Kaum ein Videospiel genießt einen ähnlich legendären Ruf wie The Legend of Zelda: Ocarina of Time. Entsprechend genau schaut die Community auf jedes Detail des kommenden Remakes für Nintendo Switch 2.
Nach der ausführlichen Vorstellung während der Zelda-Jubiläumspräsentation kursieren inzwischen zahlreiche direkte Vergleiche mit dem Nintendo-64-Original. Diese verdeutlichen den enormen technischen Sprung, haben gleichzeitig aber eine Diskussion über die neue Grafikrichtung ausgelöst.
Link steht im Mittelpunkt der Kritik
Besonders kontrovers wird das neue Modell des jungen Link diskutiert. Einige Fans empfinden seine Proportionen als ungewöhnlich und stören sich an der Kombination aus einem vergleichsweise realistisch gestalteten Gesicht und dem kleinen Körper der Spielfigur.
Weitere Kritik richtet sich gegen die glatten Hautoberflächen, glänzenden Haare und die aufwendig ausgeleuchteten Charaktermodelle. In sozialen Netzwerken wird der Stil teilweise mit technisch beeindruckenden, aber künstlerisch eher austauschbaren Fanprojekten auf Basis der Unreal Engine verglichen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass das Remake tatsächlich mit der Unreal Engine entwickelt wird. Nintendo hat die verwendete Technik bislang nicht bestätigt. Der Vergleich beschreibt lediglich den visuellen Eindruck einiger Spieler.
Auch Prinzessin Zelda und Ruto werden kontrovers aufgenommen. Während ihre Kleidung, Haare und Gesichter wesentlich detaillierter ausfallen, vermissen manche Fans den stärker stilisierten Charme der früheren Versionen.

Umgebungen profitieren deutlich vom Remake
Bei den Schauplätzen fallen die Reaktionen vielfach positiver aus. Die direkten Vergleiche zeigen, wie umfangreich Nintendo bekannte Gebiete neu gestaltet hat.
Der Kokiri-Wald besitzt erheblich mehr Vegetation, Lichtquellen und kleine Details. Schloss Hyrule, der Marktplatz und die verschiedenen Tempel wirken größer und wesentlich lebendiger. Gleichzeitig bleiben der grundsätzliche Aufbau und viele markante Perspektiven des Originals erkennbar.
Nintendo versucht offenbar, die Welt nicht vollständig neu zu interpretieren, sondern die ursprünglichen Schauplätze mit moderner Technik glaubwürdiger auszugestalten. Beleuchtung, Schatten, Wettereffekte und deutlich komplexere Oberflächen sorgen dabei für einen wesentlich realistischeren Gesamteindruck.
Gerade diese Mischung spaltet derzeit die Community. Einige Fans sehen darin genau die aufwendige Neuauflage, die sie sich seit Jahren gewünscht haben. Andere hätten einen stärker stilisierten Grafikstil bevorzugt, der näher an den offiziellen Illustrationen oder der farbenfroheren 3DS-Version liegt.

Erinnerungen an frühere Zelda-Diskussionen
Debatten über den Grafikstil besitzen bei The Legend of Zelda eine lange Tradition. Als Nintendo Anfang der 2000er-Jahre erstmals The Wind Waker zeigte, lehnten zahlreiche Fans dessen comichafte Cel-Shading-Grafik zunächst ab. Später entwickelte sich der Stil zu einem der bekanntesten und langlebigsten Designs der Reihe.
Auch Twilight Princess und Breath of the Wild lösten mit ihren jeweils eigenen visuellen Richtungen Diskussionen aus. Dass nun ausgerechnet ein Remake von Ocarina of Time ähnliche Reaktionen hervorruft, ist daher wenig überraschend.
Der Unterschied besteht darin, dass viele Spieler mit dem Original besonders starke Erinnerungen verbinden. Selbst die kantigen Figuren und einfachen Texturen der Nintendo-64-Version gehören für sie untrennbar zur Atmosphäre des Spiels.
Mehr als nur eine neue Grafik
Das Ocarina of Time Remake beschränkt sich nicht auf eine technische Überarbeitung. Nintendo modernisiert außerdem die Steuerung und ergänzt verschiedene Komfortfunktionen.
Link kann unter anderem per Tastendruck springen, während eine frei bewegliche Kamera die Erkundung erleichtert. Die sogenannten Fäden der Zeit sollen Spielern bei der Orientierung helfen. Darüber hinaus wurde die Bedienung der Okarina erweitert.
Am grundsätzlichen Aufbau des Abenteuers hält Nintendo jedoch fest. Serienproduzent Eiji Aonuma beschreibt das Projekt als werkgetreue Neuinterpretation mit moderner Technik.

Wann erscheint das Ocarina of Time Remake?
The Legend of Zelda: Ocarina of Time erscheint am 5. November 2026 exklusiv für Nintendo Switch 2.
Bis zur Veröffentlichung kann Nintendo noch an Beleuchtung, Charaktermodellen und einzelnen Animationen arbeiten. Ob sich der ungewohnt realistische Stil nach mehreren Stunden im Spiel harmonischer anfühlt als in isolierten Screenshots, lässt sich daher erst mit der fertigen Version beurteilen.
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