PLAYCENTRAL TEST Dragon Age 2

Dragon Age 2: Test: Mit Hawke im Gepäck ab nach Kirkwall!

Von Redaktion PlayCentral - Test vom 19.03.2011 09:31 Uhr
Dragon Age 2 Hawke
© Electronic Arts

Knapp 1 ½ Jahre sind seit dem Release von Dragon Age: Origins nun vergangen. Insgesamt hatte Entwickler Bioware für den ersten Teil des Rollenspiel-Hits fünf Jahre Entwicklungszeit und diese haben sich gelohnt. Von überall kamen Lobeshymnen. Für viele gilt Dragon Age: Origins noch heute als das „beste Action-Rollenspiel aller Zeiten“. Im Jahr 2011, knapp 18 Monate danach, erscheint mit Dragon Age 2 der zweite Teil des RPG-Franchise. Die wichtige Frage lautet: Schafft es Bioware in 18 Monaten ein gleichwertiges oder sogar besseres Produkt auf die Beine zu stellen? Wir beantworten euch diese und viele weitere Fragen in unserer ausführlichen Review.

Dragon Age: Origins lite

Der zweite Teil der Dragon Age-Reihe dürfte für viele Fans enttäuschend beginnen. Während der erste Teil noch hübsch inszenierte Intro-Videos bot, bekommen wir im zweiten Teil nur kleine Plot-Schnipsel zu den verschiedenen Anfangsgeschichten zu geworfen. Anschließend Wählen wir eine der drei Charakterklassen (Magier, Schurke oder Krieger) aus einem von zwei Geschlechtern (Männlich oder Weiblich) aus und die Geschichte beginnt. Die erste grobe Veränderung: Es gibt nur noch die Rasse Mensch und auch nur noch drei Klassen zur Auswahl. Egal für welchen Weg man sich entscheidet, Dragon Age 2 beginnt auf jeden Fall mit dem menschlichen Hawke, von welchem wir lediglich den Vornamen sowie einige optische Dinge bestimmen können.

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Auch im zweiten Teil gibt es wieder riesige Zwischen- & Endbosse 

Die Geschichte von Dragon Age 2 wird in einer besonderen Art und Weise erklärt. Varric, einer der Weggefährten von Hawke, wird von einer Sucherin gefangen genommen und über den „Champion“ befragt. Champion deshalb, weil wir Kirkwall am Ende des Spiels wohl vor dem Bösen bewahren und als einer der wenigen die Flucht aus dem von der Dunklen Brut zerstörten Lothering geschafft haben. Auch wenn die Erzählweise von Dragon Age 2 im Vergleich zum ersten Teil hinterherhinkt, ziehte sie uns sofort in den Bann. Schon zu Beginn erleben wir dramatische Momente wie das Ableben eines Weggefährten, legen uns mit einem Oger an und schlagen im Niemandsland immer wieder Horden der Dunklen Brut nieder.

Wie man es aus Mass Effect (ebenfalls Bioware) kennt, kann man auch in Dragon Age 2 seinen Speicherstand aus dem ersten Teil importieren. Doch leider hat dies, anders als bei Mass Effect, so gut wie keine Effekte im Verlauf der Story. Allgemein bleibt wenig von Teil 1 hängen: Bis auf ein Treffen mit König Alistar und der ein oder anderen Begegnung mit einem früheren Bekannten sehen wir nur selten Charaktere oder Parallelen zum ersten Teil des Rollenspiel-Epos. Leider wird das Wiedersehen mit den einzelnen Personen in kurzen Gesprächen abgewimmelt, welche nicht einmal mit der Story verknüpft sind – schade!

„Die Kettenstadt“ Kirkwall

Bereits im ersten Teil lag der Fokus darauf, in einer Gruppe durch die verschiedenen Welten und Dungeons zu ziehen. Das Setting von Dragon Age 2 konzentriert sich, zum Leid aller Fans des ersten Teils, nur auf die Kettenstadt Kirkwall und dessen Umland. Zwar werden wir durch zahlreiche Quests auch mal in eine Knochenhöhle oder auf die Sunderhügel zu den Dalish geleitet, das Geschehen spielt sich jedoch hauptsächlich in Kirkwall ab. Stichwort Quests: Diese sind sehr abwechslungsreich gestaltet. Rollenspiel-typisch variieren die Aufgaben zwischen Sammel-, Auftragsmord- oder Heldenmissionen. Wie es sich für ein Action-Rollenspiel mit offener Welt gehört, entscheidet der Spieler selbst, ob er der Haupthandlung folgt oder eines der zahlreichen Nebenquests absolviert.

Talk, Talk, Talk

Ein weiteres aus Mass Effect bekanntes Feature ist das Dialogsystem. Bereits im ersten Teil kam diese zum Einsatz, im zweiten Teil hat Bioware das Dialogsystem aber nochmals überarbeitet. So gibt es nun verschiedene Arten mit den NPCs zu kommunizieren. Um welche Art von Kommunikation es sich bei den jeweiligen Antworten von Champion Hawke handelt, zeigt der Kreis am mittleren unteren Bildschirmrand. Wählen wir die sanfte Methode, welche durch eine Feder gekennzeichnet ist, treten uns die meisten KI-Charaktere ähnlich sanft gegenüber. Machen wir uns über selbige lustig oder reagieren aggressiv auf den Dialog kann es sehr schnell zur handfesten Konfrontation kommen. Wer besonders aufpasst kann in verschiedenen Situationen, wenn zum Beispiel Auftraggeber fordern das wir ein Geheimnis für uns behalten, noch einige Goldmünzen mehr aus den Missionen herausholen.

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Das Kampfsystem der RPG-Fortsetzung wurde an den richtigen Stellen verbessert. 

Ene, mene, miste, es rappelt in der Kiste…

Im Verlauf der Story von Dragon Age 2 stehen Hauptcharakter Hawke insgesamt neun KI-Partner zur Verfügung, von welchen gleichzeitig drei in die aktive Party gewählt werden können. Da wäre zum Beispiel der Zwergen-Schurke Varric, welcher uns durch seine coole und lässige Art schnell ans Herz gewachsen ist. Das genaue Gegenteil ist die mächtige Kriegerin Aveline, welche gekonnt unsympatisch und arrogant auftritt. Hinzu kommt der aus Teil eins bekannte Magier Anders, die Dalish-Magierin Merrill oder auch die gefährliche Piraten-Tochter Isabela. Jeder einzelne Charakter besitzt seine eigene Geschichte, welche durch Nebenmissionen immer weiter erläutert wird. Wie in Mass Effect 2 ist es ab einem bestimmten Freundschaftsgrad auch möglich, eine Liebesbeziehung mit der jeweiligen Person einzugehen – wie romantisch!

Über Ausrüstung und Charakterentwicklung

Wir haben ja bereits auf den vorherigen Seiten darauf hingewiesen, dass es nicht mehr möglich ist, Rüstungen, Stiefel oder Handschuhe der Partymitglieder auszuwählen. Einzig und alleine Waffen und Ringe sowie Amulette können den Mitstreitern zugeteilt werden. Hawke selbst kann aber gott sei dank noch ergatterte Gegenstände wie Rüstungen, Handschuhe oder Stiefel anziehen, sofern er die Voraussetzungen dafür erfüllt. Wie es sich für ein Rollenspiel gehört gibt es zwei Wege, Ausrüstungsgegenstände zu bekommen: Entweder wir erspielen uns genügend Münzen und kaufen diese bei den örtlichen Händlern oder wir sammeln die Gegenstände der erledigten Gegner auf. Letzteres sollte man sowiso tun, da man für den Plunder jede Menge Kohle bekommt. Leider entsteht beim schlauchigen Leveldesign nicht der Sammeltrieb wie es bei anderen Rollenspielen (Sacred, Two Worlds 2 etc.) der Fall ist.

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Für jeden der drei Klassen gibt es unterschiedliche Spezialisierungsmöglichkeiten!

Wie bereits erwähnt muss man für neue Ausrüstungsgegenstände bestimmte Anforderungen erfüllen. Um die „Rüstung des Champions“ zum Beispiel tragen zu können benötigen wir 35 Stärkepunkte. Zum Glück sind wir vor kurzem ein Level aufgestiegen und haben nun drei Punkte im Attributefenster zur Verfügung. Mit jedem Levelaufstieg bekommt Hawke die Möglichkeit, drei Attributepunkte sowie 1 Fähigkeitenpunkt zu verteilen. Attribute belaufen sich auf die typischen Rollenspiel-Aspekte wie Stärke, Klugheit, Willenskraft, Magie, Geschicklichkeit sowie Konstitution. Wir als Krieger benötigen vor allem Konstitution, Stärke sowie Geschicklichkeit, um im Kampf die Chance auf einen kritischen Treffer zu erhöhen.

Leicht verändert findet der Spieler auch den Fertigkeitenbaum wieder. Anders als im ersten Teil haben wir in Dragon Age 2 verschiedene Kategorien, wie Schild und Schwert, Zweihandwaffen oder beim Magier Elementar, Heilung etc. am oberen rechten Bildschirmrand zur Auswahl. Wählt man eine Kategorie an, erscheint in der Mitte der Fertigkeitenstammbaum, welcher von links nach rechts aufgelevelt werden kann. Es gibt insgesamt drei Arten von Fähigkeiten: „Anhaltender Modus“, „passive Fähigkeit“ sowie „aktive Fähigkeit“. Passive und aktive Fähigkeiten erklären sich von selbst: Erstere laufen seperat während dem Kampf im Hintergrund, aktive Fähigkeiten sowie auch der anhaltende Modus können per Zuweisung auf die Schnellstart-Tasten gelegt werden. Zusätzlich dazu gibt es ab einem bestimmten Level Verbesserungen für einzelne Fertigkeiten, welche spezielle Boni wie mehr Schaden, weniger Regenerationszeit etc. freischalten. Wie auch schon im ersten Teil gibt es zwei Spezialisierungspunkte für neue Stammbäume. Im siebten und vierzehnten Level erhaltet ihr jeweils ein Spezialisierungspunkt, mit welchem ihr neue Stammbäume wie zum Beispiel Templer oder Blutrausch beim Krieger freischalten könnt. Insgesamt finden wir die neuen Stammbäume mehr als gelungen und sehr übersichtlich. Rollenspiel-Veteranen betrachten diese Veränderung mit viel Skepsis.

Taktische und actionreiche Kämpfe!

Auch wenn die riesigen Schlachten aus Dragon Age: Origins im Nachfolger nicht mehr enthalten sind, wird ordentlich und oft gegen verschiedenste Gegnertypen gekämpft. Die Kämpfe laufen dabei ähnlich wie im ersten Teil ab. Wer in Beserker-Manier in Gegnergruppen rennt gewinnt im epischen Rollenspiel von Bioware keinen Blumentopf. Man muss taktisch zunächst die heilenden Magier der verschiedenen Scherken ausschalten um einigermaßen ungeschoren davon zu kommen. Taktikfüchse pausieren das Spielgeschehen und verteilen zunächst Anweisungen an die Partymitglieder, welche Fähigkeiten gegen welchen Gegner ausgeführt werden sollen. Leider müssen wir im Kreismenü bereits auf die Schnellauswahl-Tasten gelegte Fähigkeiten seperat erneut aus dem Menü auswählen – zu umständlich!

Als Nahkämpfer wie etwa Schurke oder Krieger steuert sich Dragon Age 2 schon fast wie ein Hack’n Slay (God of War, Dantes Inferno etc.). Durch verbesserte Animationen führt der Avatar die Fertigkeiten nun schneller und hübscher aus. Während der Charakter im ersten Teil sich noch in die richtige Position bringt, anvisiert und erst dann die ausgewählte Fähigkeit ausführt, hechtet dieser nun in die Monstermenge um den Anweisungen des Spielers zu folgen. Im Umkehrschluss bedeutet das dynamischere, actionreichere und vor allem flüssigere Auseinandersetzungen mit den Gegnern. Davon gibt es übrigens jede Menge: In Höhlen oder Waldgebieten bekommen wir es mit Riesenspinnen oder Räubern zu tun, in Kirkwall mit Templern, falschen Soldaten oder den Qunari und in verschiedenen Dungeons auch mit kleinen oder riesigen Drachen. Insgesamt können sich die Gegnervielfalt und die Kämpfe in Dragon Age 2 sehen lassen. Vor allem die Kämpfe wurden an den richtigen Stellen verfeinert und verbessert.

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Für Dragon Age 2 wurde die mittlerweile veraltet aussehende Eclipse-Engine verwendet!

Die Technik

Kommen wir wie gewohnt abschließend nun zur Technik von Dragon Age 2. Im zweiten Teil des epischen Rollenspiel-Franchise verwendete Entwickler Bioware erneut die aus dem ersten Teil bekannte Eclipse-Engine, welche längst nicht mehr zeitgemäße Umgebungen auf den Bildschirm klatscht. Nicht nur, dass wir immer wieder durch die gleichen Keller- & Höhlen-Gelände laufen, auch die Außenareale sehen längst nicht mehr zeitgemäß aus. Auch wenn uns die Umgebung bis auf einige Ausnahmen in Kirkwall nicht gefällt, die Charaktere und Zaubereffekte können sich dennoch sehen lassen. Solch stimmige, abwechslungsreiche und stark animierte Charaktere haben wir zuletzt von Mass Effect 2 in Erinnerung.

Bis auf die deutsche Synchronisation macht das Spiel ebenfalls einen starken Eindruck. Die Bioware-Krankheit, dass die deutsche Übersetzung in keinster Weise mit dem englischen O-Ton mithalten kann, zieht bereits die Mass Effect-Reihe mit sich. Für diesen Fall hat das kanadische Entwicklerstudio bereits vorgesorgt und prompt die englische Synchronisation mit auf die deutsche Fassung des Spiels gepackt – gute Arbeit!

Dragon Age 2 im Test

Fazit und Wertung von Redaktion PlayCentral

Fazit:

Kommen wir zum abschließenden Fazit zu Dragon Age 2. Wir müssen ehrlich gesagt zu gestehen: Vor dem Release hatten wir angst, dass aus dem grandiosen Rollenspiel mehr ein Action-Adventure mit Rollenspiel-Einlagen wird. Letztendlich muss man festhalten, dass es zwar nicht das epische Abenteuer ist wie wir es noch von Dragon Age: Origins kennen, dennoch aber ein sehr gelungenes Rollenspiel. Dabei muss man festhalten, dass Bioware für die Entwicklung des Nachfolgers um einiges weniger Zeit hatte als noch für den Vorgänger, was sich vor allem in der Spielzeit von 30 Stunden widerspiegelt.

Insgesamt wurden gut durchdachte und sinnvolle Veränderungen am Spiel vorgenommen. Der Talentbaum wirkt nun einfacher und die allgemeine Menüoberfläche um einiges Übersichtlicher. Schade finden wir den Aspekt, dass wir gefühlte hundertmal durch den optisch gleichen Dungeon marschieren, welcher sich einzig und alleine von den Gegnern und verschiedenen Wegen unterscheidet. Das Dragon Age 2 nur in Kirkwall spielt finden wir aufgrund der detailreichen Welt weniger schlimm. Rollenspiel-Freunde werden schnell mit Dragon Age 2 warm, Veteranen dürften leicht enttäuscht von den Veränderungen sein.

Einstieg

Der Einstieg verläuft relativ einfach und schnell: Bereits nach einer knappen Stunde tauchen wir tief in die Welt von Kirkwall ein.

Grafik

Zwar sieht Dragon Age 2 an einigen Stellen sehr toll aus, dennoch merkt man dem Spiel die mittlerweile zwei Jahre alte Eclipse-Engine an.

Sound

Soundtechnisch befindet sich Biowares Rollenspiel-Epos auf hohem Niveau. Der Soundtrack ist stimmig, die Orte atmosphärisch. Mit Dolby Surround 5.1 ein unvergleichliches Erlebnis!

Gameplay

Die Kämpfe wurden im Gegensatz zu Dragon Age: Origins an den richtigen Stellen mit neuen Animationen verbessert. Dadurch wirken diese nun flüssiger und dynamischer.

Pro

+flüssige Animationen
+dramatisch Inszeniert
+abwechslungsreiche Quests
+starker Wiederspielwert
+verbessertes Kampfsystem
+sinnvollere Menüführung

Contra

-nur eine Rasse (Mensch)
-schlauchige & eintönige Außenareale
-deutsche Synchro enttäuschend

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Dragon Age 2 Action-Rollenspiel PC, Xbox 360, PS3
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