Die Diskussion um die angeblichen Kosten von Gears of War: E-Day bekommt eine wichtige neue Einordnung. Einem Bericht zufolge soll Microsoft 500 Millionen Dollar investiert haben. Der frühere Senior Product Manager bei Xbox, Derek Reese, erklärt nun, dass diese Summe nicht allein für die Entwicklung des Shooters angefallen sein dürfte.
Microsoft und The Coalition haben das Budget bislang nicht offiziell bestätigt. Die ursprüngliche Angabe stammt aus einem Bericht von Kotaku, der sich auf eine mit dem Xbox-Geschäft vertraute Quelle beruft und Marketingkosten noch nicht einrechnet.
The Coalition trägt zusätzliche Unreal-Kosten
Nach Reeses Darstellung floss ein erheblicher Teil der Ausgaben in Aufgaben, die über Gears of War: E-Day hinausgehen. The Coalition sei auch für Microsofts angepassten Unreal-Engine-Zweig zuständig und unterstütze damit die technische Infrastruktur anderer Xbox-Produktionen.
In seinem Beitrag auf Bluesky beschreibt Reese die Kostenverteilung folgendermaßen:
Ein großer Teil dieser Kosten entsteht dadurch, dass The Coalition für Microsofts Unreal-Zweig und gleichzeitig für einen der wichtigsten Titel verantwortlich ist. Ich habe selbst versucht, die Führung davon zu überzeugen, weitere Studios zur Nutzung zu bewegen und dadurch die Supportkosten anders zu verbuchen. Bei Turn 10 und ForzaTech besteht dasselbe Problem.
Seine Aussage bestätigt nicht die konkrete Gesamtsumme, liefert aber eine mögliche Erklärung für die außergewöhnlich hohe Zahl. Betriebskosten, Engine-Entwicklung und technische Unterstützung anderer Teams könnten in Berechnungen The Coalition zugerechnet worden sein, obwohl sie nicht ausschließlich der Produktion von E-Day dienten.
Unreal-Expertise hilft weiteren Xbox-Studios
Dass The Coalition innerhalb der Xbox-Sparte eine größere technische Rolle übernimmt, hat Microsoft selbst bestätigt. Xbox-Manager Matt Booty bezeichnete das Studio im offiziellen Xbox Podcast als Kompetenzzentrum für Unreal Engine. Die dort entwickelte Technologie werde so aufbereitet, dass andere Teams sie übernehmen können. Als konkretes Beispiel nannte er inXile Entertainment und Clockwork Revolution.
In der Vergangenheit wurde die Unreal-Expertise des Studios außerdem mit Produktionen wie Avowed, Senua’s Saga: Hellblade 2 und State of Decay 3 in Verbindung gebracht. Auch ein kommendes StarCraft-Projekt soll auf Unreal Engine setzen, eine direkte Beteiligung von The Coalition daran ist allerdings nicht offiziell dokumentiert.
E-Day selbst erforderte ebenfalls erhebliche Grundlagenarbeit. Laut einem Entwicklerbericht auf Xbox Wire übernahm das Team keine Assets und Animationen aus früheren Serienteilen. Charaktere, Gegner, Waffen, Animationen, Sound und Spielwelt wurden für Unreal Engine 5 neu aufgebaut.
Verkaufszahlen zeigen nur einen Teil des Geschäfts
Ein späterer Bericht von The Verge nennt unter Berufung auf eine Quelle mehr als 400.000 verkaufte Exemplare auf Xbox und Steam. Microsoft hat jedoch weder diese Zahl noch konkrete Game-Pass-Daten veröffentlicht. Eine frühere Auswertung von Alinea Analytics schätzte zum Start rund 230.000 Verkäufe, etwa 1,7 Millionen Game-Pass-Nutzer und 722.000 verkaufte Premium-Upgrades.
Die verfügbaren Zahlen reichen deshalb nicht aus, um den wirtschaftlichen Erfolg abschließend zu bewerten. Sollte das angebliche Gesamtbudget tatsächlich vollständig E-Day zugerechnet werden, wären vermutlich Verkäufe im hohen einstelligen Millionenbereich nötig. Reeses Einordnung spricht jedoch dafür, dass ein erheblicher Teil der Investitionen langfristig auch anderen Xbox-Spielen und künftigen Projekten von The Coalition zugutekommt.
Öffnet in einem neuen Tab

Deine Meinung zählt
Wie siehst du das? Teile deine Gedanken mit der PlayCentral-Community.