Ein 18-jähriger Entwickler verlangte aus Spaß 200 Dollar für sein Steam-Spiel und erzielte damit plötzlich einen siebenstelligen Bruttoumsatz. Reich wurde er trotzdem nicht: Von 6.717 Käufern forderten 6.707 ihr Geld zurück.
Für einen kurzen Moment sah es so aus, als hätte Michael Major mit einem ungewöhnlichen Scherz den großen Durchbruch geschafft. Sein Steam-Spiel „This Game Costs 200 Dollars“ erzielte einen Bruttoumsatz von rund 1,38 Millionen US-Dollar.
Auf dem Konto des 18-jährigen Solo-Entwicklers landete davon allerdings nur ein winziger Bruchteil. Fast sämtliche Käufer ließen sich den Kaufpreis wieder erstatten. Am Ende blieben Major nach eigenen Angaben lediglich 2.045 Dollar.
6.717 Verkäufe und 6.707 Rückerstattungen
Die ungewöhnliche Geschichte schilderte Major gegenüber dem US-Fernsehsender WMUR-TV. Demnach wurde sein Spiel insgesamt 6.717 Mal gekauft. Bei einem Preis von 199,99 Dollar ergibt sich daraus der beeindruckende siebenstellige Bruttoumsatz.
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Doch 6.707 Käufer machten anschließend von der Rückgabemöglichkeit auf Steam Gebrauch. Das entspricht einer Refund-Quote von rund 99,9 Prozent. Lediglich zehn Exemplare wurden demnach nicht zurückgegeben.
Als Major den Umsatz erstmals sah, konnte er die Zahl selbst kaum glauben. Die Freude über den vermeintlichen Millionenhit hielt jedoch nicht lange an, da die Rückerstattungen bereits in der Statistik berücksichtigt wurden.
Der Entwickler hat das Geld somit nicht erst erhalten und anschließend wieder verloren. Bei den 1,38 Millionen Dollar handelte es sich um den theoretischen Bruttoumsatz vor den Refunds. Tatsächlich ausgezahlt wurden ihm nur etwas mehr als 2.000 Dollar.
Was ist „This Game Costs 200 Dollars“?
Bei dem Spiel handelt es sich um ein bewusst überteuertes Comedy-Projekt. Major veröffentlichte zunächst „This Game Costs 10 Dollars“ und brachte bereits wenige Tage später den deutlich kostspieligeren Nachfolger heraus.
„This Game Costs 200 Dollars“ erschien am 30. Januar 2026 unter dem Namen Stolen Valor Studios. Auf der Steam-Seite bezeichnet der Entwickler das Spiel selbst als psychologische Comedy-Erfahrung und als ultimativen Schwindel.
Hinter dem kuriosen Marketing steckt tatsächlich ein spielbares Produkt. Es handelt sich um ein schlicht gehaltenes Top-down-Abenteuer mit verschiedenen Räumen, Figuren, Kommentaren des Entwicklers und insgesamt zehn möglichen Enden.
Die Beschreibung macht keinen Hehl daraus, dass der ungewöhnlich hohe Preis der eigentliche Witz ist. Major versucht darin ausdrücklich, neugierige Steam-Nutzer davon zu überzeugen, dennoch 200 Dollar für das Spiel auszugeben.
Entgegen seiner Aussage ist dies allerdings nicht der maximal mögliche Preis auf Steam. Im Store wurden bereits andere Spiele für 500 oder sogar 1.000 Dollar angeboten.
Warum wurde das Spiel so häufig gekauft und sofort zurückgegeben?
Ein großer Teil der Käufe soll aus China gekommen sein. Besonders merkwürdig: Viele Käufer starteten das Spiel offenbar kein einziges Mal, bevor sie eine Rückerstattung beantragten.
Warum Tausende Nutzer nahezu gleichzeitig 200 Dollar für den Titel ausgaben und den Kauf anschließend wieder rückgängig machten, ist nicht bekannt. Major vermutet, dass das Spiel möglicherweise durch eine Werbekampagne oder eine andere koordinierte Aktion Aufmerksamkeit erhielt.
Auch die Möglichkeit eines Geldwäschesystems brachte der junge Entwickler scherzhaft ins Gespräch. Belege dafür gibt es jedoch nicht. Ebenso ist nicht bekannt, ob Valve selbst bei einem Teil der Transaktionen eingegriffen hat.
Gegen eine einfache Methode zum Sammeln von Steam-Punkten spricht, dass Valve die durch einen Kauf erhaltenen Punkte bei einer Rückerstattung wieder vom Konto abzieht.
Damit bleibt vorerst ungeklärt, was hinter den Tausenden Käufen steckte. Valve hat sich zu dem ungewöhnlichen Vorgang bislang nicht öffentlich geäußert.
Vom Millionär zum erfolgreichen Scherz
Auch wenn Major kein Steam-Millionär geworden ist, verlief sein Experiment finanziell nicht vollkommen erfolglos. Für ein kleines Spiel, das ursprünglich lediglich als Witz gedacht war, sind Einnahmen von rund 2.000 Dollar durchaus beachtlich.
Darüber hinaus sorgte die bizarre Verkaufsgeschichte inzwischen für internationale Aufmerksamkeit. Und vielleicht war „This Game Costs 200 Dollars“ noch nicht das Ende: Major brachte gegenüber WMUR-TV bereits scherzhaft einen noch teureren Nachfolger ins Gespräch.
Was glaubt ihr: Warum haben Tausende Nutzer das Spiel gekauft und anschließend sofort zurückgegeben?






