Rockstar Games will die Grenzen zwischen geskripteten Story-Missionen und der offenen Spielwelt von GTA 6 stärker auflösen. Rob Nelson, Entwicklungsleiter und Co-Studioleiter bei Rockstar North, hat nun konkretisiert, dass bestimmte Aufträge mehrere Lösungswege erlauben und nicht zwingend entlang einer vorgegebenen Route abgeschlossen werden müssen.
Die Aussagen stammen aus einem am 7. Oktober 2026 veröffentlichten Originalinterview mit IGN. Darin spricht Nelson über den Spagat zwischen filmischer Inszenierung und spielerischer Freiheit, der die Missionsgestaltung der Reihe schon seit Jahren prägt.
Mehrere Fluchtwege in Story-Missionen
Als Beispiel nennt Nelson die Flucht aus dem Hochhaus, die im Extended Look von Rockstar Games zu sehen war. Obwohl die Szene im Video stark inszeniert wirkt, soll es innerhalb des Gebäudes mehrere mögliche Wege nach draußen geben.
Damit müssen Jason und Lucia offenbar nicht bei jedem Durchlauf denselben Korridor oder Ausgang benutzen. Rockstar möchte entsprechende Freiheiten allerdings nur dort anbieten, wo sie die Inszenierung und den Ablauf einer Mission nicht beeinträchtigen.
Wir haben uns bewusst bemüht, Missionen wo möglich zu öffnen, ohne die Qualität des Erlebnisses zu beeinträchtigen.
Vollständig frei werden die Story-Einsätze deshalb nicht. Wenn bestimmte Ereignisse für die Handlung notwendig sind, kann Rockstar die Kontrolle stärker übernehmen und den Ablauf gezielt lenken. Erst wenn eine Sequenz in ein allgemeines Spielsystem übergeht, sollen mehr eigene Entscheidungen möglich werden.
Polizeiverfolgungen gehen nahtlos ins offene Gameplay über
Besonders deutlich wird dieser Ansatz bei einer Mission mit Raul. Zu Beginn schießt Jason aus einem fahrenden Auto, während Lucia das Fahrzeug steuert. Dieser Abschnitt läuft weitgehend auf Schienen, weil Rockstar ein bestimmtes Action-Setpiece zeigen und die Rollen der beiden Figuren festlegen möchte.
Anschließend wechselt die Kontrolle jedoch zum Fahrer. Das Spiel schlägt zwar eine optimale Fluchtroute vor, doch diese ist laut Nelson nicht verpflichtend. Wer einen anderen Weg durch Vice City findet, kann die Polizei ebenfalls abschütteln und den Auftrag erfolgreich beenden.
Rockstar behandelt diesen Teil nicht mehr als vollständig geskriptete Missionssequenz, sondern als normale Fahndung innerhalb der offenen Welt. Dasselbe Prinzip soll bei Raubüberfällen greifen. Sobald ein Auftrag auf das Fahndungslevel oder andere systemische Mechaniken zurückgreift, sollen diese möglichst genauso funktionieren wie außerhalb der Story.
GTA 6 verbindet Inszenierung und spielerische Freiheit
Der Ansatz könnte vor allem wiederholte Durchläufe abwechslungsreicher machen. Unterschiedliche Fluchtwege, spontane Abweichungen von vorgeschlagenen Routen und die dynamische Reaktion der Polizei sorgen dafür, dass sich zumindest manche Missionen nicht jedes Mal identisch abspielen.
Rockstar verabschiedet sich damit nicht von aufwendig choreografierten Actionmomenten. Vielmehr sollen feste Erzählabschnitte und offene Spielsysteme natürlicher ineinandergreifen, damit sich Missionen weniger wie abgeschlossene Bereiche innerhalb der offenen Welt anfühlen.
GTA 6 erscheint am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Eine PC-Version wurde bislang nicht mit einem Veröffentlichungstermin versehen.
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