Keine Fotos, strenge Zugangskontrollen und Sichtschutz an den Bürofenstern: Rockstar Games betreibt erheblichen Aufwand, um Informationen zu GTA 6 unter Verschluss zu halten. Im laufenden Arbeitsrechtsverfahren um entlassene Beschäftigte werden jetzt Einzelheiten dieser Sicherheitsmaßnahmen öffentlich.
Dabei fällt eine spannende Beschreibung: Ein ehemaliger technischer Leiter soll Rockstar eine „nahezu pathologische Besessenheit von Vertraulichkeit“ attestiert haben. Das berichtet Insider Gaming unter Berufung auf öffentlich geteilte Verfahrensunterlagen.
Geheimhaltung wie bei Apple und Coca-Cola
In den Unterlagen wird der Schutz von Rockstars Spielmechaniken und Designideen mit der Geheimhaltung rund um Apples iPhone und die Coca-Cola-Rezeptur verglichen. Als weiterer Maßstab dient das Sicherheitsniveau einer Wall-Street-Bank.
Laut dem Bericht gelten in den Studios entsprechend strenge Regeln:
- Besucher müssen Verschwiegenheitsvereinbarungen unterschreiben.
- Externe Auftragnehmer werden vor Ort von Sicherheitspersonal begleitet.
- Fotografieren und externe Speichermedien sind untersagt.
- Private Geräte dürfen nicht mit Rockstars Systemen verbunden werden.
- Auch die Arbeit außerhalb der Büros unterliegt Einschränkungen.
Zusätzlich beschäftigt Rockstar demnach fünf Ermittler und eine Leitungskraft in Vollzeit, um möglichen Leaks nachzugehen. Beschäftigte seien außerdem Ziel von Phishing und Täuschungsversuchen, mit denen Außenstehende an vertrauliche Informationen gelangen wollen.
Drohnen sollen durch Bürofenster fotografiert haben
Wie weit die Versuche reichen, Einblicke in die Entwicklung zu bekommen, zeigt eine weitere Schilderung: Rockstar zufolge wurden Drohnen eingesetzt, um durch die Fenster der Büros zu fotografieren. Deshalb habe das Unternehmen Sichtschutzfolien an seinen Gebäuden anbringen müssen.
Wie Sky News aus Rockstars Eröffnungsvortrag berichtet, sieht sich das Unternehmen regelmäßig Angriffen auf seine Sicherheit und IT-Systeme ausgesetzt. Den besonders strengen Schutz begründet Rockstar unter anderem mit dem außergewöhnlichen wirtschaftlichen Wert und Stellenwert von GTA 6.
Warum die Maßnahmen jetzt öffentlich werden
Hintergrund ist ein Verfahren in Glasgow, an dem laut Sky News 23 ehemalige Beschäftigte teilnehmen. Insgesamt waren im Oktober 2025 34 Mitarbeiter in Großbritannien und Kanada entlassen worden.
Die Betroffenen werfen Rockstar vor, sie wegen gewerkschaftlicher Aktivitäten entlassen zu haben. Das Unternehmen weist dies zurück und begründet die Kündigungen mit der Weitergabe vertraulicher Informationen über einen Discord-Server.
Die Sicherheitsmaßnahmen gehören damit zur Argumentation in einem laufenden Streit. Sie beantworten für sich genommen nicht die Frage, ob die Entlassungen rechtmäßig waren. Neue Spielinhalte zu GTA 6 werden durch die Berichte ebenfalls nicht bestätigt. Sie geben vor allem einen Einblick darin, wie aufwendig Rockstar seine Entwicklung vor neugierigen Blicken abschirmt.
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