PLAYCENTRAL TEST Death Stranding

Death Stranding im Test: Kann Hideo Kojima eine neue Art Spiel erschaffen?

Von Daniel Busch - Test vom 14.07.2020 14:30 Uhr
© Kojima Productions / Sony Interactive Entertainment

Mit Death Stranding meldet sich Hideo Kojima nach seinem Konami-Weggang und dem Abschluss seiner ikonischen Metal Gear Solid-Reihe wieder zurück. Diesmal setzt er uns ein Videospiel vor, dass die Gaming-Welt revolutionieren will. Wie er selbst sagt, soll „Death Stranding“ der Startpunkt für ein ganz neues Genre sein. Die Trailer, die uns in den letzten Jahren dazu begegnet sind, sorgten dabei für verwirrte Gesichter. Aber was für ein Spiel erwartet uns nun mit „Death Stranding“ und wie sieht die Handlung aus?

Inhaltsverzeichnis

Was „Death Stranding“ wirklich taugt, klären wir in unserem Test samt Fazit und Wertung. Unsere Kritik verschafft euch einen spoilerfreien Einblick ins Spiel und klärt im besten Fall, ob ihr euch das Spiel kaufen möchtet oder nicht.

Auf der Mission, die ganze Menschheit zu verbinden

Sam Porter Bridges (gespielt von Schauspieler Norman Reedus) befindet sich auf einer Mission, um die isolierten Überreste der amerikanischen Bevölkerung wieder zu verbinden. Durch die Anbindung an ein chirales Netzwerk sollen symbolische Brücken gebaut werden und eine neue Gesellschaft namens United Cities of America (UCA) entstehen.

Dazu muss er quer durch das Land reisen, alle Siedlungen und Menschen aufsuchen und Botengänge für sie unternehmen.

Geisterhafte Präsenzen namens GDs sorgten für Chaos im Land, als sie vor Jahren das erste Mal erschienen, Menschen mit in die Totenwelt nahmen und die Umgebung durch Explosionen zerstörten. Noch immer weilen sie in den Gebieten um die Siedlungen herum, sodass es zu gefährlich für die Überlebenden wäre, einen Fuß nach draußen zu setzen.

Zudem haben Terroristen sich zum Ziel gesetzt, die UCA zu bekämpfen, um unabhängig bleiben zu können. Dafür haben sie Amelie, die zukünftige Präsidentin der UCA, entführt. Sam muss sie also aus ihren Fängen befreien.

Death Stranding im Test samt Fazit und Wertung
© Kojima Productions

Death Stranding: Ein cineastisches Erlebnis

Death Stranding legt einen großen Fokus auf die Handlung und so erwarten uns – wie von Kojima gewohnt – zahlreiche Cutscenes. Für die Visualisierung seiner clever geschriebenen Story hat Kojima zahlreiche Hollywood-Größen wie Norman Reedus, Mads Mikkelsen und Guillermo del Toro versammelt. So entsteht häufig der Eindruck, einen von Kojima gedrehten Sci-Fi-Film zu schauen.

Euch erwarten gut gelegte Spannungsbögen und Plot-Twists, die inmitten von übernatürlichen Wesen und weltweiten Katastrophen einen einzelnen Mann in den Mittelpunkt stellen, der das Schicksal einer ganzen Zivilisation auf seinen Schultern trägt. Das sorgt für eine drückende Endzeit-Atmosphäre. Und apropos übernatürliche Wesen: Euch werden zahlreiche WTF-Momente im Laufe der Geschichte begegnen. Das geht schon zu Beginn los, wenn euch wie in einem Horror-Film die ersten GDs auflauern oder eine monströse Gestalt inmitten eines Sturms, in dem Meerestiere und Gesteinsbrocken emporfliegen, gegenübersteht.

Death Stranding im Test samt Fazit und Wertung Bilder
© Kojima Productions

Die Einflechtung vieler Symbole in die Handlung lässt die Geschehnisse allerdings nicht selten recht wirr erscheinen. Das geschieht gerade zum Ende der Handlung hin. Über einige Szenen muss man daher durchaus zweimal nachdenken. Erwartet also kein „Popcorn-Kino“.

Für die musikalische Untermalung hat sich Hideo Kojima die Unterstützung von verschiedenen begabten Musikern herangezogen, die bei Sony unter Vertrag stehen. Allein die Tatsache, dass während eurer Reise über eine weitläufige Bergkette die Klänge von Low Roar einspielen, sorgt für eine unvergleichliche Atmosphäre.

Wie spielt sich Death Stranding?

Doch so sehr die bizarre Handlung auch reizt, der spielerische Aspekt muss ebenfalls etwas taugen. Beim Gameplay erwartet euch in erster Linie ein Singleplayer-Action-Adventure in der Third-Person-Ansicht, das mit einigen Stealth-Elementen versehen wurde. Ihr seid in einer Open-World unterwegs, führt Botengänge aus, erkundet die Gegend und kämpft gegen Gegner (sowohl Menschen als auch Geister). Darin unterscheidet sich „Death Stranding“ also gar nicht mal so stark von anderen Genrevertretern.

Death Stranding im Test samt Fazit und Wertung Screenshots
© Kojima Productions

1. Missionsbasierte Gameplay-Struktur und Stealth

Allem voran ist die Struktur des Spiels in Missionen unterteilt. Ihr nehmt Aufträge an und führt sie aus, indem ihr bestimmte Gegenstände sammelt oder Fracht an die dafür vorgesehenen Orte liefert. Dabei seid ihr stets in der Open-World unterwegs und werdet nicht wie bei „Metal Gear Solid V“ andauernd zu einer Art HQ zurückbeordert.

Das Ausführen dieser Lieferungen stellt die Hauptaufgabe im Spiel dar, dementsprechend ist das ganze Gameplay darauf fokussiert. Ihr müsst euer Gepäck managen und verschiedene Gadgets nutzen, um die Fracht möglichst sicher an den Zielort zu bringen.

Death Stranding im Test samt Fazit und Wertung Bild Fahren
© Kojima Productions

Die Stealth-Elemente bestehen im Wesentlichen darin, dass ihr euch im hohen Gras vor menschlichen Gegnern verstecken oder diese mit kleinen Tricks wie geworfenen Gegenständen ablenken könnt, um euch von hinten an sie heranschleichen zu können und lautlos auszuschalten. Erwartet jedoch nicht so viele spielerische Möglichkeiten wie bei „Metal Gear Solid“. Im Falle von GDs könnt ihr dagegen zum Beispiel die Luft anhalten, um euch leise an ihnen vorbeizuschleichen.

2. Die Kämpfe: Geister und MULEs

Die Kämpfe wirken fast wie bei einem Horrorspiel und sorgen stets für einen Schauer, der euch eiskalt über den Rücken läuft. Insbesondere da sie in mehreren Stadien ablaufen können, wovon einer bizarrer und atmosphärischer ist als der andere.

Death Stranding im Test samt Fazit und Wertung
© Kojima Productions

Die Kämpfe gegen die MULEs, also die menschlichen Gegner, sind weniger packend inszeniert. Ihr könnt sie mit diversen Fernkampfwaffen wie einer Bola-Gun außer Gefecht setzen oder aber direkt handgreiflich werden – hauptsache ihr tötet sie nicht.

Allerdings ist das Kampfsystem mehr als einfach gestrickt und nach ein bisschen Hämmern auf der Aktionstaste (mehr Tasten fürs Kämpfen gibt es nicht) liegt der Gegner auch schon am Boden. Selbst größere Gruppen an MULEs sind keine wirkliche Herausforderung, wodurch sie im gesamten Spiel eigentlich keine Bedrohung darstellen.

3. Der Baumeister unter den Lieferanten

In der gesamten Open-World lassen sich Konstruktionen errichten (sofern das jeweilige Gebiet am chiralen Netzwerk angeschlossen ist). So könnt ihr nach Belieben Brücken, Regenunterstände, Schutzhütten oder andere nützliche Bauwerke errichten. Auch Straßen lassen sich bauen, dafür gibt es aber vorgeschriebene Plätze. Straßen helfen euch ungemein bei eurem Abenteuer: Ihr könnt leicht unwegsames Gelände überwinden und sind Fahrzeuge auf einer Straße unterwegs, verbrauchen sie keinen Akku. Daher solltet ihr früh mit dem Bau beginnen. Schutzhütten dagegen eignen sich gut für das Schnellreisesystem.

Death Stranding im Test samt Fazit und Wertung
© Kojima Productions

Neben den Siedlungsterminals ist zudem jede Schutzhütte gleichzeitig auch ein Schnellreisepunkt, dessen Standort ihr demzufolge selbst bestimmen könnt. Für solche großen Konstruktionen benötigt ihr allerdings Material, das – wie es ein guter Lieferant tut – selbst an die vorgesehenen Stellen gebracht werden muss.

4. Das Social Strand System

Dennoch besitzt „Death Stranding“ einige Eigenheiten, die es besonders machen und in anderen Spielen nicht existieren. So liegt ein großer Fokus darauf, dass symbolische Brücken gebaut werden sollen. Das zeigt sich in vielen Bereichen des Spiels. NPCs der Spielwelt sollen miteinander vernetzt werden, um eine neue Gemeinschaft zu etablieren. Tatsächliche Brücken werden gebaut, um das Vorankommen zu erleichtern. Und ihr seid auch mit anderen Spielern unentwegt vernetzt. Gerade das Letztgenannte ist der große Unterschied: Diese „Brücken“ zwischen den Spielern.

Death Stranding im Test samt Fazit und Wertung - Social Strand System
© Kojima Productions

Das Spiel ist zwar als Singleplayer konzipiert, ihr bewältigt das Abenteuer jedoch nicht wirklich allein. Die Vernetzung mit anderen Spielern sorgt dafür, dass Bauwerke, die sie in ihren Spielwelten bauen, auch bei euch erscheinen können. Dadurch könnt ihr sie mitbenutzen und euer Abenteuer erleichtern. Genauso können Objekte, die ihr in der Spielwelt hinterlasst, ebenfalls bei anderen Spielern auftauchen. Ein anderes Beispiel sind Steinhaufen, die bei euch entstehen, wenn andere Spiele eine Rastpause einlegen.

Hideo Kojima bezeichnet sein Spiel daher als Social Strand System (oder eben Strand-Genre), da es eine soziale Komponente besitzt: Gegenseitige Unterstützung.

Wir können sogar Likes hinterlassen, um unseren Dank auszudrücken, wenn zum Beispiel eine Brücke über einen tiefen Fluss gebaut und uns damit ein großer Umweg erspart wurde. Genauso erhalten wir Likes von anderen Spielern, die unsere Konstruktionen nutzen. Diese Likes besitzen allerdings keinen spielerischen Nutzen. Spieler mit vielen Likes haben also keine Vorteile gegenüber anderen Spielern.

Death Stranding im Test samt Fazit und Wertung: Bilder von Sam und Fragile
© Kojima Productions

Ist Death Stranding eine vollkommen neue Art von Spiel?

Wie bereits erwähnt, erwartet euch im Grunde ein Action-Adventure in der Third-Person-Ansicht mit einer Open-World. Das sogenannte Strand-Genre zeigt sich insbesondere durch die Hinzunahme dieses Sozialaspekts, der die verschiedenen Spieler miteinander vernetzt. Es macht durchaus einen großen Teil des Spiels aus, für euch selbst gibt es jedoch keine großen spielerischen Änderungen.

Man könnte „Death Stranding“ auch als sehr spezielles Action-Adventure mit Sozial-Elementen bezeichnen. Euch erwartet demnach keine vollkommen neue Art von Gameplay, aber dennoch eine interessante Neuinterpretation des bestehenden Action-Adventure-Genres.

Death Stranding im Test samt Fazit und Wertung Bilder - Sam Porter Bridges
© Kojima Productions

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