Der offizielle Roman Baldur’s Gate 3: Astarion verändert einen kontroversen Teil der Vorgeschichte des beliebten Vampirbrut-Begleiters. Wie Autorin T. Kingfisher bestätigte, wurden die Gur auf Anweisung von Wizards of the Coast vollständig aus Astarions Vergangenheit im Buch entfernt.
Die Änderung wurde bekannt, nachdem erste Exemplare bereits vor dem regulären Verkaufsstart in Umlauf geraten waren. Der Roman erscheint offiziell am 29. September 2026 und erzählt eine Vorgeschichte zu Baldur’s Gate 3, die Astarions Leben unter der Kontrolle des Vampirfürsten Cazador Szarr beleuchtet.
Wizards of the Coast greift in Astarions Geschichte ein
Warum fehlen die Gur im neuen Astarion-Roman? Laut T. Kingfisher enthielt ihre ursprüngliche Fassung noch Verweise auf das nomadisch lebende Volk. Wizards of the Coast habe jedoch ausdrücklich verlangt, diesen Teil der Handlung zu entfernen und sich von der bisherigen Darstellung zu lösen.
Als Grund wurde der Autorin genannt, dass die Gur unbeabsichtigt wie eine von Roma-Stereotypen beeinflusste Gruppe wirken könnten. Eine solche Verbindung sei bei der ursprünglichen Gestaltung nicht beabsichtigt gewesen.
Die Erklärung, die ich erhielt, lautete, dass die Gur wie eine von Roma-Stereotypen geprägte Darstellung wirkten und dies nicht beabsichtigt gewesen sei.
Damit weicht die Romanfassung an einem wichtigen Punkt von Baldur’s Gate 3 ab. Im Rollenspiel berichtet Astarion, dass er vor seiner Verwandlung als Magistrat tätig war. Nach einem seiner Urteile soll ihn eine Gruppe Gur angegriffen und getötet haben, woraufhin Cazador ihn fand und in eine Vampirbrut verwandelte.
Eine umstrittene Schwäche fällt weg
Welche Bedeutung hatte Astarions Abneigung gegen die Gur? Im Spiel äußert sich Astarion mehrfach abwertend über das gesamte Volk. Der eigene Charakter kann ihn direkt darauf hinweisen, dass er nicht alle Gur für die Ereignisse verantwortlich machen sollte, die rund 200 Jahre zuvor zu seinem Tod führten.
Diese Vorurteile gehören zu den bewusst unangenehmen Seiten des Begleiters. Sie zeigen, dass Astarion nicht ausschließlich als Opfer seiner jahrhundertelangen Gefangenschaft dargestellt wird, sondern selbst problematische Ansichten vertritt. Gerade diese Mischung aus Verletzlichkeit, Egoismus, Grausamkeit und möglicher persönlicher Entwicklung machte ihn für viele Fans zu einer der spannendsten Figuren des Rollenspiels.
Auch seine persönliche Quest greift den Konflikt erneut auf. Astarion begegnet den Gur im Verlauf der Handlung wieder und muss sich mit seiner Vergangenheit sowie den Folgen von Cazadors Taten auseinandersetzen. Abhängig von den Entscheidungen der Gruppe kann daraus zumindest eine vorsichtige Zusammenarbeit entstehen.
Die Auswirkungen bleiben vorerst offen
Wie stark verändert die Anpassung den offiziellen Roman? Das lässt sich vollständig erst nach der Veröffentlichung am 29. September 2026 beurteilen. Fest steht jedoch, dass das Buch Astarions bekannte Vorgeschichte nicht in allen Punkten unverändert übernimmt.
Baldur’s Gate 3: Astarion umfasst 272 Seiten und konzentriert sich auf Astarions Versuch, sich aus Cazadors Kontrolle zu befreien. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein Wettbewerb des Vampirfürsten sowie die Suche nach dem Blut eines toten Gottes. Unterstützung erhält Astarion von dem Aasimar-Paladin Hahn den Suriel.
Die Entscheidung von Wizards of the Coast dürfte innerhalb der Community weiter diskutiert werden. Einerseits soll eine unbeabsichtigt stereotype Darstellung vermieden werden. Andererseits verliert Astarion dadurch möglicherweise eine charakterliche Schwäche, die seinen späteren Umgang mit den Gur und seine persönliche Entwicklung in Baldur’s Gate 3 besonders vielschichtig machte.
Wie bewertet ihr die Entfernung der Gur aus Astarions Vorgeschichte? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare.

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