PLAYCENTRAL TEST PlayStation 5

Warum ich den DualSense-Controller mehr liebe als die PS5 – Review

Von Cynthia Weißflog - Test vom 16.11.2020 16:32 Uhr
PS5 Controller DualSense Test Review Praxis Erfahrung
© PlayCentral

Mit dem DualSense-Controller beabsichtigt Sony das Spielerlebnis auf der PS5 noch immersiver, noch moderner und noch komfortabler zu gestalten. Mit neuen Features wie den adaptiven Triggern, dem intensiven haptischen Feedback und dem eingebauten Mikrofon soll der PlayStatiton 5-Controller der Next-Gen-Konsole in nichts nachstehen.

Doch wie macht sich der DualSense in der Praxis? Spoiler: Phänomenal großartig. Und ich erkläre euch nach mehrstündigem Betasten, Streicheln und Bepusten des Controllers auch warum. Denn das warum sollte jeder kennen, der sich die neue Sony-Konsole ins Haus holen möchte oder noch an seiner Kaufentscheidung zweifelt.

Der erste Eindruck vom DualSense

Um euch einen ersten sinnlichen Eindruck zu vermitteln, möchte ich beschreiben, welche Dinge mir zuallererst aufgefallen sind, als ich den DualSense aus der Packung entnommen hab. Denn bevor der Karton die Sicht auf die PS5 freigegeben hat, lag der Next-Gen-Controller oben auf – und es war Liebe auf den ersten Blick:

Der DualSense ist angenehm schwerer, etwas massiver und tatsächlich etwas gräulicher und weniger strahlend weiß, als es auf den Produktfotos wirkt. Der DualSense sieht dennoch edel und aufgrund seiner Größe und Form weitaus robuster als sein DualShock 4-Vorgänger aus. Er wirkt hochwertig und scheint sich perfekt in den Griff einer jeden Hand einschmiegen zu können. Vor allem die abgeschrägte Kante des Griffs, lassen den Controller fest und bequem in den Handinnenflächen ruhen.

PS5 Controller Ergonomie
Die abgeschrägten Griffbereiche machen den Controller unfassbar bequem und anpassungsfähig. © PlayCentral

Mit der texturierten Oberfläche sitzt er sicher und geschmeidig zugleich und sämtliche Buttons scheinen einen idealen Druckpunkt zu besitzen. Das transparente Material, mit dem die einzelnen Symbol-Knöpfe und das D-Pad überzogen sind, ist glatt und trotzdem gummiartig rutschfest. Die schwarzen Elemente wirken hierbei wie ein sexy Trägertop, das das leistungsstarke Innere des Controllers verbirgt.

PS5 Details Buttons
Der PlayStation 5-Controler besticht mit schlichter Eleganz und Funktionalität. © PlayCentral

Bleibt der DualSense weiß? Langzeittests stehen natürlich noch aus, der Kunststoff macht allerdings einen langlebigen Eindruck und lässt nicht die zeitnahe Verfärbungen der weißen Oberfläche vermuten, die viele befürchtet hatten. Mit Ketchupfingern, fettigen Pommeshänden und klebrigen Schokogreifern, sollte man den DualSense vielleicht trotzdem nicht im Übermaß quälen und betatschen.

Der Vergleich: DualShock 4 und DualSense

Wer dachte, dass der PS4-Controller einen qualitativen Eindruck macht, wird in dem DualSense wahrscheinlich ein Meisterwerk sehen. Denn hier wurde in Sachen Wertigkeit wirklich noch einmal eine Schippe obendrauf gelegt und sich beim Design Gedanken um Material, Texturierung, Platzierung und Ergonomie gemacht.

Allein das höhere Gewicht lässt den PS5-Controller wertiger und weniger wie billiges Plastik wirken – auch wenn es immer noch Plastik ist. Die Analogsticks haben sich mit dem Next-Gen-Controller bis auf die leicht verstärkte Texturierung dagegen kaum verändert. In Größe, Form und Platzierung ähneln sie sich stark. Das trifft ebenso auf den Create- und Options-Button zu, die am DualSense allerdings etwas mehr herausragen.

Die farbigen PlayStation-Symbole gehören ebenfalls der Vergangenheit an und wurden durch das elegante, schlichte grau-weiße Design ersetzt. Das Touchpad ist angeschrägt und weitaus größer, die dezente Lightbar verläuft nun für den Spieler sichtbar um die Touchoberfläche und nicht mehr versteckt an der Rückseite des Controllers. Spielt ihr eine Weile mit dem PS5-Controller und nehmt den PS4-Controller danach in die Hand, fühlt sich der DualShock 4 plötzlich wie ein unausgereifter Prototyp an.

DualSense und DualShock im Vergleich
Die beiden Sony-Controller im Vergleich. Der PS5-Controller ist mit rund 280 Gramm etwa 60 Gramm schwerer als der DualShock. © PlayCentral

Neben den optischen Unterschieden fehlen dem DualShock 4 natürlich die neuen Features, wie das interne Mikro, das haptische Feedback und die adaptiven Trigger. Wie unglaublich stark die allerdings zu einem vollwertigen Spielerlebnis beitragen, durften wir in „Astro’s Playroom“ spüren.

Den DualSense mit Astro’s Playroom kennenlernen

Denn wer sich mit dem neuen Controller so richtig vertraut machen möchte, startet alsbald mit „Astro’s Playroom“ durch. Das Spiel ist auf der PlayStation 5 bereits vorinstalliert und führt euch in Form eines Jump-’n‘-Run-Abenteuers mit den altbekannten, süßen Bots unfassbar gut in die Funktionswelt des Controllers ein.

Dafür reisen wir ins virtuelle Innere der PS5 und finden eine Map mit verschiedenen Schwerpunkten vor, die uns vollumfänglich in die Next-Gen-Konsole entführt. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn bei den verschiedenen Spielwelten handelt es sich buchstäblich um die einzelnen technischen Komponenten der PS5, in der wir Astro durch Kühler-Eis, einen GPU-Dschungel und luftige Highspeed-Höhen der SSD begleiten.

Bereits der Einstieg ins Game hat mir dabei meinen ersten Eindruck vom DualSense bestätigt und mich mit leuchtenden Augen an die Konsole gefesselt. Ich schwöre euch: Die Abenteuer mit Astro haben noch nie so viel Spaß gemacht wie mit der PS5 und dem neuen DualSense, denn das Game wurde mit so viel Liebe zum Detail designt und mit unzählig vielen Easter Eggs zur PlayStation- und Videospielgeschichte versehen, dass einem das Herz hüpft.

Astro's Playroom Easter Egg Horizon Zero Dawn
Es gibt so viele versteckte Easter Eggs, von Horizon Zero Dawn über The Last of Us bis hin zu God of War und Uncharted. © SIE/PlayCentral

Das überraschend umfangreiche Spiel ist wirklich so gut gelungen, dass man wirklich dazu motiviert wird, mehr Zeit mit der PS5 zu verbringen und sich ausführlicher mit Konsole und Controller anzufreunden.

Wie konnte ich ohne adaptive Trigger leben?

Hier durfte ich auch die leicht texturierten, adaptiven Trigger des DualSense kennenlernen, die wohl in die Kategorie fallen: Ich wusste nicht, dass ich es wollte, aber jetzt, wo ich es kenne, kann ich nicht mehr ohne. Es ist unglaublich, wie viel Immersion durch dieses Feature erzeugt werden kann, das lediglich durch einen veränderten Widerstand in den Trigger-Tasten hervorgerufen wird.

Dieser Mechanismus steckt hinter den adaptiven Triggern. © TronicsFix (YouTube)

In „Astro’s Playroom“ konnte ich erstmals wahrnehmen, wie zuträglich dieser kleine Mechanismus im Inneren des DualSense wirklich ist, das den Widerstand der Trigger beeinflusst. Plötzlich kann ich fühlen, wie sich der Gummi unter den Fingern spannt, der Untergrund unter einem vibriert, wie sich eine Feder zum Absprung anzieht oder nach einem zerbrechlichen Stein vorsichtig und mit nur halb gedrücktem Trigger gegriffen werden muss.

Das Ganze hat dazu geführt, dass ich nach dem virtuellen Klettern und Springen wirklich Muskelkater in den Finger hatte, so wie nach einem guten Boulder-Training. Ich hoffe nur, dass die Technik dahinter nicht allzu schnell verschleißt und vorzeitig den Geist aufgibt.

Das haptische Feedback verdient seinen Namen

Mit dem Doppelantrieb des PS5 DualSense-Controller, der die herkömmlichen Rumble-Motoren ersetzt, sollen verschiedenste Untergründe, Oberflächen und Materialbeschaffenheiten immersiver und authentischer simuliert werden.

Deshalb trägt das neuartige Vibrationsgeschehen den sytlischen Namen Haptisches Feedback – und verdammt: Den hat es verdient! Zusammen mit dem verbesserten, integrierten Lautsprechern und dem, was da visuell auf dem Bildschirm passierte, hat es der DualSense geschafft, mich sage und schreibe 25 Minuten lang einfach nur auf einer Eisfläche rumschlittern zu lassen.

In Wirklichkeit stelle ich mich verdammt tollpatschig auf einer Schlittschuhbahn an. In „Astro’s Playroom“ war es dagegen, als könnte ich es in Gestalt von Astro mit einer Eiskunstläuferin aufnehmen, die auf einem zugefrorenen, kalten See grazil ihre Runden dreht. Die raue und gleichzeitig glatte Oberfläche wurde mit dem haptischen Feedback perfekt simuliert und an meine Handinnenseiten übertragen.

Astro's Playroom Haptisches Feedback PS5
Ich hab mit dem DualSense meine Liebe und mein virtuelles Talent im Schlittschuhfahren entdeckt: Dank haptischem Feedback! © SIE/PlayCentral

Die einzelnen Funktionen des DualSense haben hierbei so gut zusammengewirkt, dass ich ab einem gewissen Punkt regelrecht eins mit dem PS5-Controller wurde und den Playroom schnurstracks mit Platin abschließen konnte.

Meine Nemesis: Der Home-Button, nicht der Akku

Nach jeder romantischen Kennenlernphase folgt nach einer gewissen Zeit die Ernüchterung – zumindest in den meisten Beziehungen. So auch bei dem DualSense, der mir nach einiger Spielzeit seine Schattenseite aufzeigte. Und nein, hierbei handelt es sich nicht um die Akkulaufzeit des PS5-Controllers.

Wie lange hält denn der Akku des DualSense? Bei normaler Nutzung lag die Akkudauer bei durchschnittlich 12 Stunden, von denen ich in diversen Spielen wie Spider Man: Miles Morales, The Witcher 3: Wild Hunt und Demon’s Souls Zeit verbrachte. Schneller entleerte er sich nachvollziehbarer Weise in „Astro’s Playroom“, da das Game das volle Potenzial des Controller ausschöpft und mich schon nach etwa 3,5 Stunden am Ladekabel hängen ließ. Zufrieden bin ich damit dennoch und kann mich den bisherigen Berichten nur anschließen:

PlayStation 5PS5-Controller: So lange hält der Akku vom DualSense

Nein, mein wahres Problem lag eher bei dem formschönen PS-Button, der die Mitte des PS5-DualSense ziert. Hübsch sieht er ja aus, hat mich jedoch zeitnah den geschmeidig abgerundeten Wobbel-Knopf des DualShock 4 Controllers vermissen lassen.

DualSense Mute Button Knopf Stummschalt
Oh du wohlgeformter PS-Button. Du bist schön, aber unpraktisch. © PlayCentral

Und wer nun sagt: Aber hey, so oft benutzt man den Knopf doch nicht, dem sei gesagt: Du benutzt ihn sicherlich häufiger als du glaubst. Gerade auf der nagelneuen PS5, in der es endlich möglich ist via Wechsler schnell zwischen einzelnen Anwendungen zu switchen, nutzt man den Home-Button weitaus regelmäßiger.

Umso mehr hat mich also die buchstäbliche PlayStation-Taste gestört, an der man nicht nur hängen bleiben, sondern gleichzeitig auch vorbeidrücken kann – eine wahrhaft nervenaufreibende Kombination. Hier kommt erschwerend hinzu, dass sich direkt darunter die Mute-Taste befindet. Statt in den Homescreen der PS5 zu wechseln, hab ich mich also kurzerhand gemutet. Nun ja, Gewöhnung ist hier wahrscheinlich das Zauberwort.

Hallo PS5-Controller, kannst du mich hören?

Ja, kann er neuerdings, durch das eingebaute Mikrofon, das man via Stummschalttaste spontan oder dauerhaft aktivieren oder deaktivieren kann (falls man mal wieder den Home-Button verfehlt hat). Ihr könnt das Mikro demnach selbstverständlich für eure Party-Chats verwenden, jedes beliebige Headset-Mikrofon hat aber sicherlich eine bessere Qualität als das interne Exemplar des DualSense. Für kurze Talks ohne gleich das Headsets holen zu müssen, ist es dennoch durchaus geeignet.

Außerdem können wir deshalb nun coole Pust- und Sprachaktionen in Games starten, denn das Mikro wird gleichzeitig als Bedienelement genutzt. Wir kennen sowas bereits vom Nintendo DS, mit dem wir deshalb digitale Seifenblasen pusten und Windräder antreiben konnten. Mit dem DualSense geht das auch und das macht echt Spaß. Ich bin gespannt, wie Entwickler diese Möglichkeit in Spielen künftig nutzen werden.

Astro's Playroom PlayStation 5 Controller
Das Mikrofon könnte noch für einige coole Spielerlebnisse sorgen, als Kommunikationsmittel ist ein Headset dennoch besser geeignet. © SIE/PlayCentral

Fazit

Ich durfte den DualSense der PS5 nun zahlreiche Stunden ausführlich nutzen und meiner Meinung nach ist er der beste Controller, den Sony jemals entwickelt hat. Auch, wenn sich einige nach asymmetrischen, nicht-axialen Triggern oder, so wie ich, nach einem runden Home-Button verzehren, ist er der perfekte Begleiter für die PlayStation 5.

Mehr noch: Für mich ist der DualSense fast noch revolutionärer als die Next-Gen-Konsole selbst. Hier wurde wirklich geschliffen, gedreht und überlegt, was zu einem idealen Spielerlebnis noch fehlt. Und auch wenn die PS5 hier nicht in erheblichem Maße zurücksteht, hat der DualSense in mir noch mehr Begeisterung und Überraschung hervorgerufen als die PlayStation 5, die für mich nicht immens so über sich hinausgewachsen ist, wie der Next-Gen-Controller.

Nach vielen Stunden und schwitzigen Händen im Anschluss eines Demon’s Souls Bosskampfs lag der DualSense weiterhin zuverlässig, fest und ohne Verspannungen in meiner Hand. Und trotz seiner unbestreitbaren Design-Nähe zum Xbox-Controller (den ich in meinen recht kleinen Händen stets als zu klobig und unbequem empfunden habe), ist er eine ganze eigene und perfektionierte Ausformung, die mit dem realistischen haptischen Feedback, den mukelkaterfördernden adaptiven Triggern und dem weitaus präziseren Touchpad eine wahre Offenbarung für mich war.

Würde mich die PS5-Konsole also für sich nicht vollends überzeugen, würde es spätestens der DualSense tun. Denn ich bin gespannt, was sich Entwickler in den folgenden Monaten und Jahren überlegen, um die Features und Besonderheiten des Controllers auszuschöpfen, um ein mitreißendes Spielerlebnis auf der Next-Gen-Konsole zu zaubern.

PlayStation 5PS5 DualSense-Controller: Alle Infos zu Preis, Features und Design

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