CD Projekt Red möchte Fans von The Witcher 4 auch im zunehmend digitalen Spielemarkt etwas für das Regal anbieten. Unabhängig davon, ob zum Verkaufsstart noch Spiele auf Disc erscheinen können, soll das Rollenspiel eine aufwendig gestaltete Box mit physischen Extras erhalten.
Eine klassische Disc-Version hat das Studio damit allerdings nicht bestätigt. Ob sich tatsächlich ein Datenträger in der Verpackung befinden wird, hängt laut CD Projekt von den jeweiligen Konsolenherstellern ab.
CD Projekt verspricht eine Box mit echten Extras
Michał Nowakowski, gemeinsamer Geschäftsführer von CD Projekt, äußerte sich in einem Gespräch mit The Game Business zur Zukunft physischer Spiele. Anlass waren Sonys Pläne, die Herstellung von PlayStation-Discs ab 2028 einzustellen.
Genau für dieses Jahr strebt CD Projekt derzeit die Veröffentlichung von The Witcher 4 an. Dadurch stellt sich die Frage, ob das Rollenspiel auf PlayStation überhaupt noch mit einem physischen Datenträger angeboten werden kann.
Nowakowski erklärte, dass CD Projekt keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Plattformbetreiber und deren Produktionsstätten besitzt. Sollte Sony ab 2028 tatsächlich keine Discs mehr herstellen, könne das Studio entsprechend keine klassische PlayStation-Fassung mit Datenträger veröffentlichen.
Vollständig auf eine physische Veröffentlichung möchte CD Projekt dennoch nicht verzichten. The Witcher 4 soll auf jeden Fall eine Box erhalten, die Fans öffnen und ins Regal stellen können. Darin sollen sich zusätzliche greifbare Inhalte befinden, die Nowakowski als „Feelies“ bezeichnete.
Welche Extras geplant sind, verriet der Geschäftsführer noch nicht. Denkbar wären beispielsweise eine Karte der Spielwelt, Aufkleber, Artworks, ein Handbuch oder kleinere Sammlerstücke. Eine konkrete Collector’s Edition wurde damit aber noch nicht angekündigt.
Ein Downloadcode wurde nicht bestätigt
Mehrere Berichte behaupten, CD Projekt habe bereits eine Verpackung mit Downloadcode und zusätzlichen Beigaben bestätigt. Das geht über die tatsächliche Aussage des Studios hinaus.
Nowakowski versprach lediglich eine Box mit greifbaren Extras. Er sagte nicht, dass darin definitiv ein Downloadcode liegen wird. Ebenso wenig bestätigte er, dass die Verpackung grundsätzlich ohne Disc ausgeliefert wird.
Sollten zum Erscheinungszeitpunkt keine passenden Datenträger mehr hergestellt werden, wäre ein Downloadcode in der Box zwar eine naheliegende Lösung. Derzeit handelt es sich dabei jedoch lediglich um eine mögliche Konsequenz und nicht um eine angekündigte Ausstattung von The Witcher 4.
Auch Unterschiede zwischen den Plattformen sind denkbar. Die Situation auf PlayStation muss nicht zwangsläufig mit den Plänen von Microsoft oder einer möglichen PC-Ausgabe übereinstimmen. CD Projekt kann erst dann eine endgültige Entscheidung treffen, wenn die Vorgaben der jeweiligen Plattformbetreiber feststehen.
Keine echte physische Fassung ohne Datenträger
Eine Verpackung mit Downloadcode würde Sammlern zwar ein sichtbares Produkt bieten, wäre technisch jedoch keine klassische physische Spielefassung. Zum Starten des Spiels wären weiterhin ein Download, ein Benutzerkonto und die Verfügbarkeit der entsprechenden Plattformdienste erforderlich.
Eine Disc ermöglicht dagegen zumindest grundsätzlich die Installation direkt vom Datenträger. Je nach Spiel können für Updates, Onlinefunktionen oder zusätzliche Inhalte trotzdem Downloads notwendig sein.
Genau deshalb stößt der Begriff „physische Edition“ bei reinen Code-in-a-Box-Veröffentlichungen häufig auf Kritik. Die Verpackung und ihre Beigaben sind zwar physisch vorhanden, das eigentliche Spiel wird aber lediglich über eine digitale Lizenz bereitgestellt.
CD Projekt scheint sich dieses Unterschieds bewusst zu sein. Nowakowski bezeichnete das Studio als großen Unterstützer greifbarer Sammlerstücke und klassischer Veröffentlichungen, machte zugleich aber deutlich, dass die Herstellung von Konsolendiscs nicht allein in den Händen des Entwicklers liegt.
CD Projekt besitzt eine lange Tradition physischer Extras
Aufwendig gestaltete Verpackungen gehören seit den frühen Jahren zur Geschichte des polnischen Studios. Bereits frühere Witcher-Spiele wurden mit Karten, Handbüchern, Soundtracks, Aufklebern und anderen Beigaben ausgeliefert.
Auch die Collector’s Editions von The Witcher 3 und Cyberpunk 2077 enthielten zahlreiche physische Extras. Dazu gehörten Figuren, Artbooks, Steelbooks, Karten und weitere Sammlerstücke aus den jeweiligen Spielwelten.
Dass CD Projekt diese Tradition bei The Witcher 4 fortsetzen möchte, überrascht deshalb nicht. Selbst wenn kein Datenträger möglich sein sollte, will das Unternehmen offenbar vermeiden, dass die Veröffentlichung ausschließlich aus einem Eintrag im digitalen Shop besteht.
Wie umfangreich die reguläre Box ausfällt und ob zusätzlich eine größere Sammlerausgabe geplant ist, dürfte allerdings erst wesentlich näher am Verkaufsstart bekannt gegeben werden.
Veröffentlichung ist für 2028 vorgesehen
CD Projekt strebt für The Witcher 4 derzeit eine Veröffentlichung im Jahr 2028 an. Das Studio bezeichnet diesen Zeitraum ausdrücklich als Ziel und nicht als endgültig festgeschriebenen Termin.
Mehr als 500 Entwickler arbeiten inzwischen an dem Rollenspiel, das den Auftakt einer neuen Witcher-Trilogie bildet. Im Mittelpunkt steht diesmal Ciri, die nach ihren Auftritten in den bisherigen Spielen die Rolle der Hauptfigur übernimmt.
Das bislang gezeigte technische Material demonstrierte eine offene Spielwelt auf Basis der Unreal Engine 5. Dabei handelte es sich jedoch nicht um einen fertigen Ausschnitt aus dem Spiel, sondern um eine Technologiedemonstration, die die angestrebte Grafik und technische Ausrichtung zeigen sollte.
Bis 2028 können sich sowohl die Veröffentlichungspläne von CD Projekt als auch die Strategie der Konsolenhersteller noch verändern. Sicher ist deshalb bislang nur: The Witcher 4 soll ein greifbares Produkt für Sammler erhalten. Ob in dieser Box eine Disc, ein Downloadcode oder eine andere Form des Spielzugangs steckt, bleibt offen.

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