Rockstar Games bringt in „GTA 6“ mehrere Rollenspielmechaniken zurück, die an „GTA: San Andreas“ und „Red Dead Redemption 2“ erinnern. Ernährung, körperliches Training und Schlaf wirken sich sichtbar auf Jason und Lucia aus. Auch die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren soll wesentlich stärker auf Entscheidungen reagieren als frühere Systeme des Studios.
Die neuen Details stammen aus einer umfangreichen Titelgeschichte des Magazins Dazed, für die mehrere leitende Entwickler von Rockstar Games interviewt wurden.
Essen verändert das Gewicht von Jason und Lucia
Die Ernährung der beiden Protagonisten beeinflusst ihr Körpergewicht. Wer viel isst, kann Jason und Lucia demnach sichtbar zunehmen lassen. Körperliches Training baut dagegen Muskeln auf und verändert ihre Statur.
Damit kehrt eine Mechanik zurück, die viele Spieler aus „GTA: San Andreas“ kennen. CJ konnte abhängig von Ernährung und Training zunehmen, abnehmen oder deutlich muskulöser werden. Sein körperlicher Zustand wirkte sich dort unter anderem auf Ausdauer, Stärke und bestimmte Animationen aus.
Rockstar bestätigt für „GTA 6“ bislang lediglich die sichtbaren körperlichen Veränderungen. Ob Gewicht und Muskelmasse zusätzlich konkrete Werte wie Ausdauer, Bewegungsgeschwindigkeit oder Nahkampfschaden beeinflussen, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Zu wenig Schlaf hinterlässt sichtbare Spuren
Auch Schlaf soll eine Rolle spielen. Verbringen Spieler längere Zeit fernab eines Bettes, beispielsweise während einer mehrtägigen Flucht vor der Polizei oder einer ausgedehnten Partytour, zeichnet sich dies in den Gesichtern und Körpern der Figuren ab.
Jason und Lucia können entsprechend erschöpft und mitgenommen aussehen. Ob Schlafmangel darüber hinaus spielerische Nachteile verursacht, wurde noch nicht bestätigt.
Das System erinnert an „Red Dead Redemption 2“. Dort veränderten Ernährung, Körperpflege und der Lebensstil das Erscheinungsbild von Arthur Morgan. Haare und Bart wuchsen, Verletzungen blieben sichtbar und das Körpergewicht reagierte auf die Ernährung des Protagonisten.
Entscheidungen beeinflussen die Beziehung
Eine zentrale Rolle spielt die Beziehung zwischen Jason Duval und Lucia Caminos. Rockstar beschreibt die Geschichte als eine moderne Bonnie-und-Clyde-Erzählung, in der das Paar gemeinsam vor Gesetzeshütern und rivalisierenden Kriminellen flieht.
Entscheidungen der Spieler sollen Konsequenzen besitzen, die laut Dazed tiefer reichen als das Ehrensystem aus „Red Dead Redemption“. Zusätzlich ist von umfangreichen Beziehungsmechaniken die Rede.
Eine klassische Beziehungsanzeige oder ein sichtbarer Sympathiewert wurde allerdings nicht bestätigt. Auch bleibt offen, ob bestimmte Entscheidungen den Verlauf der Handlung, einzelne Missionen oder sogar das Ende verändern können.
Rob Nelson, Entwicklungsleiter und Co-Studio-Chef von Rockstar North, betont, dass Jason und Lucia keine leeren Spielfiguren seien. Spieler könnten sie individuell prägen, ohne dabei ihre festgelegten Persönlichkeiten und ihre gemeinsame Geschichte vollständig aufzulösen.
Freier Wechsel zwischen Jason und Lucia
Das aus „GTA 5“ bekannte Wechseln zwischen mehreren Protagonisten kehrt ebenfalls zurück. Jason und Lucia können gemeinsam unterwegs sein oder unabhängig voneinander Aktivitäten nachgehen.
Dazed beschreibt eine Verfolgungsjagd, bei der Spieler zunächst als Jason ein Fahrzeug steuern und anschließend zu Lucia auf dem Beifahrersitz wechseln können, um auf die Verfolger zu schießen. Außerhalb von Missionen soll Lucia während einer gemeinsamen Fahrt beispielsweise das Ingame-Smartphone verwenden können.
Auf diesem befinden sich funktionierende soziale Netzwerke. Der bereits in früheren Trailern angedeutete Social-Media-Feed ist damit offiziell bestätigt. Welche Auswirkungen Beiträge, Videos und Trends auf Missionen oder die offene Spielwelt besitzen, verriet Rockstar noch nicht.
Die Spielwelt reagiert stärker auf das Verhalten
Rockstar verspricht außerdem eine glaubwürdigere und reaktivere Spielwelt. Wer offen mit einem Gewehr durch Vice City läuft, soll entsprechende Reaktionen von Passanten und vermutlich auch den Behörden auslösen.
Die Entwickler möchten den Spielern weiterhin möglichst viel Freiheit bieten. Gleichzeitig soll die Welt deutlicher auf deren Handlungen reagieren. Das könnte spontane Gewalttouren riskanter machen als in früheren Teilen der Reihe.
Laut Rockstar wurde auch die Bevölkerung Leonidas wesentlich abwechslungsreicher gestaltet. Aussehen, Kleidung, Bewegungen und Verhalten der NPCs sollen stärker von ihrem jeweiligen Wohnort, sozialen Umfeld und Lebensstil abhängen.
Rockstar entwickelt bekannte Systeme weiter
Nelson erklärt, dass Rockstar seine früheren Spiele kritisch analysiert. Funktionen, die aufgrund fehlender Zeit, Ressourcen oder technischer Möglichkeiten nicht vollständig umgesetzt werden konnten, sollen in „GTA 6“ weiterentwickelt werden.
Die bislang bestätigten Mechaniken im Überblick:
- Ernährung beeinflusst das Körpergewicht.
- Training verändert Muskelmasse und Statur.
- Schlafmangel zeichnet sich sichtbar im Gesicht und am Körper ab.
- Jason und Lucia können gemeinsam oder getrennt gespielt werden.
- Ein Wechsel zwischen Fahrer und Beifahrer ist möglich.
- Das Smartphone enthält funktionierende Social-Media-Feeds.
- Entscheidungen wirken sich auf die Beziehung der Hauptfiguren aus.
- NPCs und Spielwelt reagieren glaubwürdiger auf das Verhalten der Spieler.
„GTA 6“ erscheint am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series X/S. Eine PC-Version kündigte Rockstar bislang nicht an.
Wie gefallen euch die zurückkehrenden Rollenspielmechaniken? Möchtet ihr Ernährung, Training und Schlaf aktiv verwalten oder könnte euch ein solches System auf Dauer eher stören? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare.

Deine Meinung zählt
Wie siehst du das? Teile deine Gedanken mit der PlayCentral-Community.