Seit der jüngsten Präsentation von GTA 6 wird nicht nur über die enorme Größe von Leonida oder die neuen Gameplay-Systeme diskutiert. Auch die Grafik sorgt für reichlich Gesprächsstoff. Einige Spieler werfen Rockstar Games vor, dass der kommende Teil optisch gar nicht so weit von GTA 5 entfernt sei.
Einer, der diese Kritik überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist Ned Luke, die Stimme und das Performance-Capture-Modell von Michael De Santa aus GTA 5. In einer Reaktion auf das neue Material bezeichnete er entsprechende Vergleiche ziemlich deutlich als Unsinn.
Gegenüber den Kritikern erklärte Luke:
„Das sieht überhaupt nicht wie GTA 5 aus. Ich glaube, die sind völlig verrückt. Und eines kann ich euch sagen: So gut habe ich in GTA 5 nie ausgesehen.“
Die Aussage stammt aus einer längeren Reaktion des Schauspielers auf das aktuelle GTA-6-Material.
Ned Luke sieht einen gewaltigen technischen Sprung
Luke beschränkt sich dabei nicht nur auf die reine Grafikqualität. Besonders beeindruckt zeigt er sich von den Animationen der Figuren und davon, wie natürlich sich Jason und Lucia bewegen.
Der Schauspieler erinnert sich dabei an seine eigene Arbeit an GTA 5 und weist darauf hin, dass Michael technisch deutlich eingeschränkter gewesen sei. Unter anderem habe sich die Figur nicht annähernd so realistisch bewegt und konnte laut Luke nicht einmal so natürlich aufrecht stehen wie die Charaktere im neuen Spiel.
Interessant ist dabei seine Einordnung der Generationensprünge. GTA 5 sei gegenüber GTA 4 bereits ein riesiger Schritt gewesen. Bei GTA 6 sieht Luke nun offenbar einen noch größeren Sprung gegenüber GTA 5.
Warum GTA 6 auf den ersten Blick trotzdem vertraut wirkt
Dass manche Spieler GTA 6 optisch mit GTA 5 vergleichen, ist zumindest nicht völlig überraschend. Beide Spiele setzen auf eine realistische Darstellung moderner US-Schauplätze, Fahrzeuge, Straßen und Figuren. Gleichzeitig ist GTA 5 durch seine zahlreichen Neuveröffentlichungen und technischen Upgrades bis heute präsent.
Bei genauerem Hinsehen liegen zwischen den beiden Spielen allerdings enorme technische Unterschiede. GTA 5 erschien ursprünglich bereits 2013 für PS3 und Xbox 360. GTA 6 wird dagegen gezielt für die aktuelle Konsolengeneration entwickelt.
Rockstar investiert entsprechend deutlich mehr Rechenleistung in Bereiche, die auf Screenshots nicht immer sofort ins Auge springen: Animationen, Physik, NPC-Verhalten, Beleuchtung und die Dichte der Spielwelt.
GTA 6 soll deutlich mehr Animationen besitzen
Wie groß der Unterschied bei den Animationen ausfallen könnte, zeigte zuletzt eine weitere bemerkenswerte Angabe. GTA 6 soll demnach auf rund 600.000 NPC-Animationen kommen. GTA 5 brachte es im Vergleich auf ungefähr 55.000 Animationen.
Allein diese Größenordnung würde erklären, warum Figuren im neuen Teil wesentlich natürlicher auf ihre Umgebung reagieren können.
Gerade bei einer Open World wie GTA 6 ist das entscheidend. Ein grafischer Generationssprung besteht schließlich nicht nur aus höher aufgelösten Texturen oder detaillierteren Charaktermodellen. Viel wichtiger ist, wie glaubwürdig sich eine Welt in Bewegung verhält.
Jason und Lucia wirken deutlich natürlicher
Das dürfte auch der Punkt sein, auf den Ned Luke mit seinem Vergleich abzielt.
Die bisher gezeigten Szenen mit Jason und Lucia vermitteln einen wesentlich stärkeren Eindruck von Körpergewicht und natürlichen Bewegungsabläufen. Figuren reagieren glaubwürdiger auf ihre Umgebung, Animationen gehen fließender ineinander über und selbst kleine Bewegungen wirken weniger statisch.
Gerade Rockstar hat in diesem Bereich bereits mit Red Dead Redemption 2 einen deutlichen Schritt gemacht. GTA 6 soll diese Technik nun noch einmal weiterführen.
Luke dürfte dabei einen besonderen Blick auf das Thema haben. Als Michael-Darsteller war er selbst unmittelbar an Motion- und Performance-Capture für GTA 5 beteiligt und kennt entsprechend gut, welche technischen Grenzen Rockstar damals hatte.
Rockstar will nicht nur bei der Grafik zulegen
Die jüngsten Aussagen aus dem Umfeld der Entwickler zeichnen ohnehin das Bild, dass Rockstar bei GTA 6 weniger auf einen einzelnen grafischen Wow-Effekt setzt und stattdessen die gesamte Simulation deutlich komplexer machen möchte.
So erklärte Rockstar-North-Co-Studioleiter Rob Nelson zuletzt, dass die Welt so groß und umfangreich sei, dass selbst innerhalb des Entwicklerteams niemand jeden Winkel kennen dürfte. Spieler sollen viele Inhalte außerdem ohne Missionsmarker oder offensichtliche Symbole auf der Karte entdecken.
Damit geht der technische Fortschritt weit über Charaktermodelle hinaus. GTA 6 soll stärker als bislang darauf setzen, dass sich Leonida wie eine eigenständige Welt anfühlt, in der auch abseits der eigentlichen Story ständig etwas passieren kann.
Vergleich mit GTA 5 dürfte noch lange weitergehen
Bis zum Release wird GTA 6 zwangsläufig immer wieder mit GTA 5 verglichen werden. Schließlich gehört der Vorgänger zu den erfolgreichsten Spielen aller Zeiten und begleitet Rockstar inzwischen seit mehr als einem Jahrzehnt.
Ned Luke hält die Behauptung, beide Spiele würden praktisch gleich aussehen, allerdings für vollkommen daneben. Für ihn ist bereits das bisher gezeigte Material ein klarer Beleg dafür, wie weit Rockstar seine Technik seit GTA 5 weiterentwickelt hat.
Ob GTA 6 diesen Eindruck am Ende auch im laufenden Spiel bestätigt, wird sich erst nach der Veröffentlichung zeigen. Die Animationen, Charaktermodelle und die bislang gezeigte Dichte der Welt deuten aber schon jetzt darauf hin, dass Rockstar technisch deutlich über den Vorgänger hinausgehen möchte.
GTA 6 erscheint am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S.
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