Rockstar Games möchte die offene Welt von GTA 6 so glaubwürdig wie möglich gestalten. Wie groß der dafür betriebene Aufwand ausfällt, verdeutlicht eine neue Zahl: Das Actionspiel verfügt über weit mehr als 600.000 Animationen – und damit über doppelt so viele wie Red Dead Redemption 2.
Die Bewohner von Leonida sollen dabei nicht einfach aus zufällig kombinierten Körperteilen und Kleidungsstücken entstehen. Stattdessen verfolgt Rockstar Games bei den NPCs einen weitgehend maßgeschneiderten Ansatz.
GTA 6 stellt die Vorgänger deutlich in den Schatten
Die Zahl stammt aus einem ausführlichen Bericht der New York Times, für den die Redaktion Rockstar North besuchte und mit mehreren führenden Entwicklern sprach. Demnach enthält GTA 6 weit mehr als 600.000 Animationen.
Zum Vergleich: Bei GTA 5 waren es laut Rockstar Games rund 55.000 Animationen. Das technisch bereits ausgesprochen aufwendige Red Dead Redemption 2 brachte es auf ungefähr 300.000. GTA 6 bietet somit mehr als zehnmal so viele Animationen wie sein direkter Vorgänger und mehr als doppelt so viele wie Rockstars Western-Epos.
Dabei handelt es sich allerdings nicht, wie teilweise berichtet, ausdrücklich um 600.000 einzigartige NPC-Animationen. Rockstar spricht allgemein von der Gesamtzahl der Animationen im Spiel. Die Angabe fällt innerhalb des Berichts jedoch in einen Abschnitt über die wesentlich aufwendiger gestalteten Bewohner der offenen Welt.
Für deren Entwicklung stellte Rockstar Games in Los Angeles ein eigenes Team aus Autoren, Regisseuren und Produzenten zusammen. Dieses beschäftigt sich ausschließlich damit, die NPCs glaubwürdiger und individueller wirken zu lassen.
Jeder NPC wird gezielt gestaltet
Anstatt Aussehen und Kleidung ausschließlich über prozedurale Systeme zusammenzusetzen, werden die Bewohner von Leonida gezielt von den Entwicklern gestaltet. Rockstar-North-Chef Aaron Garbut erklärte, das Team habe bei jedem einzelnen NPC die künstlerische Gestaltung festgelegt.
Auch die Umgebung soll erkennen lassen, dass die Figuren tatsächlich ein Leben innerhalb der Spielwelt führen. In Innenräumen wurde beispielsweise berücksichtigt, wer sich dort aufhält, welche Getränke auf den Tischen stehen und welche Spuren die Bewohner hinterlassen haben. Selbst auf Fotos an den Wänden sollen die jeweils passenden Personen mit ihren Tätowierungen und Familienmitgliedern zu sehen sein.
Wie deutlich sich das auf das Verhalten auswirkt, zeigt ein Vergleich mit GTA 5. Stieß der Spieler dort einen Passanten an und ließ dieser einen Gegenstand fallen, vergaß die Figur das Geschehen anschließend schnell wieder und ging einfach weiter. In GTA 6 sollen NPCs solche Situationen wahrnehmen und nachvollziehbarer darauf reagieren.

Rockstars bisher dichteste offene Welt
Entwicklungsleiter Rob Nelson bezeichnet GTA 6 als Weiterentwicklung der Systeme aus Red Dead Redemption 2. Dessen interaktive Spielwelt sei allerdings noch vergleichsweise dünn besiedelt gewesen. Nun müsse dieselbe Detailtiefe in einer modernen und wesentlich dichteren Umgebung funktionieren.
Der große Unterschied soll deshalb nicht allein in schöneren Figuren oder einer höheren Bevölkerungszahl liegen. Rockstar Games möchte erreichen, dass sich die Menschen am Strand, in Nachtclubs oder auf den Straßen unterschiedlich verhalten und glaubwürdig auf Ereignisse in ihrer Umgebung reagieren.
GTA 6 erscheint am 19. November 2026 für PS5, Xbox Series X und Xbox Series S.

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