte Summe wird anschließend unter den Teilnehmern aufgeteilt.
Blizzards Hauptargument gegen dieses System geht über den Echtgeldhandel hinaus. Laut Greenfield kann GDKP so verbreitet werden, dass es klassische Gildenstrukturen verdrängt. Statt langfristig gemeinsam Ausrüstung zu erspielen, gewinnt dann die verfügbare Goldmenge zunehmend an Bedeutung.
Für neue Spieler oder Charaktere mit wenig Vermögen könne dadurch eine hohe Einstiegshürde entstehen. Während etablierte Teilnehmer Gold verdienen, fühlten sich andere möglicherweise zum Goldkauf gedrängt, um überhaupt mithalten zu können.
Auch verdächtige Goldströme sollen im Fokus stehen
Hinzu kommt ein Problem bei der Bekämpfung unerlaubter Geschäfte: Greenfield zufolge lässt sich GDKP dazu missbrauchen, große Goldmengen zu waschen. Durch die Versteigerung und anschließende Verteilung wandert das Gold zwischen zahlreichen Spielern weiter.
Blizzard will die Wirtschaft von Forever deshalb aktiv beobachten. Das GDKP-Verbot und die angekündigten härteren Maßnahmen gegen Goldkäufer betreffen damit zwei miteinander verbundene Bereiche: den Zugang zu Raid-Beute und die Herkunft des dafür eingesetzten Goldes.
Für Spieler bedeutet die Ankündigung vor allem: Wer Gold außerhalb der erlaubten Wege gegen echtes Geld kauft, sollte sich nicht darauf verlassen, mit einer kurzen Zwangspause davonzukommen.
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