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Forza Horizon 5: Australien oder Mexiko? Egal, Hauptsache Forza! – TEST

Von Benjamin Braun - Test vom 04.11.2021 08:01 Uhr
Forza Horizon 5
© Microsoft/Playground Games

Bereits seit der ersten Xbox ist die Forza-Reihe ein regelmäßiger Gast auf sämtlichen Microsoft-Konsolen. Alles begann vor 16 Jahren mit Forza Motorsport in Form eines recht klassischen Rennspiels, das bis 2017 alle zwei Jahren einen offiziellen Nachfolger spendiert bekam. 2012 bekam die Reihe mit Forza Horizon unerwarteten Zuwachs, in dem die Rennen nicht etwa auf Nürburgring oder Brand Hatch ausgetragen wurden. Hier brettern die Spieler*innen auf und abseits der Straßen einer riesigen Open-World.

Den simulationslastigen Ansatz der Kernreihe ersetzt ein arcadiges Fahrmodell, das ebenfalls eine gewichtige Rolle dabei gespielt haben dürfte, dass das Spin-off auf Anhieb „Forza Motorsport“ auf der Beliebtheitsskala überholte. Ziemlich genau neun Jahre nach dem erfolgreichen Debüt auf der 360 steht nun, und erstmals erst drei statt zwei Jahre nach dem letzten Serienteil, der offizielle Nachfolger auf PC, Xbox One und Xbox Series X/S in den Startlöchern. Wir konnten das virtuelle Mexiko bereits vorab ausführlich für euch erkunden. Weshalb die Erkenntnis, dass die Reihe mit Forza Horizon 5 ihrem Konzept treu bleibt nicht nur positiv zu bewerten ist, erfahrt ihr im Folgenden.

Forza bleibt Forza

Die Behauptung, dass „Forza Horizon“ seit dem ersten Teil spielmechanisch auf der Stelle tritt, würde gewiss einem Realitätscheck nicht standhalten. Denn abseits der massiven technischen Verbesserungen und neuen Spielmodi wie etwa der auch in Teil 5 enthaltenen Koop-Karriere veränderte sich weit mehr als der Schauplatz oder die stetige Ausweitung des schier gigantischen Fuhrparks.

Noch vor „Forza Motorsport“ gab es in Horizon beispielsweise Regen. Mit dem Vorgänger „Forza Horizon 4“ hielten zuletzt sogar Jahreszeiten Einzug in die Reihe. Gerade auch Add-ons wie die Lego- und Hot Wheels-Erweiterung hoben sich teils deutlich vom Spielerlebnis der Grundspiele ab. Dennoch ist an der Stillstands-Behauptung mehr als nur ein Fünkchen Wahrheit dran. Denn im Kern machen die Spieler*innen seit dem ersten Teil dieselben Dinge, nur eben an einem anderen Schauplatz und teils etwas anders verpackt.

Im Prinzip könnte man das auch von „Forza Horizon 5“ sagen. Straßenrennen, Dirt-Rennen auf schlammigen und gerölllastigen Pisten, Querfeldein-Wettbewerbe mitten durch die Pampa oder Monsterstunt-Sprünge und Blitzerzonen, das alles ist Serienkennern vertraut. Selbst der Schauplatz in Mexiko erinnert sehr ans virtuelle Australien aus „Forza Horizon 3“, während man mit Rallyetruck, Hypercar oder einem Klassiker wie dem Ur-VW-Golf durch Wüstenareale, Dschungelabschnitte oder irgendwo am Strand aufs Gaspedal tritt.

Klar gibt es viele Unterschiede, ganz besonders in den Städten mit ihrer vielfältigen, für Mittelamerika typischen Architektur oder Maya- und Inka-Tempel, auf die man so etwa auf der Colorado nachempfunden Karte des ersten Teils nicht gestoßen wäre. Aber im Wesentlichen fühlt sich alles eben mal mehr, mal weniger genauso an wie in den Vorgängern. Ganz besonders gilt das auch für die vier Schaurennen, bei denen ihr unter anderem mal wieder gegen einen Zug antretet.

© Microsoft/Playground Games

Das ist aufgrund der allgemein hohen Qualität, dem gewohnt starken Geschwindigkeitsgefühl oder dem tollen arcadigen Fahrmodell per se nichts Schlechtes – und womöglich genau das, was Serien-Anhänger*innen von einem „Forza Horizon 5“ erwarten. Sollte bei euch jedoch schon im Vorgänger (oder sogar bereits früher) ein Déjà-vu-Erlebnis das nächste gejagt haben, dann wird euch das im fünften Teil kaum anders gehen und sich noch verstärken. Ein Stückweit ist der Lack für uns jedenfalls inzwischen ab – auch trotz einiger, überwiegend kleinerer Neuerungen.

Größer, freier, „fortschrittlicher“

Wie üblich in der Reihe seid ihr auch in Mexiko Teilnehmer*in eines Horizon-Festivals, das ihr selbständig ausbaut und so Zugriff auf immer neue Wettbewerbe und Spezial-Events erhaltet. Konkret investiert ihr in Rennen, bei Open-World-Aktivitäten oder auch durch die Erfüllung von Challenges Punkte und dürft mit jedem der (schnell erreichbaren) Stufenaufstiege etwas Neues freischalten, zunächst etwa die unterschiedlichen Renntypen, meist später dann auch mehrstufige und storylastige Missionen.

Letztere ersetzen im Prinzip die aus den Vorgängern bekannten Herausforderung-Store. Ihr müsst in den einzelnen Missionsteilen also beispielsweise innerhalb eines Zeitlimits das Ziel erreichen oder müsst am Ende eine bestimmte Durchschnittsgeschwindigkeit erzielen. Verpackt ist das in kleine Geschichten, bei denen ihr beispielsweise Bekanntschaft mit einem Luchador macht oder als Stuntfahrer in einem Film auftretet. Anders als es in den Vorgängern noch teils der Fall war, müsst ihr diese Missionen oder auch ein Schaurennen nicht absolvieren, um die nächste Ausbaustufe zu erreichen. Ihr könnt euch also die Sachen rauspicken, auf die ihr Lust habt und etwa auch die Punkte für den Ausbau des Dirt-Festivals über Straßenrennen erzielen.

© Microsoft/Playground Games

Oder eben auch durch ganz andere Wettbewerbe und Challanges, denn noch mehr als in den Vorgängern gilt: Fortschritte erzielt ihr prinzipiell mit allem. Gleichzeitig wachsen eure Freiheiten an, mit was ihr Vorlieb nehmen möchtet.

Neu sind unter anderem die sogenannten Expeditionen, bei denen ihr mit einem NPC zum Beispiel während eines Gewitters zu einem Maya-Tempel, zu einem alten Flugplatz oder auf den Gipfel des Vulkans im Zentrum der Map losdüst, um dort ein bestimmtes Hauptziel und einige Bonusaktionen durchzuführen. So gilt es auf dem Flugplatz im optionalen Bereich etwa bestimmte Items des NPC-Begleiters durch Sprünge über Schanzen einzusammeln oder auf dem Vulkan einen Seismographen aufzubauen. Das ist alles ganz nett und gibt zusätzliche Punkte für die nächste Ausbaustufe. Spielmechanisch wirklich neu ist davon allerdings bestenfalls wenig.

Was sich abseits des noch freieren Fortschritts verändert, ist nicht zuletzt der Scope. Riesig waren bereits die Welten der Vorgänger. In „Forza Horizon 5“ setzt Serienentwickler Playground Games, der erst seit 2018 offiziell zu Microsoft gehört, aber erneut einen drauf, was auch die um beinahe zehn Prozent gestiegene Anzahl an Straßen (578 im Gegensatz zu 531 in „Forza Horizon 4“) wenigstens dezent unterstreicht. Es gibt natürlich auch mehr unterschiedliche Strecken und einen um satte 75 Fahrzeuge auf nun 526 erweiterten Fuhrpark allein im Grundspiel.

© Microsoft/Playground Games

Uns wäre kein namhafter Hersteller aufgefallen, den wir vermissen würden, da ist wirklich so ziemlich alles dabei, was Rang und Namen hat. Ein paar der Fahrzeuge kosten zwar richtig viel Ingame-Credits. Die Preise aber erscheinen uns insgesamt fair. Selbst die höchsten Beträge fürs Lieblings-Hypercar hat man relativ schnell zusammen, wenn man nicht ständig neue Fahrzeuge kauft. Das Grinding fängt erst dann wirklich an, wenn man die ganze Sammlung komplettieren oder auch noch alle Anwesen auf der Karte erwerben will. Nachschub gibt es allein über die zahlreich freigeschalteten Wheelspins reichlich – und mit ein wenig Glück sogar die ganz teuren Karren.

Augenschmaus auf Series X

Ein nicht unerheblicher Teil des Spielspaßes in „Forza Horizon 5“ entsteht nicht zuletzt durch die vielleicht nicht überragende, aber immer noch erstklassige audiovisuelle Kulisse. Wenn ihr nicht gerade mit einem flüsterleisen Boliden ohne klassischen Verbrennungsmotor unterwegs seid, überzeugen die Autos mit ihrem hohen Detailgrad, den hübschen Spiegelungen auf dem Lack und den überwiegend sehr guten Motorensounds, die wie üblich aus der Verfolgerperspektive am meisten Laune machen.

© Microsoft/Playground Games

Nicht weniger detailliert kommt die Umgebung daher, die genauso wie die Autos im 4K-Qualitätsmodus mitsamt HDR noch etwas mehr hermachen. Der Qualitätsmodus bietet zwar lediglich 30 FPS, für diese Art von Spiel aus unserer Sicht jedoch ausreichende Bildrate. Wem 60 FPS lieber sind, der muss visuell aber keine allzu großen Abstriche im alternativen Performance-Modus machen. Nicht mal das nur im Forzavista-Modus aktive Raytracing fällt dann auf der Series X weg, nur für Besitzer der Series S, die nach dem finalen Update generell auf 1440p begrenzt ist, fällt im Performance-Modus das Raytracing weg.

Ein paar kleinere Grafikfehler etwa bei den Rückleuchten der Fahrzeuge gab es in unserer Vorabversion zwar noch, aber nichts Wildes, was das Gesamtbild schlechter machen könnte. Nervig ist lediglich der immer noch vorhandene Schluckauf, wenn beim Fahren durch die offene Welt ein kurzer Lag auftritt, sobald Spieler das gleichzeitig als Onlinelobby konzipierte Mexiko betreten – oder verlassen. Aber auch das könnte sich mit dem finalen Start der Server noch ändern. Zu meckern gibt es jedenfalls technisch wenig bis gar nichts. Die Performance auf den Xbox-One-Konsolen konnten wir noch nicht überprüfen.

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