Dan Houser blickt selbstkritisch auf Max Payne 3 zurück. Der Rockstar-Mitgründer und Autor übernimmt im neuen IGN-Interview Verantwortung dafür, dass der Shooter aus seiner Sicht nicht den erhofften Erfolg erreichte. Besonders die Erwartungen an die Geschichte habe er falsch eingeschätzt.
Houser nimmt seine eigenen Entscheidungen in die Pflicht
Seine Einschätzung fällt deutlich aus:
„Ich habe versagt. Mein Beitrag war kein Erfolg.“
Houser erklärt, er habe geglaubt, Rockstar sei ein guter weiterer Max-Payne-Teil gelungen. Manche Spieler hätten ihn gemocht, viele andere jedoch nicht. Einen großen Teil der Verantwortung sieht er bei sich selbst, sowohl als Autor als auch als jemand, der wichtige Entscheidungen getroffen hat.
Dabei spricht er ausdrücklich über Sam Lake, dessen Schreibstil viele Fans seiner Einschätzung nach vermisst hätten. Lake schrieb die ersten beiden Spiele und prägte damit die erzählerische Identität der Reihe.
Die filmische Inszenierung gefällt Houser weiterhin
Gleichzeitig lobt Houser die handwerkliche Umsetzung. Die stärker strukturierte Arbeit an einem linearen Spiel habe ihm gefallen. Auch die fließenden Übergänge und die eingeblendeten Wörter zählt er zu den Elementen, auf die er stolz ist.
Seine damalige Vorstellung war ein filmisches Noir-Erlebnis. Rückblickend glaubt er jedoch, die Reaktion des Publikums darauf falsch eingeschätzt zu haben. Seine Selbstkritik betrifft deshalb vor allem die eigenen kreativen Entscheidungen und deren Wirkung.
Rockstar verlegte einen großen Teil der Handlung nach São Paulo. Dort arbeitet der ehemalige New Yorker Polizist Max Payne als Sicherheitsberater für die wohlhabende Familie Branco.
Sam Lake bewertete Rockstars Ansatz deutlich positiver
Eine interessante Ergänzung liefert ein älteres Originalinterview von PC Gamer mit Sam Lake aus dem Jahr 2016. Darin erklärte der Remedy-Autor, dass Rockstar das Team spät in der Entwicklung um Beratung gebeten hatte. Remedy konnte Max Payne 3 spielen und Rückmeldungen geben.
Lake begrüßte damals ausdrücklich, dass sich das Ergebnis wie ein Rockstar-Spiel anfühlte. Für ihn wäre es womöglich merkwürdiger gewesen, wenn das Studio lediglich Remedys Interpretation nachgeahmt hätte. Die neuen Elemente und die weiterhin vorhandenen Verbindungen zu den Vorgängern gefielen ihm.
Im vollständigen PC-Gamer-Interview berichtet Lake außerdem, dass Houser ihn später für die Vorgeschichte in den Max-Payne-Comics kontaktierte. Er lieferte Hinweise zu Max’ Kindheit und beteiligte sich am Schreiben.
Lakes damalige Zustimmung und Housers heutige Selbstkritik zeigen zwei unterschiedliche Perspektiven auf denselben kreativen Richtungswechsel.
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