Jean Pierre „JP“ Kraemer hat sich in zwei YouTube-Videos zu schweren Vorwürfen gegen ihn geäußert. Der Gründer von JP Performance bestätigte, gegenüber seiner Noch-Ehefrau Julia Meck körperlich gewalttätig geworden zu sein. Inzwischen kündigte der 45-Jährige eine Auszeit und eine Therapie an. Auch die Zukunft seines Unternehmens stellte er öffentlich infrage.
Auslöser der aktuellen Berichterstattung war ein Polizeieinsatz am 26. Juli 2026 an einem Wohnhaus in Dortmund, das Kraemer gehören soll. Nach Angaben der Polizei wurde gegen einen 45-jährigen Dortmunder eine Strafanzeige wegen des Verdachts der vorsätzlichen einfachen Körperverletzung und Sachbeschädigung gefertigt.
Nachdem erste Medien über den Fall berichtet hatten, veröffentlichte Kraemer am 28. August ein persönliches Statement auf dem YouTube-Kanal von JP Performance.
JP Kraemer bestätigt körperlichen Übergriff
Was hat JP Kraemer zu den Gewaltvorwürfen gesagt? In seinem ersten Statement auf YouTube bestätigt Kraemer eine körperliche Auseinandersetzung mit seiner Noch-Ehefrau.
Dabei räumt er ein, ihr während eines Streits eine Kette vom Hals gerissen und sie mit der flachen Hand geschlagen zu haben. Sein eigenes Verhalten bezeichnet Kraemer ausdrücklich als falsch: „Das war nicht in Ordnung von mir.“
Kraemer schildert gleichzeitig, dass es innerhalb der Beziehung von beiden Seiten körperliche Gewalt gegeben habe. Auch er selbst sei geschlagen worden. Diese Gegenanschuldigungen sind bislang allerdings nicht unabhängig bestätigt. Julia Meck hat sich dazu bisher nicht öffentlich geäußert.
Nach Kraemers Darstellung wurde die Polizei während der Beziehung insgesamt zweimal zum gemeinsamen Wohnhaus gerufen. Zu den konkreten Abläufen der Einsätze liegen bislang keine vollständigen behördlichen Angaben vor.
Die Polizei bestätigte gegenüber den Ruhr Nachrichten lediglich den Einsatz vom 26. Juli und die Strafanzeige wegen des Verdachts der vorsätzlichen einfachen Körperverletzung und Sachbeschädigung. Weitere Einzelheiten seien nicht mitgeteilt worden, berichtet RUHR24.
Zweites Video zeigt früheren Vorfall
Wenig später wurde eine private Aufnahme bekannt, die einen weiteren gewalttätigen Vorfall zeigen soll. Das Video stammt Medienberichten zufolge aus dem November 2024. Darauf ist zu sehen, wie Kraemer seine Frau im Bereich des Halses packt und wegstößt.
Kraemer veröffentlichte daraufhin ein zweites Statement bei YouTube, zeigte Ausschnitte aus der Aufnahme und räumte auch diesen Übergriff ein.
Damit sind mindestens zwei körperliche Vorfälle öffentlich bekannt, die Kraemer selbst bestätigt hat: die auf Video festgehaltene Auseinandersetzung aus dem Jahr 2024 und der Streit im Juli 2026, nach dem die Polizei eine Strafanzeige fertigte.
Einen Überblick über die beiden Stellungnahmen sowie die öffentlich bekannten Polizeiangaben liefert auch der WDR.
JP Kraemer und Julia Meck lassen sich scheiden
In seinem ersten Statement machte Kraemer außerdem das Ende seiner Ehe öffentlich. Er und Julia Meck hätten sich getrennt und würden sich scheiden lassen.
Medien berichten zudem über eine gerichtliche Gewaltschutzanordnung. Kraemer selbst beschreibt die Regelung als wechselseitig und erklärt, dass beide Seiten keinen Kontakt zueinander suchen dürften. Der vollständige Inhalt des gerichtlichen Beschlusses ist öffentlich nicht einsehbar. Entsprechend lässt sich bislang nicht unabhängig beurteilen, wie die Regelung im Einzelnen ausgestaltet ist.
Auch die strafrechtliche Aufarbeitung ist noch nicht abgeschlossen. Für mögliche Vorwürfe, die über Kraemers eigene Eingeständnisse hinausgehen, gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
Auszeit und Therapie angekündigt
Am Morgen des 29. August meldete sich Kraemer erneut zu Wort. In einer Erklärung auf seinem Instagram-Account kündigte er an, vorübergehend zu seinem Vater zu gehen und unmittelbar eine Therapie zu beginnen, um an sich zu arbeiten.
Wie lange diese Auszeit dauern wird, ließ er offen. Bislang ist ebenfalls nicht bekannt, ob Kraemer seine Aufgaben als Geschäftsführer ruhen lässt oder ob während seiner Abwesenheit weiterhin regulär Inhalte auf dem YouTube-Kanal von JP Performance erscheinen.
Eine konkrete Erklärung des Unternehmens zu den betrieblichen Folgen liegt bislang nicht vor.
Wird JP Performance jetzt geschlossen?
Am Ende seines ersten Statements stellt Kraemer die Zukunft von JP Performance grundsätzlich infrage. Sollte die Community nach den Vorfällen nicht mehr hinter ihm stehen, sei er bereit, das Unternehmen zu schließen. Die Entscheidung legt er dabei in die Hände seiner Zuschauer: „Wenn ihr sagt ja, dann ja. Wenn ihr sagt nein, dann nein.“
Eine tatsächliche Schließung hat Kraemer damit jedoch noch nicht angekündigt. Es gibt weder einen Termin noch eine offizielle Unternehmensmitteilung oder Angaben dazu, was ein solcher Schritt für die Beschäftigten und die weiteren Geschäftsbereiche bedeuten würde.
JP Performance betreibt einen der größten deutschsprachigen Automobilkanäle auf YouTube und erreicht dort rund 2,7 Millionen Abonnenten. Neben dem Tuningunternehmen gehören auch das PACE Automobil Museum und weitere Projekte in Dortmund zu Kraemers Firmenumfeld.
Drohung gegen das PACE-Museum
Nach Veröffentlichung der Vorwürfe ging außerdem ein anonymer Drohanruf gegen das PACE Automobil Museum ein. Das Museum und der benachbarte Gastronomiebetrieb wurden daraufhin für den restlichen Freitag geschlossen und die Besucher nach draußen begleitet.
Nach Angaben eines vom WDR zitierten Polizeisprechers handelte es sich bei der Schließung um eine Entscheidung der Mitarbeiter. Konkrete Hinweise auf eine akute Gefahr hätten nicht vorgelegen. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, um die Verantwortlichen für die Drohung zu identifizieren.
Ob und wann Kraemer selbst wieder vor der Kamera stehen wird, bleibt momentan offen. Ebenso ungeklärt ist, ob seine Äußerungen über eine mögliche Schließung von JP Performance konkrete Folgen haben oder zunächst eine emotionale Reaktion auf die aktuelle Situation darstellen.

Deine Meinung zählt
Wie siehst du das? Teile deine Gedanken mit der PlayCentral-Community.