PLAYCENTRAL TEST Two Worlds II

Two Worlds II: Test: Zwei Welten gegen Arcania: Gothic 4!?

Von Redaktion PlayCentral - Test vom 26.11.2010 23:22 Uhr

Nach zahlreichen Verschiebungen erschien im Jahr 2007 der erste Teil der Two Worlds-Reihe. Allerdings konnte das Action-Rollenspiel vom polnischen Entwicklerstudio Reality Pump nicht wirklich überzeugen. Zahlreiche Bugs, eine lahme Story und mehr Action- als Rollenspiel konnten nur einen Teil der RPG-Freunde begeistern. Mit Two Worlds II möchte man zusammen mit Publisher Zuxxez Entertainment alles besser machen. Ob dies dem Entwickler-Duo gelungen ist, wie gut Two Worlds II wirklich ist und ob man endlich mehr Rollenspiel- als Action-Elemente eingebaut hat, verrät euch unsere Review!

Der Beginn

Noch bevor wir richtig in das Spiel einsteigen und uns die erste Zwischensequenz zu Gesicht geschmissen wird, landen wir im Charaktereditor-Bildschirm. Hier können wir unseren Avatar für das Abenteuer in Antaloor bis ins kleinste Detail erstellen. Neben der Statur, eher pummelig oder doch muskulös, können auch Frisuren und Gesichtsdetails wie Nase, Hals, Kopfbreite, Ohren und Augen eingestellt werden. Rollenspiel-typische Einstellungen wie Fähigkeiten, Geschlecht oder eine feste Klassen gibt es bei Two Worlds II nicht. Vielmehr startet der Spieler mit festen Attributen auf den Grund-Fähigkeiten Stärke, Durchhaltevermögen und Präzision. Im späteren Verlauf von Two Worlds II kann man dann zusätzlich Skill-Punkte auf Fertigkeiten wie Krieger, Waldläufer, Assassine, Magier, Handwerker etc. verteilen, dazu aber später im Artikel mehr.

 

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Hat man den Charakter nach seinem Ermessen zusammen gebastelt, startet das Spiel. Wir sehen eine schwarzhaarige Frau, welche geschwächt in einem Thron sitzt. Daneben ein Häftling mit zerrissenem Hemd, der Hauptcharakter von Two Worlds II. Spieler des ersten Teils wissen sofort Bescheid, wann und wo die Anfangssequenz spielt. Wer den ersten Ableger von Two Worlds jedoch übersprungen hat und direkt mit Teil 2 durchstartet, wird ins kalte Wasser geworfen. Die Dame, welche ziemlich unfreundlich von einer schwarzen Gestalt behandelt wird, ist unsere Schwester Kyla. Die geheimnisvolle Gestalt heißt Gandohar und er ist Herrscher der Finsternis. Schnell wird klar, dass wir unsere Schwester aus den Händen der Dunkelheit befreien müssen. Bevor wir diesen Weg gehen, finden wir uns jedoch im Kerker des Anwesens von Gandohar wieder, was gleichzeitig als Tutorial dient.

Im Fall von Two Worlds II ist das Tutorial sehr abwechslungsreich inszeniert. Nach nicht mal 24 Stunden im Kerker werden wir von einer Gruppe Orks befreit. Nun lernen wir die Grundkenntnisse der Steuerung und des Kampfes. Es fällt sehr schnell auf, dass man seitens Entwickler Reality Pump eine leicht zugängliche Steuerung gewählt hat. Ebenfalls überzeugen kann die Präsentation der Zwischensequenzen. Haben wir es nach einem netten Kampf zusammen mit Ork-Anführer Dar Pha gegen die rechte Hand von Gandohar aus dem Anwesen geschafft, beginnt unser Abenteuer in Antaloor.

Das Kampfsystem

Nachdem wir die Kerker-Flucht hinter uns gebracht haben, starten wir auf einer scheinbar einsamen Insel in der Wildnis, auf die wir über ein Portal gelangt sind. Hier wird nochmal intensiver auf das Kampfsystem eingegangen. Man kann sich in gebückter Haltung schleichend an Feinde heranpirschen und sie von hinten eiskalt niederstrecken. Dies funktioniert für Action-Rollenspiel-Verhältnisse außerordentlich gut. Wer lieber den direkten Kampf sucht, kann natürlich sofort auf die Gegner losstürmen und einen Frontalangriff starten, muss sich dann jedoch auf das aktive Blocken im Kampf konzentrieren, was ebenfalls sehr einfach von der Hand geht.

Zu Beginn des Abenteuers lässt die künstliche Intelligenz zu Wünschen übrig. Gnome bleiben einfach in der Gegend stehen, woraufhin wir sie ohne jegliche Gegenwehr dem Erdboden gleich machen können. Auch einige wenige Clippingfehler haben den Beginn des Abenteuers und die Vorfreude auf das, was noch kommt, geschmälert. Zum Glück bekommt der Schwierigkeitsgrad nach knapp zwei Stunden Spielzeit einen gehörigen Schub, wodurch die Kombination Schlagen & Blocken im Nahkampf eine ganz andere Bedeutung bekommt. Wer sich lieber aus der Ferne an die Meute ran schmeißt, kann dies natürlich auch tun. Mit Pfeil & Bogen kann der Bruder Kylas zu Beginn genauso gut umgehen, wie mit einem Dolch oder Kampfschwert. Das Handling ähnelt hierbei stark dem von zum Beispiel Risen oder Arcania: Gothic 4, wobei man am Controller nicht wirklich das Gefühl bekommt, einen Bogen gespannt zu haben. Hier wäre ein wenig mehr Feingefühl nötig gewesen!

 

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Der Magie-Stammbaum
Neben den regulären Nah- & Fernkampf-Attacken kann der namenlose Held seinen Feinden auch mit Elementar-Magie gegenübertreten. Wie man es aus anderen Rollenspielen bereits kennt, gibt es auch in Two Worlds II Feuer-, Eis-, Nekro- & Erdmagie-Fähigkeiten. Allerdings muss der Spieler sich auf widerstandsfähige Gegner einstellen. Einige Feinde sind, vor allem wenn man seinen Charakter nur auf Magie trimmt, ziemlich harte Brocken. Dies gilt nicht nur für die Magie, sondern auch für den Nah- & Fernkampf. Mit zusätzlichen Fertigkeiten wie Assassine mit dem Schwerpunkt Schleichen, Krieger für den Nahkampf, Waldläufer für den Fernkampf und dem Magier mit dem Schwerpunkt Zauberei, bietet Two Worlds II verschiedene Spielweisen, weshalb jeder Rollenspiel-Liebhaber fündig werden sollte.

Kommen wir aber zum eigentlichen Magie-Clou. In Two Worlds II bekommen wir nämlich keine festgelegten Magie-Sprüche vorgesetzt, sondern wir können uns eigene Kombinationen zusammenstellen. Mixt man beispielsweise eine Erdmagie- mit einer Feuer-Modifikationskarte, erhalten wir einen Stein-Feuer-Dämonen. Auch die Kombination Eis und Reichweite und Dauer ergibt einen tollen Zauberspruch, welche den Gegner nicht nur in seiner Bewegungsfreiheit einengt, sondern gleichzeitig auch noch schädigt. Dieses überaus innovative und grandiose Feature funktioniert mit allen Magie-Modifikationen, welche man auf seinem Weg durch Antaloor aufsammelt.

 

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Die Ausrüstung
Antaloor steckt voller hübscher Details, Quests und vor allem Monster, welche viele Gegenstände mit sich tragen. Darunter befinden sich Rüstungen, Helme, Schuhe, Handschuhe, Schwerter, Äxte, Hämmer, Bögen und so weiter und so fort. Zusätzlich dazu findet man beim Erkunden der Spielwelt öfters Truhen und Verstecke, wo man zusätzlich Gegenstände einpacken kann.

Nicht nur beim Thema Magie kommt das tolle Handwerksystem zum Einsatz, sondern auch wenn es um Rüstungen, Schwerter oder andere Items wie Tränke geht. Nahezu jeder Gegenstand kann in seine Einzelteile zerlegt und auseinander genommen werden. Anschließend nutzt man die Rohstoffe dann zur Herstellung für andere Waffen, vorausgesetzt euer Avatar besitzt die erweiterte Schmiedefähigkeit, oder aber man versieht besonders starke Totschläger mit einem Sockel, welchen wir mit zahlreichen Juwelen oder Amuletten zusätzlich verstärken können. Rüstungen, Hosen oder andere Kleidungsgegenstände können nach eurem ermessen eingefärbt oder ebenfalls verändert werden. Und was fehlt nun? Richtig: Auch Tränke können nach eigenen Rezepten gebraut werden. Hierfür benötigt man einige Körperteile verschiedener Tiere, Pflanzen oder Kräuter und weitere Gegenstände. Nach ein wenig rumprobieren kann man bei erfolgreichem Ergebnis den gebrauchten Trank als Rezept speichern und immer wieder brauen, wenn die nötigen Zutaten in benötigter Anzahl vorhanden sind. Eurer Fantasie und den Freiheiten in Two Worlds II sind, vor allem wenn es um das Charakter- & Handwerkssystem geht, keine Grenzen gesetzt – grandios!

Die Spielwelt: Antaloor

Eines vorne weg: Vor dem Release des Spiels umwarb man von offizieller Seite „die größte virtuelle Welt, welche jemals ein Rollenspiel geboten hat“. Nun, ganz so riesig ist die Welt von Two Worlds II nicht. Sie ist zwar freibegehbar und bietet tolle Details, dennoch ist sie an vielen Stellen von wuchernden Wäldern oder Mauern abgetrennt und wirkt deshalb ein wenig „schlauchig“. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die Spielwelt abwechslungsreich und unglaublich Detailverliebt gestaltet ist. Während die Startinsel noch etwas langweilig wirkt, bekommt man spätestens in der Savanne oder im dichten Dschungelgebiet leuchtende Augen.

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Grashalme bewegen sich, wenn wir durch die großen Wiesen ziehen und Bäume wehen authentisch hin und her, wodurch die Spielwelt lebendig und nachvollziehbar wirkt. Neben außerordentlich tollen Außenarealen und lebendigen Städten wie Hatmandor, welches durch die altertümliche Architektur stark an das erste Assassin’s Creed erinnert, gibt es auch zahlreiche Höhlen und Dungeons, welche ebenfalls sehr stimmig sind, nach einer Zeit aber eintönig wirken.

Die Quests
Die Hauptstory von Two Worlds II ist sicherlich kein Meisterwerk der Fantasie, dafür aber dennoch sehr solide. Aufgrund von Spoilergefahr lassen wir an dieser Stelle einen detaillieren Einblick in die Hauptgeschichte außen vor und erzählen euch lieber von den tollen Nebenaufgaben in Antaloor, welche sehr motivierend gestaltet sind. Statt wie in Arcania: Gothic 4 einfach nur „Gegner XY“ für Person „Z“ zu eliminieren oder Gegenstand „A“ für Person „B“ aus Höhle „C“ zu besorgen, erzählen die Sidequests in Two Worlds II eine ganz eigene Minigeschichte mit zum Teil nicht vorhersehbaren Wendungen. Den Charakteren, welchen wir auf unseren Wegen begegnen, wirken allesamt gGlaubhaft und nicht einfach in die Spielwelt geworfen. Oft werden wir vor moralische Entscheidungen gestellt, welche zusätzliche Spannung in den Verlauf der jeweiligen Nebenaufgaben bringen.

Die Technik
Wir haben euch nun viel über die Technik des Spiels erzählt. Zu den positiven Punkten gehören auf jeden Fall die lebendige Spielwelt, welche allerdings nicht so weitläufig ist, wie versprochen, die tollen Umgebungseffekte und die abwechslungsreichen Orte wie Städte, Dungeons oder Höhlen, wobei letztere nach kurzer Zeit eintönig wirken. Hinzu kommt, dass bis auf wenige Ruckler der PlayStation 3-Fassung das Spiel flüssig läuft, ohne Pop-Ups auskommt und zudem nur seltene Clippingfehler besitzt.

Wie für jedes Spiel typisch, gibt es auch in Two Worlds II Stärken und Schwächen. Zu den Schwächen gehört zum Beispiel die zum Teil ziemlich hässliche und hölzerne Mimik der Charaktere. Diese wirken durch eine wunderbare deutsche Vertonung zwar sehr glaubhaft, die Gesichtsausdrücke jedoch sind zum Teil peinlich steif. Insgesamt sind die Dialog- & Zwischensequenzen dennoch sehr gut inszeniert, der Eindruck wird jedoch durch schwache Gesichtsanimationen getrügt.

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Der Multiplayer-Modus
Entwickler Reality Pump hat sich nicht nur beim Einzelspieler-Modus sehr viel Mühe gegeben, sondern hat auch eine Online-Anbindung mit zahlreichen Spielmodi in das Action-Rollenspiel gepackt. Im regulären Modus, welcher mit dem Party-Modus von GTA IV zu vergleichen ist, können 50 Spieler in der Welt von Antaloor Monster schnetzeln, Items sammeln, tauschen und verkaufen und sich mit anderen Spielern vergnügen. Im sogenannten „Adventure-Modus“ schlüpft ihr mit euren Kumpels in eine Art „kooperative Kampagne“ mit sieben Kapiteln. Im Kristalljagdmodus treten zwei Teams unter Team-Deathmatch regeln gegeneinander an um Kristalle zu sammeln. Apropos Team Deathmatch: Auch eins-gegen-eins und der genannte Team Deathmatch-Modus ist für alle Fans von Duellen vorhanden. Am besten von allen Modi hat uns jedoch der Village-Modus gefallen. Hier müssen wir ein kleines Städtchen aufbauen, es mit zahlreichen Entscheidungen zum laufenden Wirtschaftssystem entwickeln und anschließend vor Angriffen schützen. Kompliment an Reality Pump für einen sehr gelungenen und vor allem innovativen Multiplayer-Modus von Two Worlds II!

88
Two Worlds II im Test

Fazit und Wertung von Redaktion PlayCentral

Fazit
Als 2007 Two Worlds auf den Markt gekommen ist, waren wir voller Vorfreude auf das Action-Rollenspiel. Doch dann die große Enttäuschung: Zahlreiche Bugs auf der Konsole, langweilige Handlung und eine noch langweiligere Umgebung. Und genau das macht Two Worlds II genau anders. Wie von Entwickler Reality Pump versprochen ist die Spielwelt nun unglaublich authentisch und lebendig, die Haupt- & Nebenaufgaben abwechslungsreich und die Bugs sind auf der Konsole, bis auf einige kleinere Ruckler in der PS3-Version behoben. Hinzu kommt ein grandioses, ja fast schon einzigartiges Handwerksystem, bei welchem man jede Waffe auseinanderpflücken, mit viel Fantasie tolle Zaubersprüche kombinieren und nach eigener Rezeptur Tränke brauen kann. Two Worlds II ist nach dem schwachen ersten Teil für uns  einer der Überraschungshits in diesem Jahr, wenn nicht sogar der Gesamtsieger im Bereich Action-Rollenspiel!

Pro

+authentische Spielwelt
+hunderte von Quests
+Handwerksystem einzigartig
+zahlreiche Gegenstände
+Schmiedefähigkeiten
+grandiose Sprachausgabe
+Detailverliebtheit
+abwechslungsreiche Orte
+innovativer Mehrspieler-Modus

Contra

-schlechte Animationen (Gesicht)
-teilweise KI Aussetzer
-leichte Ruckler (PS3)

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