PLAYCENTRAL TESTS Haunt: The Real Slender Game

Haunt: The Real Slender Game: Eins, zwei, Slender kommt vorbei…

Von Patrik Hasberg - Test vom 27.12.2012 16:01 Uhr

Es war ein Phänomen, beinahe vergleichbar mit dem unerwartet großen Erfolg eines Minecrafts. Die Folge war eine riesige Welle an potenziellen Nachahmern. Die Rede ist von dem Horror-Game Slender: The Eight Pages. Mit dem kostenlosen Haunt: The Real Slender Game springt der Indie-Entwickler ParanormalDev ebenfalls mit auf den Zug auf und schreibt sich auf die Binde, das einzig wahre Abenteuer rund um den Slender Man zu erzählen. Dabei soll das Slender-Gameplay nach Aussage des Entwicklers als Prototyp dienen, um Elemente wie eine Storyline, das Gameplay sowie die Umwelt konsequent weiterzuentwickeln.

Still ist es um uns herum, Nebelschwaden bedecken den Boden. Die Schwärze scheint uns wie einen Mantel zu umhüllen. Nur die Taschenlampe spendet ein trügerisches Gefühl von Sicherheit. Wo uns der Weg hinführen wird, wissen wir zunächst nicht. Durch das künstliche Licht in unserer Hand entstehen groteske Schatten. Der Waldboden ist übersät mit abertausenden Blättern, die, überzogen durch eine feine, dünne Reifschicht, das Licht zu reflektieren scheinen. Gedämpft durch das Laub setzen wir behutsam einen Fuß vor den anderen. Der kleine Lichtkegel unserer Lampe hat sichtlich Mühe, sich einen Weg durch die fast undurchdringbare Wand aus Dunkelheit zu bahnen. Bereits nach kurzer Zeit hält uns das Gefühl der Angst in seiner reinsten Form fest – mit seinen eiskalten Händen umklammert: Gänsehaut, chronische Nervosität sowie ein schneller Puls- und Herzschlag – schon nach der ersten Runde Haunt: The Real Slender Game trenne ich mich von meinem Kopfhörer und muss erst einmal tief durchatmen. Es ist mittlerweile ein Uhr in der Nacht und zudem stockfinster.

Ich schaue mich im Raum um. Kein Mucks, nur der Router auf der anderen Seite des Raumes lässt unablässig und in regelmäßigen Abständen ein Lämpchen aufleuchten. Ansonsten Stille, ich stehe auf, gehe zum Fenster und öffne die Jalousie. Ruhe, keine Autos, keine Spaziergänger, nur eine Katze, scheinbar auf der Pirsch nach einer Maus, schleicht geduckt durch das Gartentor. Ich drehe mich wieder herum und gehe zu meinem Schreibtisch. Der Bildschirm zeigt in scheinbar provokanter Schadensfreude noch immer das Hauptmenü von Haunt an. Tapfer entscheide ich mich nach einem Schluck Mineralwasser und einiger Zeit der Entspannung für einen weiteren Versuch, obwohl mein Körper sich vehement zu wehren versucht und das T-Shirt bereits schweißnass an meinem Körper klebt.

Kein Spiel für Schisser

Bevor es zum zweiten Mal in den Green Park gehen kann, haben wir anders als bei einem Slender die Wahl zwischen drei Schwierigkeitsstufen. Anfänger oder besonders zart besaitete Seelen, die es zu Beginn noch nicht allzu finster haben möchten, entscheiden sich für die Noob-Stufe. Dafür bekommen sie unter anderem eine Taschenlampe mit unbegrenztem Energievorrat spendiert und dürfen bei deutlich besseren Lichtverhältnissen starten – ein Traum für jeden Angsthasen. Als erprobter Spiele-Tester wählen wir natürlich die Stufe Gamer und müssen folglich unsere Taschenlampe sparsamer und mit mehr Bedacht einsetzen, denn ewig halten die Batterien nicht. Allerdings lassen sich unterwegs mit etwas Glück auch passende Batterien für die Funzel finden.

Wir starten zu Beginn am Rande des mysteriösen Green Parks. Warum wir hier sind und was unsere Aufgabe ist, wird uns ähnlich wie in Slender nicht mitgeteilt. So laufen wir die ersten Sekunden scheinbar ziel- und orientierungslos dem Schein unserer Taschenlampe hinterher. Wir merken relativ schnell, dass die Karte bei Haunt ein gutes Stück größer ist als bei dem berühmten Bruder. Als wir auf einen alten Truck am Straßenrand treffen und das Gefährt näher untersuchen, finden wir eine erste Seite, die gleich in unser dafür befindliches Journal wandert. Die Suche nach sämtlichen Seiten ist auch in Haunt Ziel und Motivation in einem. Jede einzelne Seite erzählt die Geschichte des Slender Man weiter, je mehr wir über diese Geschichte erfahren, desto düsterer erscheint der Green Park und umso gefährlicher wird es letztendlich für uns.

Der Green Park ist deutlich größer aufgebaut als das Gegenstück in Slender und bietet insgesamt acht verschiedene Schauplätze. Neben einem heruntergekommenen Kraftwerk betreten wir unter anderem einen stockfinsteren, alten Bunker, in dem fürchterliche Dinge geschehen sind. Um an manche Schauplätze aber erst gelangen zu können, benötigen wir verschiedene Schlüssel, die überall im Park verteilt sind. Und selbstverständlich sind wir nicht alleine unterwegs, sondern werden regelmäßig von einer geisterhaften Gestalt auf Trapp gehalten. Dementsprechend müssen wir uns schon von Beginn an sputen und uns auf die Suche nach den Seiten begeben. Brauchen wir zu lange oder machen irgendetwas „Falsches“, fängt das Bild an zu rauschen und die Gestalt taucht plötzlich in unserer Nähe auf, spätestens dann ist laufen angesagt. Gerade durch das spontane Auftauchen der Gestalt an jedem Ort und zu jeder Zeit wird eine unglaublich fesselnde und beklemmende Atmosphäre aufgebaut, welche auch bei mehrmaligem Durchspielen nichts von ihrer Intensität verliert. Damit wir uns nicht ständig verlaufen, was zu Beginn dennoch passieren wird, stehen überall in dem Park verteilt Karten von der Umgebung. Auf den einfachen Schwierigkeitsstufen sehen wir anhand einer Markierung sogar unseren genauen Standpunkt. Und als wollten uns die Entwickler länger als nötig quälen, können wir zu allem Überfluss sogar an bestimmten Stellen im Green Park speichern.

Ganz fehlerfrei funktioniert die Speicherfunktion allerdings noch nicht, wodurch wir uns nach einem Ladevorgang auch an anderen Speicherpunkten wiederfinden können. Ein wenig ärgerlich ist auch die Tatsache, dass wir manchmal schlicht keine Chance bekommen, zu entkommen. Stehen wir beispielshalber in dem erwähnten Bunker, in dem es folglich nur einen Ausgang gibt, und erscheint besagte Geistergestalt, so müssen wir ihr auf dem Rückweg letzten Endes in deren Arme laufen oder elendig zugrunde gehen. Grafisch ist Haunt zwar nicht unbedingt überragend, sieht aber durch schicke Wettereffekte wie Regen oder sich im Wind wiegendes Gras dennoch deutlich besser und aktueller aus als ein Slender. Die klasse Soundkulisse unterstützt die tolle Atmosphäre.

Und wer nach einigen Runden Haunt noch nicht genug hat, bekommt sogar weitere Motivationen an die Hand. So können Spieler, die das Spiel „gewinnen“ oder alle „vergangenen Fotos“ finden, bestimmte Extras freischalten. So gibt es zusätzliche Screen-Filter oder ein Kamera-HUD. Außerdem soll es möglich sein, eine Öl-Lampe anstatt der Taschenlampe zu erhalten und fortan ganz im Stile eines Amnesia durch den finsteren Green Park stapfen zu können.

Haunt: The Real Slender Game im Test

Fazit und Wertung von Patrik Hasberg

Fazit von Patrik Hasberg: 

„Oh, ein weiterer Slender-Klon“, dachte ich mir, als ich das erste Mal von Haunt erfuhr. Nichtsdestotrotz bekam der Horror-Titel seine Chance, mir das Fürchten zu lehren. Zu Beginn noch mit einem leichten Déjà-Vu-Erlebnis, packte mich die intensive Atmosphäre von Haunt schon bei dem ersten Aufeinandertreffen mit der mysteriösen Gestalt. Von dem Zeitpunkt an fühlte ich mich ständig gejagt und in die Enge getrieben. Vergleicht man Haunt mit Slender, kann man dem Entwickler nur zustimmen. Sämtliche Punkte wurden konsequent weiterentwickelt. Die Karte ist deutlich größer, es gibt verschiedene Schauplätze zu entdecken, die Grafik sieht besser aus und die Atmosphäre muss sich ebenfalls keineswegs verstecken. Preislich gesehen ist Haunt ebenfalls kostenlos herunterladbar.

Pro

+kostenlos
+8 verschiedene Schauplätze
+Atmosphärisch schicke Grafik
+verschiedene Schwierigkeitsgrade

Contra

-Ausweglose Situationen möglich
-Speicherfunktion noch fehlerhaft
Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.
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