Die angekündigte Schließung des Firmengeflechts von Jean Pierre Kraemer wird in dieser Form nicht umgesetzt. Mitarbeiter und Management haben nach Abstimmung mit dem Unternehmer beschlossen, mehrere Betriebe wieder zu öffnen und den laufenden Betrieb fortzuführen.
Noch am 1. September hatte Kraemer in einem emotionalen Video erklärt, dass er JP Performance nicht weiterführen und sämtliche Unternehmungen schließen werde. Inzwischen gibt es jedoch eine Kehrtwende.
Diese Betriebe öffnen wieder
Die konkreten Termine gab JP Performance über den offiziellen Instagram-Kanal bekannt:
- Big Boost Burger: ab Montag, 14. September 2026
- CARFFEE: ab Mittwoch, 16. September 2026
- PACE Automobil Museum: ab Mittwoch, 16. September 2026
- Time Attack: ab Mittwoch, 16. September 2026
Damit nehmen vier bekannte Betriebe aus dem Umfeld von JP Performance ihren regulären Betrieb wieder auf. Die wenige Tage zuvor angekündigte vollständige Schließung des Firmengeflechts ist somit zumindest in wesentlichen Teilen vom Tisch.
Die Entscheidung soll ausdrücklich von den Beschäftigten und dem Management getroffen worden sein. Zuvor habe es intensive Abstimmungen mit JP Kraemer gegeben.
Mitarbeiter und Management führen den Betrieb fort
In der Mitteilung begründet JP Performance den Schritt mit der unternehmerischen Verantwortung gegenüber den Menschen und Unternehmen, die von den Betrieben abhängig sind. Hinter den einzelnen Standorten stünden nicht nur Marken, sondern auch „Menschen, Arbeitsplätze, Familien, Geschäftspartner und Verpflichtungen“.
Neben den eigenen Beschäftigten nennt das Unternehmen Zulieferer, Dienstleister und langjährige Partner. Mitarbeiter und Management wollen den Betrieb daher auch in der derzeit schwierigen Situation fortführen.
Die Entscheidung dürfte insbesondere für die rund 80 Beschäftigten der Firmengruppe von Bedeutung sein. Nach Krämers ursprünglicher Ankündigung war zunächst vollkommen offen, was mit ihren Arbeitsplätzen, laufenden Bestellungen und den verschiedenen Dortmunder Standorten passieren würde.
Über die wirtschaftliche Dimension des Firmengeflechts hatte Kraemer bereits 2025 im OMR-Podcast gesprochen. Eine genannte Größenordnung von rund 100 Millionen Euro Jahresumsatz bezeichnete er damals als ungefähr zutreffend. Dabei handelt es sich allerdings um eine Angabe zur gesamten Unternehmensstruktur und nicht um den Umsatz einer einzelnen Firma.
JP Kraemer bleibt in Auszeit
Die Wiedereröffnung bedeutet kein unmittelbares persönliches Comeback von JP Kraemer. In dem Statement wird ausdrücklich erklärt, dass der 45-Jährige weiterhin eine Auszeit nehmen und eine Therapie beginnen werde.
Das Team wolle diese Entscheidung respektieren und ihm den notwendigen Raum geben. Die Wiederaufnahme des Betriebs soll somit zunächst ohne Kraemer als öffentlich sichtbare Schlüsselfigur erfolgen.
Unklar bleibt auch, ob und wann er wieder vor die Kamera zurückkehrt. Sein Abschied vom YouTube-Kanal sowie seine weitere Rolle innerhalb der Unternehmen werden in der aktuellen Mitteilung nicht näher behandelt.
Wie geht es mit JP Performance selbst weiter?
Nicht abschließend beantwortet ist die langfristige Zukunft der eigentlichen JP Performance GmbH und der weiteren Gesellschaften innerhalb des Firmengeflechts. Das neue Statement nennt konkrete Öffnungstermine für Big Boost Burger, CARFFEE, PACE und Time Attack. Ob sämtliche weiteren Unternehmen unverändert fortbestehen, geht daraus nicht hervor.
Auch ein Verkauf, ein Eigentümerwechsel oder eine neue dauerhafte Geschäftsführung wurde bislang nicht angekündigt. Auf der Website von JP Performance wird Kraemer weiterhin als Geschäftsführer geführt.
Deshalb wäre es zu weit gegriffen, bereits von einer vollständigen Rückkehr zum früheren Geschäftsbetrieb zu sprechen. Sicher ist bislang lediglich, dass mehrere Standorte weitergeführt werden und die angekündigte Komplettschließung nicht wie ursprünglich erklärt umgesetzt wird.
Die Vorgeschichte der überraschenden Kehrtwende
Kraemer hatte die Schließung seiner Unternehmen angekündigt, nachdem schwere Vorwürfe im Zusammenhang mit einer körperlichen Auseinandersetzung mit seiner Noch-Ehefrau Julia Meck öffentlich geworden waren. Er räumte in mehreren Videos eigenes Fehlverhalten ein und entschuldigte sich später bei ihr.
Die Staatsanwaltschaft Dortmund nahm ein zuvor eingestelltes Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung und Sachbeschädigung wieder auf. Mehrere Geschäftspartner zogen ebenfalls Konsequenzen und beendeten bestehende Kooperationen.
In seinem anschließend veröffentlichten Abschiedsvideo erklärte Kraemer schließlich, dass er JP Performance nicht weiterführen könne und alle Unternehmungen schließen werde. Unsere ausführliche Meldung zu dieser ursprünglichen Ankündigung findet ihr hier:
Nur wenige Tage später steht nun fest, dass zumindest ein Teil seines unternehmerischen Lebenswerks erhalten bleibt. Wie die Betriebe langfristig ohne Kraemer als öffentliche Leitfigur funktionieren und was aus der Kernmarke JP Performance wird, bleibt vorerst offen.
Öffnet in einem neuen Tab

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