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id Software: Zwei Drittel der verbliebenen Doom-2016-Entwickler sollen entlassen worden sein

Die jüngsten Xbox-Entlassungen haben id Software offenbar noch härter getroffen als zunächst angenommen. Einem neuen Bericht zufolge wurden rund zwei Drittel der verbliebenen Entwickler entlassen, die bereits an Doom von 2016 gearbeitet hatten.

Wichtig ist die genaue Formulierung: Gemeint sind nicht zwei Drittel des gesamten damaligen Entwicklungsteams, sondern rund zwei Drittel jener Doom-2016-Veteranen, die vor der aktuellen Entlassungsrunde noch bei id Software beschäftigt waren.

Viele erfahrene Entwickler mussten gehen

Mehrere anonyme aktuelle und ehemalige Beschäftigte erklärten gegenüber Game Developer, dass unter den Entlassenen zahlreiche besonders vielseitige Mitarbeiter gewesen seien. Diese hätten in verschiedenen Bereichen gearbeitet und über Jahre wichtiges Wissen über Doom und die hauseigene id-Tech-Engine aufgebaut.

Insgesamt wurden bei id Software nach derzeit bestätigten Angaben 136 Stellen gestrichen. 96 davon entfielen auf den Standort Richardson in Texas, weitere 40 auf Remote-Positionen. Damit verlor das Studio mehr als die Hälfte seiner Belegschaft.

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Beschäftigte widersprechen Hugo Martin

Studioleiter Hugo Martin hatte nach den Entlassungen versucht, die Sorgen der Fans zu beruhigen. Das Studio sei nicht vollständig „ausgehöhlt“ worden und besitze weiterhin die benötigten Mitarbeiter, um bekannte Spiele und Technologien zu entwickeln.

Martin verwies zudem darauf, dass das aktuelle Team ungefähr so groß sei wie während der Entwicklung von Doom 2016.

Diese Einordnung stößt intern offenbar auf deutlichen Widerspruch.

Ein aktueller Mitarbeiter erklärte, viele Entlassene hätten Martins Aussage als Abwertung ihrer bisherigen Beiträge empfunden. Die reine Anzahl der Beschäftigten sage wenig über die verlorene Erfahrung aus. Sinngemäß sei das heutige Doom-Team nur noch zur Hälfte vorhanden, während die andere Hälfte entlassen worden sei.

Vergleich mit Doom 2016 greift offenbar zu kurz

Laut einer weiteren Quelle lässt sich die heutige Studiogröße nicht ohne Weiteres mit dem Team von 2016 vergleichen.

Während der langjährigen Entwicklung von Doom habe id Software massiv Personal eingestellt und zusätzlich externe Studios einbezogen. Dazu gehörten unter anderem Escalation Studios und Certain Affinity. Allein Certain Affinity beschäftigte zu diesem Zeitpunkt laut der Quelle rund 140 Entwickler, während ein weiteres Support-Team aus 21 Personen bestand.

Die Aussage, id Software sei heute zahlenmäßig ähnlich groß wie damals, bilde den tatsächlichen Produktionsaufwand des Spiels daher nur unvollständig ab.

Doom 2016 entstand unter erheblichem Crunch

Die anonymen Entwickler erinnerten außerdem daran, dass Doom 2016 eine schwierige Entwicklung hinter sich hatte.

Unter Einbeziehung des zunächst eingestellten Doom-4-Konzepts dauerte die Produktion ungefähr sieben Jahre. In der entscheidenden Phase seien sehr viele Überstunden und erheblicher Crunch notwendig gewesen. Einige Mitarbeiter hätten damals eine aus Sicht der Quellen gesundheitlich problematische Zahl an Arbeitsstunden geleistet und seien nun ebenfalls von den Entlassungen betroffen.

Gerade deshalb empfinden Betroffene den Vergleich mit der damaligen Teamgröße offenbar als besonders problematisch.

Zukunft von Doom und id Tech bleibt umstritten

id Software versichert weiterhin, genug Personal für neue Spiele und die eigene Technologie zu besitzen. Ehemalige Entwickler äußerten dagegen Zweifel daran, ob das verbliebene Team die id-Tech-Engine langfristig in gleicher Qualität weiterentwickeln kann.

Mehrere Entlassene erklärten, das Studio habe mit den Kürzungen jahrzehntelang aufgebautes technisches Wissen verloren. Einige können sich derzeit kaum vorstellen, wie id Software ein weiteres großes Spiel vollständig auf Basis von id Tech produzieren soll.

Offiziell ist die Doom-Reihe allerdings nicht beendet. Hugo Martin betonte, dass id Software weitere Doom-Spiele entwickeln möchte. Welche Form das nächste Projekt annimmt und wie weit es bereits fortgeschritten ist, ist nicht bekannt.

Die Entlassungen treffen id Software zu einem bitteren Zeitpunkt

Besonders brisant ist der Zeitpunkt der Kürzungen. id Software hatte erst kürzlich Doom: The Dark Ages veröffentlicht und arbeitete parallel an zusätzlichen Inhalten.

Trotz positiver Reaktionen auf das Spiel und seine Erweiterungen wurde die Belegschaft drastisch verkleinert. Für Microsoft mag das Studio damit weiterhin arbeitsfähig sein. Für viele Beschäftigte und Beobachter stellt sich aber die Frage, wie viel Erfahrung und kreative Kontinuität dabei verloren gegangen ist.

Jens A.

Wenn bei GTA der fünfte Wagen brennt und irgendwo ein NPC flucht, ist Jens wahrscheinlich nicht weit. Bei PlayCentral kümmert er sich mit viel Herzblut um alles, was zockt, kracht und Spaß macht. Sei es ein Blockbuster mit Millionenbudget oder ein Indie-Perle mit Retro-Charme. Sein Fachgebiet? Open Worlds, Chaos-Sandboxen und Games, bei denen man "nur mal kurz reinschauen" wollte und dann plötzlich 3 Stunden später noch da sitzt. Immer kritisch, meistens fair und manchmal leicht übermüdet vom letzten Games-Marathon.
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