Bei Rockstar Games steht kurz vor der Veröffentlichung von Grand Theft Auto VI eine wichtige Personalentscheidung an. Die Beschäftigten der britischen Studios stimmen vom 12. bis zum 26. November 2026 darüber ab, ob die bestehende Rockstar Game Workers Union offiziell anerkannt werden soll.
Der Beginn der zweiwöchigen Abstimmung fällt ausgerechnet auf den Preload-Start von GTA 6. Wie Rockstar Games bestätigt hat, können digitale Vorbestellungen ab dem 12. November 2026 vorab heruntergeladen werden. Die Veröffentlichung für PlayStation 5 und Xbox Series X|S folgt am 19. November 2026, also mitten im Abstimmungszeitraum.
Rockstar-Beschäftigte stimmen über Anerkennung ab
Die Rockstar Game Workers Union gehört zur Independent Workers Union of Great Britain, kurz IWGB. Bei der Abstimmung geht es nicht um die Gründung einer neuen Organisation, sondern um die formelle Anerkennung der bereits aktiven Gewerkschaft durch Rockstar.
Ein entsprechender Antrag auf freiwillige Anerkennung wurde am 30. Juni 2026 gestellt. Seit Juli 2026 sollen Vertreter der Beschäftigten und das Management über die Bedingungen einer Vereinbarung verhandeln. Bei einer Zustimmung würde die Rockstar-Abteilung laut IWGB zur größten offiziell anerkannten Videospielgewerkschaft im Vereinigten Königreich werden.
Die Vereinbarung soll den Beschäftigten eine geregelte Mitsprache bei zentralen Arbeitsplatzthemen ermöglichen:
- Gehälter und Bonuszahlungen
- Überstunden und Vergütung
- Stellenabbau und Arbeitsplatzsicherheit
- Flexible Arbeitsmodelle
- Richtlinien zum Einsatz generativer KI
Hinzu kommen Anliegen wie Rentenregelungen und Elternzeit. Gewerkschaftsmitglied Shanti Easton-Steel verwies außerdem auf fehlende Transparenz beim geschlechtsspezifischen Lohngefälle, wechselnde Überstundenregelungen und mögliche Veränderungen der Belegschaft nach dem Release von GTA 6.
Abstimmung überschneidet sich mit laufendem Verfahren
Die Gewerkschaftskampagne steht im Zusammenhang mit den Entlassungen vom Oktober 2025. Rockstar trennte sich damals von mehr als 30 Beschäftigten und begründete die Entscheidung mit schwerwiegendem Fehlverhalten sowie dem Austausch vertraulicher Informationen. Die IWGB betrachtet die Kündigungen dagegen als Teil einer Kampagne gegen die gewerkschaftliche Organisierung.
Vor den Entlassungen sollen rund 200 an GTA 6 beteiligte Beschäftigte Mitglied der Gewerkschaft gewesen sein. Nach Darstellung der IWGB fiel der Organisationsgrad anschließend wieder unter die gesetzlich relevante Schwelle von zehn Prozent. Mehrere ehemalige Mitarbeiter fechten ihre Kündigungen deshalb vor einem britischen Arbeitsgericht an.
Die Schlussvorträge in diesem Verfahren sind für den 17. und 18. November 2026 angesetzt. Damit überschneiden sich sowohl das Gerichtsverfahren als auch die Abstimmung mit der Release-Woche von GTA 6. Eine Entscheidung des Gerichts wird erst zu einem späteren Zeitpunkt erwartet.
Aus dem Abstimmungsprozess ergeben sich derzeit keine Hinweise auf Auswirkungen für die Veröffentlichung des Spiels. Rockstar-Publishing-Chefin Jennifer Kolbe erklärte in einem Originalinterview sinngemäß, dass das Unternehmen die Entscheidung der Belegschaft akzeptieren werde. Für die britischen Studios könnte der 26. November 2026 damit den Beginn einer neuen Form der betrieblichen Mitbestimmung markieren.
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