Der Autodiebstahl gehört seit jeher zum Kern von Grand Theft Auto. In GTA 6 möchte Rockstar Games die namensgebende Mechanik jedoch deutlich vertiefen. Statt jedes abgestellte Fahrzeug auf Knopfdruck zu knacken, müssen Spieler künftig dessen Sicherheitssystem berücksichtigen und das passende Werkzeug mitbringen.
Das geht aus einer umfangreichen Preview von IGN hervor. Darin erklärt Rob Nelson, Co-Studioleiter von Rockstar North, warum sich das Entwicklerteam vom bisherigen System verabschiedet hat.
Nicht jedes Auto lässt sich sofort stehlen
In früheren GTA-Spielen spielte es kaum eine Rolle, ob am Straßenrand ein alter Kleinwagen oder ein teurer Sportwagen stand. Die Spielfigur stieg ein, schloss das Fahrzeug kurz und fuhr davon. Nach Ansicht von Rockstar blieb dadurch viel Potenzial für Fortschritt und spielerische Entscheidungen ungenutzt.
In GTA 6 verfügen Fahrzeuge deshalb über unterschiedlich anspruchsvolle Sicherungen. Einige abgestellte Autos sollen sich zu Beginn der Handlung noch gar nicht öffnen lassen. Erst mit zunehmendem Spielfortschritt erhalten Jason und Lucia die benötigten Hilfsmittel.
Bei einfacher gesicherten Fahrzeugen stehen mindestens zwei Vorgehensweisen zur Auswahl. Spieler können eine Scheibe einschlagen und sich schnell, aber lautstark Zugang verschaffen. Alternativ lässt sich ein sogenannter Slim Jim verwenden, mit dem das Schloss in einem kurzen Minispiel vergleichsweise unauffällig geöffnet wird.
Moderne oder besonders wertvolle Fahrzeuge können dagegen einen Schlüsselkopierer erfordern. Rockstar möchte den Diebstahl damit von einer simplen Aktion zu einer kleinen Abwägung aus Risiko, Wert und vorhandener Ausrüstung ausbauen.
Smartphone verrät Sicherheit und Verkaufswert
Eine Scanner-App auf dem Smartphone hilft bei der Vorbereitung. Sie zeigt unter anderem an, ob ein Fahrzeug abgeschlossen ist, über eine Alarmanlage verfügt oder mit einem Ortungssystem versehen wurde.
Darüber hinaus lässt sich vorab prüfen, welches Werkzeug zum Öffnen benötigt wird und wie viel Geld der Wagen einbringen könnte. Dabei unterscheidet das Spiel offenbar zwischen dem Verkauf bei einer spezialisierten Hehlerwerkstatt und den Kosten, das gestohlene Fahrzeug für die eigene Nutzung registrieren zu lassen.
Damit könnten hochwertige Autos in GTA 6 erstmals einen deutlich höheren Stellenwert erhalten. Ein teurer Sportwagen wäre nicht mehr bloß ein beliebiges Fortbewegungsmittel, das bei der nächsten Verfolgungsjagd zurückgelassen wird. Stattdessen müssen Spieler zunächst herausfinden, wie gut er gesichert ist und ob sich der Aufwand überhaupt lohnt.
Fahrer lassen sich weiterhin aus dem Auto ziehen
Vollständig verabschiedet sich Rockstar allerdings nicht vom bekannten GTA-Prinzip. Befindet sich ein Fahrzeug bereits im Verkehr, kann der Fahrer laut Nelson weiterhin direkt herausgezogen werden. Wer während einer Flucht dringend einen fahrbaren Untersatz benötigt, muss demnach nicht erst nach einem Schlüsselkopierer suchen.
Die neuen Einschränkungen betreffen vor allem abgestellte Fahrzeuge. Dadurch bleibt der schnelle Fahrzeugwechsel grundsätzlich erhalten, während geplante Autodiebstähle erheblich mehr Tiefe bekommen.
Auch die Straßen selbst sollen das Fahren anspruchsvoller machen. Nelson zufolge fallen sie realistischer proportioniert und teilweise schmaler aus. In Verbindung mit einer höheren Verkehrsdichte soll deshalb mehr Fahrkönnen gefragt sein als noch in GTA 5.
Die Angaben stammen aus einer Präsentation bei Rockstar North und anschließenden Gesprächen mit den Entwicklern. Eine weitere Zusammenfassung der Aussagen findet sich bei GamesRadar.
GTA 6 erscheint am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Eine PC-Version wurde bislang nicht angekündigt.
Was haltet ihr von dem neuen System? Wünscht ihr euch möglichst umfangreiche Autodiebstähle oder könnte euch die zusätzliche Vorbereitung auf Dauer eher stören?



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