Wer in „GTA 6“ ein Verbrechen begeht, soll nicht mehr automatisch innerhalb weniger Sekunden von der Polizei erkannt werden. Stattdessen spielen Zeugen, Alarmanlagen sowie das Aussehen der beiden Hauptfiguren eine entscheidende Rolle. Auch das verwendete Fluchtfahrzeug und die gemeinsame Flucht von Jason und Lucia beeinflussen die Fahndung.
Rockstar North hat damit begonnen, das neue Polizeisystem genauer zu erklären. Ergänzende Eindrücke stammen aus dem Extended Look sowie von eingeladenen Preview-Teilnehmern, die bei Rockstar mehrere Stunden aus dem Spiel sehen durften.
Verbrechen müssen zunächst gemeldet werden
Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Entstehung eines Fahndungslevels. Nach Angaben von Rob Nelson, Co-Studioleiter von Rockstar North, muss ein Verbrechen entweder von einer Person beobachtet oder durch eine Alarmanlage gemeldet werden.
Damit soll die Polizei nicht mehr scheinbar aus dem Nichts wissen, was gerade an einem abgelegenen Ort passiert ist. Gibt es keine Zeugen und wird kein Alarm ausgelöst, könnte ein Verbrechen unbemerkt bleiben.
Das System erinnert an „Red Dead Redemption 2“. Dort konnten Zeugen nach einer Straftat zur nächsten Polizeistation laufen oder andere Personen alarmieren. Spieler hatten kurzzeitig die Möglichkeit, sie einzuholen, einzuschüchtern oder auf andere Weise von einer Meldung abzuhalten.
Ob „GTA 6“ sämtliche Möglichkeiten dieses Systems übernimmt, ist noch nicht bestätigt. Rockstars Aussage zeigt jedoch, dass die Reaktion der Polizei stärker von den tatsächlichen Ereignissen in der Spielwelt abhängt.
Polizei merkt sich Fahrzeug und Aussehen
Sobald die Fahndung beginnt, sammelt die Polizei Informationen über die Verdächtigen. Im neuen Extended Look waren unterhalb der Fahndungssterne mehrere kleine Symbole zu erkennen.
Diese stehen offenbar für das verwendete Fahrzeug, die Kleidung und das Gesicht der gesuchten Person. Die Polizei verfolgt somit nicht nur eine abstrakte Position auf der Karte, sondern arbeitet mit einer Beschreibung von Jason oder Lucia.
Wer während der Flucht das Fahrzeug wechselt oder seine Kleidung verändert, könnte die Suche erschweren. Masken und andere Verkleidungen dürften ebenfalls eine Rolle spielen. Wie lange sich die Polizei einzelne Merkmale merkt und ob ein erkanntes Fahrzeug dauerhaft registriert bleibt, erklärte Rockstar bislang nicht.
Jason und Lucia können sich trennen
Die Polizei soll außerdem erkennen können, dass Jason und Lucia gemeinsam unterwegs sind. In einer Fluchtsituation kann es daher sinnvoll sein, sich aufzuteilen.
Nelson erklärt, dass eine Trennung die Wahrnehmung der Polizei verringern kann. Suchen die Beamten nach einem Paar in einem bestimmten Fahrzeug, passt ein einzelner Verdächtiger nach einem Fahrzeugwechsel nicht mehr vollständig auf die bekannte Beschreibung.
Das Zusammenspiel der beiden Protagonisten erhält dadurch eine taktische Komponente. Spieler müssen möglicherweise entscheiden, ob sie gemeinsam mehr Feuerkraft besitzen oder getrennt bessere Chancen haben, einer Fahndung zu entkommen.
Der Charakterwechsel könnte dabei unmittelbar in das Polizeisystem eingebunden sein. Im Extended Look war bereits zu sehen, dass Spieler während Missionen und Verfolgungsjagden zwischen Jason und Lucia wechseln können.
Polizeipositionen werden nicht einfach auf der Karte angezeigt
Eine weitere Änderung betrifft die Darstellung der Beamten. Polizisten sollen während der Suche nicht mehr permanent als einzelne Punkte auf der Minimap zu sehen sein.
Stattdessen signalisiert ein dezenter roter und blauer Effekt, dass sich Einsatzkräfte in der Umgebung befinden. Spieler müssen ihre Umgebung beobachten, Sirenen beachten und selbst einschätzen, aus welcher Richtung die Gefahr kommt.
Das bekannte Versteckspiel aus „GTA 5“ dürfte dadurch schwieriger werden. Dort reichte es häufig aus, in einer Seitenstraße zu warten und die Sichtkegel der Polizeifahrzeuge auf der Minimap zu verfolgen. In „GTA 6“ soll die Flucht weniger berechenbar ausfallen.
Sechs Fahndungssterne kehren zurück
Im Extended Look war außerdem eine Fahndungsanzeige mit sechs Sternen zu sehen. Damit kehrt offenbar die höchste Eskalationsstufe aus älteren Teilen der Reihe zurück.
„GTA 5“ begrenzte das System auf fünf Sterne. Was bei sechs Sternen in „GTA 6“ auf die Spieler wartet, verriet Rockstar noch nicht. Denkbar wären besonders schwer bewaffnete Spezialeinheiten, Straßensperren, Hubschrauber und eine deutlich aggressivere Verfolgung.
Panzer oder das Militär sind bislang nicht bestätigt. Allein die sichtbare Anzeige belegt daher noch nicht, welche Einheiten an der höchsten Fahndungsstufe beteiligt sein werden.
Fluchten sollen mehr Planung erfordern
Das neue System könnte Überfälle und spontane Verbrechen grundlegend verändern. Spieler müssen nicht mehr ausschließlich möglichst schnell aus einem markierten Suchgebiet entkommen. Ebenso wichtig ist, welche Informationen sie während der Tat hinterlassen.
Zu den möglichen Gegenmaßnahmen gehören:
- Zeugen und Alarmanlagen vermeiden
- das Gesicht mit einer Maske verdecken
- während der Flucht das Fahrzeug wechseln
- auffällige Kleidung ablegen
- Jason und Lucia voneinander trennen
- Polizeikräfte anhand der Umgebung statt der Minimap erkennen
Wie frei diese Möglichkeiten außerhalb geskripteter Missionen eingesetzt werden können, bleibt abzuwarten. Mehrere zentrale Bestandteile wurden jedoch direkt von Rockstar beschrieben und waren teilweise bereits im offiziellen Gameplay-Material zu erkennen.
„GTA 6“ erscheint am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series X/S. Eine PC-Version wurde bislang nicht angekündigt.
Wie gefällt euch das neue Polizeisystem? Freut ihr euch auf anspruchsvollere Fluchten oder könnte die detailliertere Fahndung bei spontanen Aktionen schnell lästig werden? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare.

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