PLAYCENTRAL TEST Overwatch

Overwatch: Gewohnte Blizzard-Genialität und Shooter-Revolution? Unser Test

Von Pierre Magel - Test vom 03.06.2016 11:02 Uhr

Wann immer Blizzard Entertainment mit einem neuen Spiel an den Start geht, ist die Aufmerksamkeit gewaltig. Wird es 'the next big thing'? Kann es ein bereits existierendes Genre zu einem neuen Hoch verhelfen? All diese Fragen muss sich auch der Team-Shooter Overwatch stellen. Wir haben uns in die bunten Welten des Buy2Play-MMOs gestürzt und wollen herausfinden, ob die Blizzard-Magie zündet oder am Ende doch der Schuss nach hinten losgeht – im wahrsten Sinne.

Overwatch ist Blizzard. Was nicht nur die korrekte Bezeichnung des Entwicklerstudios ist, bedeutet auch, wie viel Wissen und Erfahrung des Teams in dem Buy2Play-Shooter steckt, der vor einer Woche seinen Release offiziell feierte. Wie die Entwickler selbst sagen, sind von vielen Spielen des eigenen Studios Einflüsse integriert worden, die für ein gewohntes Gefühl trotz neuem Genre sorgen sollen. Selbst das mittlerweile leider eingestellte Titan, das ein gänzlich neues MMORPG werden wollte, hat seine Spuren in Overwatch verewigt. Kann das 'Allstar'-Game also auch die Tradition der tollen Spiele seitens Blizzard fortführen? Wie gut kann Blizzard Shooter?

Da sind sie Meister – die Hintergrundgeschichte

Gebt Blizzard ein beliebiges Thema, lasst sie die Hintergrundgeschichte erfinden und dazu animierte Kurzfilme erstellen und schon ist Großartiges geboren. Was durch die Bank weg bei allen Spielen kinderleicht zu funktionieren scheint, läuft auch bei Overwatch einwandfrei. Das Team spendiert dem Shooter in unregelmäßigen Abständen hervorragend produzierte Filme, Comics und Blogeinträge, die das Szenario der Welt lebendiger wirken lassen.

"Krieg. Als die Welt sich am Rande der Anarchie befand keimte neue Hoffnung auf. Eine internationale Eliteeingreiftruppe zur Beendigung des Krieges und der Wiederherstellung der Freiheit aller Nationen. Overwatch – Soldaten, Wissenschaftler, Abenteurer, Außenseiter. Wächter, die eine Generation lang den globalen Frieden gesichert haben. Unter ihrem Schutz erholte sich die Welt. Und heute, obwohl ihre Wacht beendet ist sind ihre heeren ideale der Freiheit und Gleichheit unvergessen."

Overwatch ist die namensgebende Organisation, die den Krieg gegen die viel zu intelligent und selbstständig gewordenen Roboter ausfechten will. Sie stehen für das Gute, möchten Frieden erzeugen und lehnen sich gegen die bösen Mächte auf. Doch dieses Bild bröckelte in der Welt des Titels – schlimme Vorwürfe der Organisation gegenüber reichten aus, um böses Blut zu streuen. Nach einem Gerichtsurteil musste Overwatch sogar aufgelöst werden und konnte, offiziell zumindest, den Kampf nicht fortsetzen. Die einzelnen Helden verstreuten sich, verloren sich. Doch ihr Wille für den Kampf um Gerechtigkeit blieb stark wie nie zuvor.

Hier bin ich – und jetzt?

Nach einem kurzen Tutorial geht es in Overwatch direkt los. Der Titel ist ein glasklarer Multiplayer-Shooter. Nicht mehr, nicht weniger. Wer nicht gegen die KI in einem Übungsgefecht einen von 21 Helden ausprobieren oder die unterschiedlichen, überall auf der Welt verteilten Karten, erkundschaften mag, der stürzt sich sofort in den Kampf gegen echte Gegenspieler. Wichtig: Noch fehlt der Modus für die Ranglistenspiele. Dieser folgt allerdings in einem bald erscheinenden Update.

Die Blizzard Regel

Kaum ein Entwicklerstudio hat das Leitmotto "Einfach zu lernen, schwer zu meistern" so sehr verinnerlicht wie Blizzard. Ab der ersten Sekunde kann man sich in Overwatch wohlfühlen. Es gibt sehr einfache Helden, die kaum Eingewöhnungszeit brauchen und auch die unterschiedlichen Aufgaben innerhalb der Maps sind leicht erklärt – verteidige Punkt A und B, erobere Punkt C und D, bringe Fracht XY zum Zielpunkt. Manchmal kombinieren die Maps auch zwei dieser Modi miteinander. Das geht schnell zur Routine über, kaum ist man im Spiel drin, meint man die Basics zu kennen.

Bis man dann Blut geleckt hat und mehr will. Mehr Tiefe. Mehr Können und mehr Wissen über die Spielmechaniken. Overwatch ist verdammt tiefgründig, bietet eine Menge Möglichkeiten sein eigenes Spiel zu verbessern – wenn man das denn will. Und genau hier kommt auch der entscheidende Faktor: Man muss Overwatch regelrecht perfektionieren wollen, um lange großen Spaß daran zu haben – ähnlich wie bei MOBAs. Da man die immer gleichen 21 Helden zur Auswahl hat, die immer gleichen Maps spielt und auch die einzelnen Modi und Aufgaben innerhalb der Spiele sich nicht groß unterscheiden, liegt die Würze des Titels darin, neue, immer bessere Taktiken herauszufinden. Sich mit den Helden zu beschäftigen, Symbiosen zu erkennen und, noch wichtiger, Konter gegen feindliche Helden in Erfahrung zu bringen.

Was zunächst wie ein buntes Spiel inklusive mitunter niedlicher Helden für die ganze Familie wirkt, zielt voll auf die Hardcore-Spieler innerhalb der Community ab. Overwatch ist eSport. Overwatch ist kompetitives Spielen gegen andere. Um zu gewinnen.

Ich wäre gerne stark

Sollte man den Fehler machen, aufgrund der verschiedenen Helden, der unterschiedlichen Fähigkeiten und dem generellen Spielgefühl eine Art Shooter-MOBA zu erwarten, so muss man das schnell wieder vergessen. Overwatch ist im Herzen ein Shooter und trägt das auch gut sichtbar auf dem Gewand in die Welt hinaus.

Was mich jedoch von der ersten Sekunde an gestört hat, ist, dass mir, ähnlich wie in Heroes of the Storm, die Möglichkeit fehlt, ein Spiel alleine zu entscheiden. Auch in einem Counter-Strike ist es trotz fehlender Level, Freischaltbarkeiten oder anderer Fortschritte während des Matches möglich, mit Talent ein gegnerisches Team komplett auszuschalten. In Overwatch mag das auch gehen, ist aber aufgrund der verschiedenen Rollen – Tank, Heiler, Offensivheld, Defensivheld – eher super schwierig. Das macht Overwatch zu einem hundertprozentigem Teamspiel. Das ist bei weitem nicht schlecht und sogar genau das, was Blizzard wollte. Man muss es nur mögen. Denn…

Das Matchmaking – Schwäche und Stärke zugleich

…das Matchmaking kann zu Problemen führen. Wer sich als Einzelkämpfer für ein 6vs6-Gefecht anmeldet, ist den zufällig zugelosten Mitspielern vollkommen ausgeliefert. Wenn dann Spieler dabei sind, die idiotisches Gameplay wollen oder schlicht keine Ahnung haben, ist schon viel verloren. Gerade auf Karten, die tendenzielle Vorteile für Angreifer oder Verteidiger bieten, ist ein ausgeklügeltes und taktisches Vorgehen Pflicht.

Jedoch liegt auch hier genau die Stärke: Overwatch mit Freunden macht wahnsinnig viel Spaß und gehört ganz klar in die Kategorie 'Genreprimus'. Sich mit fünf Freunden absprechen, gemeinsam Taktiken überlegen und dann sogar die Möglichkeit haben, Helden genau abzustimmen – das macht viel aus. Das ist toll und erklärt das Phänomen Overwatch schon alleine für sich genommen.

Zukunftsblick

Overwatch ist typische Blizzard-Kost und wird seinen Erfolg noch auf lange Sicht beibehalten können. Spätestens wenn der Ranglistenmodus für noch mehr Tiefe und Motivation sorgt, gibt es erneut einen Schub für den Titel. Motivation ist aktuell nämlich eine eher selbstgesuchte Sache – außer den Lootboxen zu jedem Levelaufstieg passiert sonst nicht viel, was in irgendeiner Form motivierende Züge annimmt.

Mehr Hintergrundgeschichte. Mehr frei verfügbare Helden. Ranglistenspiel und weitere Features. Overwatch dürfte sich lange halten.

89
Overwatch im Test

Fazit und Wertung von Pierre Magel

Buy2Play war die richtige Entscheidung für Overwatch. Alle Helden in einem Paket bekommen, nur Geld für kosmetische Dinge ausgeben müssen – das funktioniert und passt zu dem grundsoliden System, das Overwatch verfolgt. Blizzard nimmt eine Brise 'leichte Erlernbarkeit', mixt es mit 'Schicke Comicgrafik sowie tolle Hintergrundgeschichte' und packt noch ein Pfund 'flottes Spielgefühl von der ersten Sekunde' obendrauf. Das ist von vorne bis hinten stimmig. Und dennoch:

Ich tu' mich schwer mit Overwatch, der Funke will nicht überspringen. Das hat nichts mit den immer wieder aufkommenden, gleichen Maps zu tun, die meiner Meinung nach fast schon zu verspielt, verwinkelt und 'schön' für einen eSport-Titel sind. Auch nicht am begrenzten Heldenpool oder einem sich wiederholenden Spielprinzip – das kenne ich aus MOBAs wie Dota 2 ja schon sehr gut.

Als jemand, der die meiste Zeit alleine auf die Suche nach einem Spiel geht, fehlt es an individueller Relevanz. Overwatch ist ein reiner Team-Shooter, Einzelgänger mit dem Hang dazu, entscheidende Runden abliefern zu können, haben hier nicht die beste Zeit ihres Lebens. Fremde Spieler können schnell Taktiken zerstören oder erst gar keine aufkommen lassen. Was einem dann übrig bleibt? Das Beste draus machen und hoffen. Was auch okay ist, da Overwatch schließlich im Kern ein sehr spaßiges Spiel ist, das für viele schnelle Runden auch ohne perfektes Team ein tolles Gefühl bietet – aber auf Dauer kann das nach hinten losgehen.

Pro

+schneller Einstieg
+saubere Technik
+tiefgründiges Gameplay
+Langzeitmotivation durch eSport

Contra

-Matchmaking kann Spaß zerstören
-Wenig Motivierendes im Spiel

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