Vor zehn Jahren landeten die ersten Spieler auf einem fremden Planeten in „No Man’s Sky“. Was anschließend als eine der größten Enttäuschungen der Spielegeschichte galt, entwickelte sich dank 40 kostenloser Updates zu einem der eindrucksvollsten Comebacks der Branche.
Am 9. August 2016 erschien „No Man’s Sky“ zunächst für die PlayStation 4. Die Erwartungen an das Weltraumabenteuer waren nach jahrelangen Versprechen und spektakulären Präsentationen enorm. Zum Start fehlten jedoch zahlreiche Funktionen, während technische Probleme und die begrenzten Spielmöglichkeiten für heftige Kritik sorgten.
Hello Games zog sich dennoch nicht von dem Projekt zurück. Das kleine britische Entwicklerteam verbrachte stattdessen das folgende Jahrzehnt damit, das ursprüngliche Spiel umzubauen und immer weiter auszubauen, ohne kostenpflichtige Erweiterungen oder Mikrotransaktionen.
Zum zehnten Geburtstag blickt Studioleiter Sean Murray nun auf diese ungewöhnliche Reise zurück und verrät beeindruckende Zahlen.
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Hunderte Millionen Stunden in No Man’s Sky
Nach Angaben von Murray haben inzwischen mehrere zehn Millionen Spieler das prozedural generierte Universum besucht. Gemeinsam verbrachten sie Hunderte Millionen Stunden mit der Erkundung fremder Welten, dem Aufbau eigener Basen und der Konstruktion ungewöhnlicher Raumschiffe.
Wie viele Exemplare „No Man’s Sky“ bislang verkauft wurden, teilte Hello Games allerdings nicht mit. Die Zahl der Spieler umfasst vermutlich auch Nutzer der verschiedenen Abo-Dienste, über die der Titel zeitweise oder dauerhaft angeboten wurde.

Trotz der großen Community soll weniger als ein Prozent sämtlicher Planeten entdeckt worden sein. Eine vollständige Erkundung ist ohnehin praktisch unmöglich: Das Universum von „No Man’s Sky“ besteht aus mehr als 18 Trillionen prozedural erzeugten Welten.
40 große Updates ohne zusätzliche Kosten
Hello Games hat „No Man’s Sky“ innerhalb des vergangenen Jahrzehnts mit 40 großen Inhaltsupdates erweitert. Sämtliche Aktualisierungen wurden Besitzern des Spiels kostenlos zur Verfügung gestellt.
Zu den nachträglich hinzugefügten Inhalten und Funktionen zählen unter anderem:
- Basenbau
- Multiplayer
- Bodenfahrzeuge
- Frachter und Flotten
- Siedlungen
- Mechs
- Haustiere
- lebende Schiffe
- Expeditionen
- anpassbare Raumschiffe
- PlayStation-VR-Unterstützung
- PS5- und PSVR2-Versionen
- mehrfach überarbeitete Planeten und Sternensysteme
Viele dieser Funktionen galten bereits vor der Veröffentlichung als Teil der ursprünglichen Vision, waren zum Start jedoch nicht oder nur in stark eingeschränkter Form enthalten. Andere Neuerungen gingen weit über die damaligen Ankündigungen hinaus.
Das Resultat ist ein Spiel, das heute nur noch wenig mit der vergleichsweise eingeschränkten Veröffentlichungsversion aus dem Jahr 2016 gemeinsam hat.
Voyagers sorgte für höchsten Andrang seit dem Launch
Besonders erfolgreich war laut Sean Murray das im vergangenen Jahr veröffentlichte „Voyagers“-Update. Die Aktualisierung führte riesige, frei anpassbare Corvette-Raumschiffe ein, die beinahe wie fliegende Basen funktionieren.
Spieler können die großen Schiffe gemeinsam einrichten, sich durch deren Innenräume bewegen und sogar während des Flugs aussteigen. Für die Umsetzung musste Hello Games nach eigenen Angaben grundlegende Bestandteile des Spiels technisch überarbeiten.
„Voyagers“ sorgte schließlich für den größten Spielerandrang seit der ursprünglichen Veröffentlichung von „No Man’s Sky“. Selbst neun Jahre nach dem schwierigen Start konnte das Weltraumabenteuer damit einen Teil seines damaligen Publikums zurückgewinnen.
Nächstes Update offenbar bereits in Vorbereitung
Mit dem zehnten Geburtstag endet die Entwicklung von „No Man’s Sky“ noch lange nicht. Hello Games arbeitet laut Murray im Hintergrund an „großen Dingen“ für die Zukunft des Spiels.
Im Umfeld der Jubiläumsankündigung deutete das Studio offenbar bereits den Namen „Cosmos“ an. Konkrete Inhalte oder einen Veröffentlichungstermin für das mögliche nächste Update nannte Hello Games bislang allerdings nicht.
Spieler sollten deshalb noch keine bestimmten Funktionen erwarten. Gesichert ist vorerst lediglich, dass die weitere Unterstützung fortgesetzt wird und zu einem späteren Zeitpunkt neue Informationen folgen sollen.
Angesichts der bisherigen Update-Politik dürfte es sich erneut um eine kostenlose Erweiterung handeln. Offiziell bestätigt wurde der Umfang bislang jedoch nicht.
Hello Games arbeitet parallel an Light No Fire
Während die Entwicklung von „No Man’s Sky“ weiterläuft, entsteht bei Hello Games außerdem das neue Spiel „Light No Fire“. Das Fantasy-Survival-Abenteuer soll auf einem einzigen, erdgroßen Planeten angesiedelt sein, der gemeinsam mit anderen Spielern erkundet werden kann.
Ein Teil der dafür entwickelten Technik kommt bereits bei den neueren Updates von „No Man’s Sky“ zum Einsatz. Umgekehrt profitiert „Light No Fire“ vermutlich von den Erfahrungen, die das Studio beim jahrelangen Ausbau seines Weltraumspiels gesammelt hat.
Einen Veröffentlichungstermin besitzt das neue Projekt weiterhin nicht. Auch zum zehnten Geburtstag von „No Man’s Sky“ beschränkte sich Murray auf den Hinweis, dass das kleine Team intensiv an beiden Spielen arbeitet.
Die Geschichte von „No Man’s Sky“ dürfte damit noch nicht abgeschlossen sein. Aus einem der berüchtigtsten Fehlstarts der Branche ist ein Weltraumspiel geworden, das selbst nach zehn Jahren neue Spieler erreicht und für viele Entwickler inzwischen als Musterbeispiel dafür gilt, wie sich verlorenes Vertrauen langfristig zurückgewinnen lässt.
Habt ihr No Man’s Sky bereits zum Release gespielt oder seid ihr erst nach einem der zahlreichen Updates in das Universum eingestiegen?





